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Zwei Duelle mit Vegas prägen sich Bergmann ins Gedächtnis

"Breaking the Ice": Der Sauerländer erlebt Höhen und Tiefen in den ersten Wochen bei den Sharks

von Axel Jeroma @nhlde / NHL.com/de Freier Autor

Während der regulären Saison 2019/20 bringt NHL.com/de jeden Donnerstag eine Story aus der Rubrik "Breaking the Ice". Darin stellen wir jeweils einen Spieler vor und holen von ihm in fünf abschließenden Fragen seine Meinung zu verschiedenen Themen rund ums Eishockey und auch darüber hinaus ein.

In dieser Folge: Lean Bergmann (San Jose Sharks)

Einen derart rasanten Aufstieg wie Lean Bergmann hatte in der jüngeren Vergangenheit kein anderer deutscher Eishockey-Spieler zu verzeichnen. Nach seiner starken Premierensaison in der DEL bei den Iserlohn Roosters und überzeugenden Auftritten für die deutsche Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2019 wollte der Sauerländer seine Karriere eigentlich bei den Adler Mannheim fortsetzen. Doch dann folgte der Ruf von den San Jose Sharks aus der NHL. Die Verantwortlichen des amtierenden DEL-Champions legten dem Angreifer keine Steine in den Weg und ließen ihn zwar schweren Herzens, aber guten Gewissens nach Kalifornien weiterziehen.

Im Trainingscamp der Sharks zur Vorbereitung auf die Saison 2019/20 machte Bergmann nachhaltig auf sich aufmerksam und sicherte sich einen Platz im NHL-Kader. Der Auftakt für ihn verlief durchaus verheißungsvoll. Bei den ersten sechs Begegnungen in der neuen Spielzeit stand er jedes Mal auf dem Eis. In seinem vierten Spiel gelang ihm sein erster Scorerpunkt. Der 21-Jährige lieferte bei der 2:5-Niederlage gegen die Nashville Predators die Vorlage zu San Joses zweitem Treffer durch Brent Burns.

Weil die Mannschaft zu Saisonbeginn weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben war, nahm der Trainerstab Mitte Oktober personelle Veränderungen vor, die auch Bergmann betrafen. Er wurde ins AHL-Farmteam geschickt. Bei den San Jose Barracuda drängte sich der junge Stürmer umgehend für eine Beförderung zurück in die NHL auf. In sechs Begegnungen sammelte er acht Punkte (drei Tore, fünf Vorlagen). Lediglich bei einer Partie ging er leer aus. Aufgrund dieser eindrücklichen Bilanz zogen ihn die Sharks nach nur drei Wochen in der AHL wieder hoch.

Trotz des schwachen Saisonstarts glaubt Bergmann, dass sich die Sharks noch für die Stanley Cup Playoffs qualifizieren können. "Man hat zuletzt ja mehrfach gesehen, dass Teams, die am Anfang schlecht gewesen sind, am Ende trotzdem gut abgeschnitten haben. Ich denke da speziell an St. Louis letztes Jahr oder an Pittsburgh vor drei Jahren, die sogar den Stanley Cup geholt haben, nachdem sie zwischendurch weit zurücklagen. Die Saison ist lange, da kann viel passieren", sagte er im Gespräch mit NHL.com/de. Die aktuelle Sharks-Mannschaft besitzt seiner Ansicht nach über das Potenzial, um den angepeilten Playoff-Spot zu erreichen. "Das hängt aber auch ein wenig davon ab, wie wir jungen Spieler uns entwickeln", merkte Bergmann an. Er selbst werde alles geben und versuchen, den Gegnern das Leben so schwer wie möglich zu machen.

Fünf Fragen an Lean Bergmann:

Wenn du in den Rückspiegel schaust: Was waren für dich die Höhepunkte in den vergangenen Wochen?
Mein erstes NHL-Spiel in Las Vegas gehört auf jeden Fall dazu. Das war etwas ganz Besonderes. Das nächste Highlight kam gleich danach mit dem Home-Opener in San Jose, wiederum gegen die Golden Knights. Das sind sicherlich die beiden wichtigsten Ereignisse für mich in jüngster Zeit gewesen.

Gab es einen bestimmten Moment in der Preseason, in dem du gemerkt hast, dass es für den NHL-Kader reichen könnte?
Richtig klar war mir das eigentlich erst, als der Kader offiziell bekanntgegeben wurde. Allerdings hatte ich schon beim Development Camp und später bei den ersten Einheiten im Trainingscamp ein gutes Gefühl. Da wusste ich, wo ich im Vergleich zu den anderen jungen Spielern stehe und war zuversichtlich, dass ich es schaffen kann.

 

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Wie schwer fällt dir die Umstellung auf den Rhythmus in der NHL mit mehreren Spielen in einer Woche und langen Auswärtsreisen?
Man ist hier sehr viel mit dem Flieger unterwegs und hat vor allem auf den Roadtrips ein durchgetaktetes Programm. Nach einem Spiel geht es gleich weiter zur nächsten Station. Dort trainierst du am Vormittag oder schaust dir Videos an. Abends oder spätestens am drauffolgenden Tag spielst du wieder. Dazwischen verbringst du viel Zeit im Hotel. Das ist schon eine Umstellung für mich. Ich bin im Moment dabei, gewisse Routinen zu entwickeln. Ich mache zum Beispiel verstärkt Krafttraining. Selbst dann, wenn ich schwere Beine habe oder müde bin. Ich merke, dass mir das guttut.

Sauerländer gelten in der Regel als bodenständig. Du hast aber bereits als Jugendlicher einige Zeit in Schweden und den USA verbracht. Helfen dir diese Erfahrungen jetzt beim Einleben in San Jose?
Ich glaube schon. Man lernt eine Menge, wenn man in verschiedenen Städten und Ländern lebt. Allerdings muss ich sagen, dass mir dieses Hin und Her in den vergangenen Jahren gar nicht so gefallen hat. Ich bin lieber längere Zeit an einem Ort.

Hast du schon Freundschaften im Team geschlossen oder zumindest Leute gefunden, mit denen du mal was zusammen unternimmst?
Ja klar. Alle in der Mannschaft sind wirklich sehr nett. Engeren Kontakt habe ich vor allem mit Timo Meier, natürlich auch weil wir Deutsch miteinander reden können. Außerdem sitzen wir in der Kabine nebeneinander. Mehr Zeit als mit anderen Spielern verbringe ich noch mit den beiden Karlssons (Erik und Melker - d. Red.). Mit ihnen kann ich mich durch meine Vergangenheit in Schweden perfekt auf Schwedisch verständigen.

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