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Caps müssen weiter wie ein Außenseiter spielen

Die Capitals galten in den Playoffs sowohl gegen Columbus, als auch gegen Pittsburgh als Favorit, doch erst als Underdog folgten Siege

von Christian Göbel @DocGoebel / NHL.com/de Autor

In der Serie der zweiten Runde der Stanley Cup Playoffs in der Eastern Conference zwischen den Washington Capitals und den Pittsburgh Penguins konnten die US-Hauptstädter erstmals in der Serie in Front gehen. Mit einem 4:3-Erfolg drehten die Caps nach einer Niederlage in Spiel 1 das Aufeinandertreffen zu ihren Gunsten und gehen nun abermals als Favorit in die nächsten Begegnungen.

Die Favoritenrolle lag Washington sowohl in der ersten Runde dieses Jahres, als auch in den vergangenen Jahren weniger. Als Sieger der Metropolitan Division starteten der klare Sieganwärter aus der Hauptstadt mit zwei Heimniederlagen in die Stanley Cup Playoffs 2018. Die per Wildcard qualifizierten Columbus Blue Jackets gingen als großer Außenseiter in die Serie und klauten so den Caps den Vorteil. Fast mit dem Rücken zur Wand stehend drehte Washington die Serie mit vier gewonnenen Begegnungen in Folge und zog in die zweite Runde ein.

Erneut als vermeintlich besseres Team traf die Franchise um Superstar Alex Ovechkin auf den Playoff-Angstgegner aus Pittsburgh. Nur ein Erfolg in zehn Serien gegen die Pens konnte bisher verbucht werden. Die Differenz von fünf Punkten in der regulären Saison zu Gunsten der Caps bescherte jedoch die so ungeliebte Favoritenrolle, an der schon frühere Ausgaben der Capitals in vergangenen Jahren scheiterten.

Video: WSH@PIT, Sp3: Ovechkin bringt die Caps in Führung

Die Playoffs 2017 boten den Hauptstädtern eine ähnliche Gelegenheit. Als Divisionssieger warteten in Runde zwei die, wie auch dieses Jahr, zweitplatzierten Stahlstädter. Der Favorit aus Washington startete mit zwei Pleiten und verlor seine Rolle als vermeintlicher Conference-Finalist. Kaum in der Rolle des Außenseiters angekommen fanden die Capitals nach der 2:6-Niederlage in Spiel 2 zu ihrer Form und schafften noch den 3:3-Ausgleich nach Partien. Der 5:2-Erfolg im sechsten Aufeinandertreffen machte die Caps zum Favoriten für Spiel 7, das mit 2:0 verloren ging. Auch in den Jahren 2016 und 2013 war Washington in der besseren Position, konnte aber nicht profitieren. 2016 scheiterten die Caps, wie auch 2017 an Pittsburgh. 2016 waren die New York Rangers der nicht überwindbare Underdog-Prüfstein in der ersten Runde.

 

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Die diesjährige Ausgabe der Capitals scheint trotz des Erfolgs gegen die Blue Jackets besonders empfindlich zu sein. Die mehrfach abgegebenen Zwei-Tore-Führungen in den Niederlagen gegen Columbus und Pittsburgh deuten auf ein recht fragiles Gebilde hin, mit dem sorgsam umgegangen werden muss.

Dennoch scheinen die Capitals sich auf die vor ihnen liegenden Aufgaben zu fokussieren. Die vom späten Siegtreffer Ovechkins gekrönte Aufholjagd in Spiel 3 und die Chance die Playoff-Nemesis zu schlagen motiviert Washington zusätzlich. Der Blick richtet sich auf die direkt vor dem Team liegende Aufgabe, das bestätigte auch Capitals Coach Barry Trotz nach Spiel 3: "Was auch immer wir für die nächste Begegnung tuen müssen, wir werden versuchen uns darauf zu fokussieren das Aufeinandertreffen zu gewinnen."

"Es war heute viel Arbeit da draußen und ein wichtiger Sieg. Es war ein physisches Spiel und wir haben gekämpft und Charakter gezeigt um im letzten Abschnitt zurückzukommen. Die Jungs haben hart gespielt. Wir haben diesen Erfolg verdient." fasste Capitals Verteidiger Matt Niskanen das Aufeinandertreffen zusammen.

 

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Der harte Kampf und der unbedingte Siegeswille sind die Eigenschaften, die sich die Caps für die nächsten Partien bewahren müssen. Als Favorit verfiel Washington zu häufig in den Trott des Ligaalltags, in dem eine Niederlage nicht so weh tut wie in den Begegnungen Richtung Meisterschaft.

Neben dem Kampfgeist benötigen die Caps einen hervorragend aufgelegten Goalie. Während bei den Niederlagen sowohl Phillip Grubauer (Fangquote 83,7%) als auch Braden Holtby, mit drei Gegentoren bei acht Schüssen im letzten Drittel von Spiel 1, nicht glänzen konnten, zeigte sich Holtby bei den Erfolgen in Topform. Eine Fangquote von 92,5% zeigt die Bedeutung des Schlussmanns für die kommenden Partien und den Kampf um den Stanley Cup.

Um die, laut Trotz, lange Zeit der Penguins in der Angriffszone und die starke Offensive Pittsburghs unter Kontrolle zu bringen liegt der Fokus noch stärker auf dem Torhüter der Caps.

 

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Es scheint jedoch so, als ob die Capitals aus den Pleiten der vergangenen Jahre lernen konnten. Weder 2016 noch 2017 führten die Caps mit 2:1 nach Spielen gegen die Stahlstädter. Die unbekannte Situation für Pittsburgh und das gestiegene Selbstvertrauen der Hauptstädter könnte zu einer "Warum-nicht-wir-Mentalität" bei dem Sieger er Metropolitan Division führen und den Traum vom Conference Finale wahr werden lassen.

Der von Trotz angesprochene Lerneffekt kommt hier gelegen: "Das Wichtigste, dass wir gelernt haben ist uns auf den Moment zu konzentrieren. Wir haben verstanden, dass wir ein Spiel gewonnen haben, keine Serie. Wir haben eine Partie in Pittsburgh gewonnen. Abgesehen davon hat das keine Bedeutung. Es ist vorbei. Unser Fokus muss auf der nächsten Begegnung liegen und das tut er. Jeder in der Kabine wird das gleiche sagen."

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