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Im Lager der Buffalo Sabres hatte man sich die Saison 2020/21 ursprünglich völlig anders vorgestellt. Nachdem sie in der Vorsaison die Teilnahme an der Stanley Cup Qualifikation wegen des vorzeitigen Abbruchs der regulären Saison nur knapp verpasst hatten, sollte der Weg am Ende dieser Spielzeit in die Stanley Cup Playoffs 2021 führen. Um dies sicherzustellen wurden auf dem Free-Agent-Markt unter anderem namhafte Spieler wie Taylor Hall und Tobias Rieder verpflichtet.

Der Schweizer Trainer Ralph Krueger gab sich, ebenso wie der deutsche Neuzugang Rieder, in Gesprächen mit NHL.com/de seinerzeit sehr zuversichtlich, dass das Potenzial der Mannschaft groß genug sei, den entscheidenden Schritt nach vorne zu gehen.

BUF@NJD: Dahlin bezwingt Wedgewood aus dem Handgelenk

"Die Ergebnisse sind in den ersten Spielen natürlich nicht so ausgefallen, wie wir uns dies hier alle im Vorfeld erhofft hatten. Vom Spielerischen her, haben wir aber bisher durchaus überzeugt, wie ich finde. Und mit etwas Glück gewinnen wir vielleicht das eine oder andere Spiel mehr. Selbst wenn die Statistik nicht so gut aussieht, glaube ich doch fest, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wenn wir weiterhin so auftreten, dann werden wir zukünftig mehr Spiele gewinnen. Dessen bin ich mir ganz sicher", sagte Rieder, der nach 31 Saisoneinsätzen mit sechs Scorerpunkten dasteht (fünf Tore, eine Vorlage), im exklusiven Gespräch mit uns Ende Januar.
Es kam anders, wie wir jetzt wissen. Der Auftakt in die neue Spielzeit misslang in Buffalo gänzlich. Höhepunkt war eine am Ende 18 Begegnungen umfassende Niederlagenserie (0-15-3), in deren Verlauf auch Coach Krueger seinen Hut nehmen musste.
Die vergangenen Tage verliefen endlich wieder erfreulicher. In den vergangenen fünf Spielen konnten die Sabres jeweils punkten (3-0-2).
Am Dienstag gelang beim 5:3-Sieg gegen die New Jersey Devils im Prudential Center von Newark der erste Auswärtssieg nach zuvor zehn Niederlagen in der Fremde hintereinander. Wird es mit einer Teilnahme an der K.o.-Phase abermals nichts werden, es mehren sich zuletzt die positiven Signale.

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Casey Mittelsadt und Rasmus Dahlin waren mit jeweils einem Treffer und einer Torvorlage die spielentscheidenden Protagonisten gegen die Devils. Mittelstadt sorgte für den Siegtreffer zum 4:3 in der 51. Minute, als er eine Überzahlsituation nutzen konnte. Dahlin war es, der den Puck mit viel Einsatz gerade so im Angriffsdrittel halten konnte, bevor er ihn zu seinem einnetzenden Teamkameraden weiterleite.
"Wir gewinnen dieses Spiel nicht, wenn Dahlin nicht das Niveau erreicht hätte, welches er erreichen kann", wusste Sabres-Trainer Don Granato zu berichten. "Er hat ein paar wichtige Aktionen gehabt, die das Spiel zu unseren Gunsten entschieden haben. Diese Qualitäten sind genau der Grund, warum wir ihn brauchen."
Seit dem Ende der historischen Negativserie, die mit einem 6:1-Erfolg gegen die Philadelphia Flyers am 31. März zu Ende ging, ließen die Sabres zwei weitere Siege gegen die New York Rangers (3:2 nach Penaltyschießen am 3.4.) und zuletzt gegen New Jersey folgen, bauten ihre Bilanz dadurch auf 9-23-6 nach absolvierten 38 Saisonspielen aus.
Kein Wunder, dass sich frisches Selbstvertrauen breitmacht, das die Spieler in den Interviews inzwischen auch ganz deutlich durchschimmern lassen.

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"Offensichtlich ist es in der Tabelle ziemlich gut zu erkennen, dass wir eine lange, harte Zeit hatten. Aber es ist gut, endlich für unsere harte Arbeit belohnt zu werden", freute sich Mittelstadt. "Ich denke, wir arbeiten konzentriert und es ist gut, dafür endlich belohnt zu werden. Es ist schön, wenn die Jungs häufiger ein Grinsen im Gesicht haben und wieder mehr Spaß am Eishockey verspüren. Wir müssen uns an dieses positive Gefühl erinnern und jetzt entsprechend auf diesem Weg weitermachen."
"Siege verleihen dir immer ein tolles Gefühl", bestätigte auch Teamkollege Dahlin. "Man sieht die Jungs auf der Bank endlich einmal wieder lächeln, wenn wir spielen. Die Leute machen zwar Fehler, aber wir müssen einfach auf diesem Weg weitermachen. Jeder hat neues Selbstvertrauen bekommen und jeder will jetzt den Puck bekommen und spielen."
Auch der Trainerwechsel sei ein Faktor, den er aber nicht überbewerten wolle, sagte Dahlin am Mittwoch nach dem Training. "Unter dem neuen Trainer haben wir natürlich ein paar Dinge verändert, aber den größten Unterschied machen wohl schlicht die Siege, die wir errungen haben. Das hat einen großen Einfluss auf das Selbstvertrauen. Alle glauben jetzt plötzlich wieder wesentlich mehr an sich."
Der 23-jährige, schwedische Center Rasmus Asplund präsentierte sich ebenfalls gut gelaunt. Ihm war gegen die Devils sein 4. Saisontreffer gelungen. "Das ist eben eine harte Liga", bestätigte er. "Da musst du jeden Tag an dein Limit gehen und mental voll auf der Höhe sein. Wenn wir so spielen wie zuletzt, dann macht das viel Spaß. Ich genieße das aktuell so gut ich kann. Für diese Spiele habe ich mein Leben lang trainiert. Jetzt zahlt sich das aus."
Weniger gut dürfte die Laune, trotz der jüngsten, positiven Erlebnisse der Mannschaft bei dem vielbeachteten Neuzugang Hall (zwei Treffer, 17 Assists in 37 Einsätzen) sein. Er war am Dienstag erstmalig in dieser Saison ein Healthy Scratch. Nicht wenige gehen von seinem Abgang noch vor der NHL Trade Deadline am 12. April aus. Nicht viel anders erging es gegen New Jersey Mitspieler Kyle Palmieri (acht Tore, neun Vorlage aus 34 Saisonspielen). Er wurde von Coach Granato zum zweiten Mal aus dem Kader gestrichen.
Die Chance ihr neue erworbenes Selbstvertrauen weiter zu stärken, gibt es für die Sabres bereits am Donnerstag, wenn das nächste Duell mit den Devils ansteht. Diesmal messen sich beide Kontrahenten im KeyBank Center in Buffalo (7 p.m. ET; NHL.tv; Fr. 1 Uhr MESZ).