Stanley Cup Final: Vegas Golden Knights v Carolina Hurricanes - Game Five

Die Chance auf den Stanley Cup 2026 ist zum Greifen nah, doch bei den Carolina Hurricanes will vor Spiel 6 der Finalserie gegen die Vegas Golden Knights am Sonntag (8 p.m. ET; Mo. 2 Uhr ;ESZ) niemand etwas von vorzeitigen Feierlichkeiten wissen. 

Carolina führt in der Best-of-7-Serie mit 3:2 und könnte am Abend mit einem weiteren Auswärtssieg in Las Vegas die zweite Meisterschaft der Franchise-Geschichte perfekt machen. Der Schlüssel zum Erfolg liegt dabei offenbar genau in dem Ansatz, der die Mannschaft bereits durch die gesamten Stanley Cup Playoffs getragen hat: Ruhe bewahren, dem eigenen Spiel vertrauen und sich nicht von der besonderen Bedeutung der Partie ablenken lassen.

Bislang haben die Hurricanes in diesen Playoffs jede Gelegenheit genutzt, eine Serie vorzeitig zu beenden. Drei potenzielle Entscheidungsspiele, drei Siege – doch die bevorstehende Aufgabe dürfte die größte Herausforderung dieser Endrunde werden. Das gibt Selbstvertrauen und Zuversicht. Vegas kämpft vor heimischem Publikum hingegen um das Überleben der Saison und will ein alles entscheidendes Spiel 7 erzwingen.

Carolina und Vegas bereit für Spiel 6 am 14. Juni

Für Carolina ist die Ausgangslage dennoch keine ungewohnte. Sebastian Aho betonte, dass die Mannschaft solche Spiele nicht anders angehe als jede andere Partie. „Offensichtlich wird es ein schweres Spiel. Wir erwarten ihre beste Leistung und wir erwarten auch unsere beste Leistung“, sagte der finnische Stürmer. Der Erfolgsansatz sei dabei denkbar simpel: „Man geht es genauso an wie jedes andere Spiel. Alle Spiele sind wichtig. Du willst einfach mit 1:0 in Führung gehen.“

Auch Trainer Rod Brind’Amour sieht die große Erfahrung seiner Mannschaft als entscheidenden Faktor. Viele Leistungsträger hätten in den vergangenen Jahren zahlreiche wichtige Spiele gemeinsam bestritten und wüssten genau, wie sie mit solchen Momenten umgehen müssten. „Wir sind schon lange zusammen. Die Jungs, die gerade hier auf dem Podium waren, haben viel miteinander erlebt“, erklärte der Trainer bei der Pressekonferenz am Samstag. Besonders die erfahrenen Führungsspieler gäben dabei die Richtung vor. „Es gibt bei diesen Spielern einen echten Fokus. Alle anderen schauen auf sie und fragen sich: Wie reagieren sie in diesem Moment? Genau deshalb hilft es, solche Spieler zu haben.“

Brind’Amour warnte zugleich davor, sich von der Möglichkeit eines Titelgewinns ablenken zu lassen. Zwar sei die Versuchung groß, bereits an die Stanley-Cup-Übergabe zu denken, doch genau das dürfe nicht passieren. „Man muss das Spiel so angehen, als wäre es ein ganz normales Spiel. Man darf nicht zu weit vorausdenken, denn das funktioniert nie“, betonte der 55-Jährige. Carolina wisse genau, dass eine Spitzenleistung notwendig sein werde, um die Golden Knights in deren eigener Arena zu schlagen. „Niemand weiß, was in der Begegnung passieren wird. Aber wir wissen, dass wir unser bestes Spiel brauchen werden.“

Diese Mentalität zieht sich durch die gesamte Organisation. Kapitän Jordan Staal erklärte, dass sich die Identität der Hurricanes unter Brind’Amour über viele Jahre entwickelt habe und unabhängig von Spielstand oder Situation unverändert bleibe. „Das Spiel, das wir aufgebaut haben, verändert sich nie. Es ist immer wieder dasselbe“, sagte Staal. „Egal, wie der Spielstand ist – wir werden auftauchen, hart arbeiten und die Dinge tun, die wir immer tun. Das gibt uns die beste Chance zu gewinnen.“

Auch Jordan Martinook unterstrich den professionellen Umgang mit der besonderen Situation. Weder die Anwesenheit von Familie und Freunden noch die Aussicht auf den Stanley Cup würden etwas an den gewohnten Abläufen ändern. „Für uns wird heute und morgen nichts anders sein. Es wird genau dieselbe Routine sein“, sagte Martinook. Die Hurricanes wollten ihren normalen Tagesablauf beibehalten und die Unterstützung ihrer Angehörigen genießen. „Es ist business as usual.“

Historisch gesehen bietet Spiel 6 zusätzliche Brisanz. Exakt 20 Jahre nach dem ersten Cup-Clinch des Franchise im Jahr 2006 haben die Hurricanes nun erneut die Gelegenheit, den entscheidenden Schritt zu machen. Angeführt von einem überragenden Staal, der mehrere Finalrekorde jagt, und einem formstarken  Aho tritt Carolina mit viel Selbstvertrauen in Nevada an.

Doch unabhängig von Rekorden, Jubiläen oder möglichen Feierlichkeiten lautet die Botschaft der Hurricanes eindeutig: Der Stanley Cup wird nicht durch Emotionen gewonnen, sondern durch Disziplin. Wenn Carolina in Las Vegas tatsächlich Geschichte schreiben will, dann vor allem dadurch, dass die Mannschaft genau das tut, was sie seit Monaten erfolgreich macht – ihr eigenes Spiel spielen.

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