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Wenn die Vegas Golden Knights auch vor Spiel 6 des Stanley Cup Finales 2026 am Sonntag (8 p.m. ET; Mo. 2 Uhr MESZ) noch vom Titelgewinn träumen dürfen, dann hat das auch einen Namen: Brayden McNabb. Während andere mit Toren und Scorerpunkten die Schlagzeilen bestimmen, verkörpert der 35-jährige Verteidiger all jene Tugenden, die in den Stanley Cup Playoffs seit jeher bewundert werden – Härte, Opferbereitschaft und den unbedingten Willen, für die Mannschaft alles zu geben.

Dabei schien seine Finalserie nach Spiel 2 bei den Carolina Hurricanes beinahe beendet zu sein. Ein Schlagschuss von Nikolaj Ehlers traf McNabb mit rund 140 km/h direkt im Gesicht. Der Verteidiger musste ins Krankenhaus gebracht werden, tiefe Wunden wurden mit zahlreichen Stichen versorgt. Dass er nur 48 Stunden später in Spiel 3 wieder auf dem Eis stehen würde, erschien zunächst kaum vorstellbar.

Doch McNabb überraschte alle. Mit Vollgesichtsschutz kehrte er in die Aufstellung zurück und spielte nicht nur mit – er dominierte. Fast 36 Minuten Eiszeit, zwei Assists und die direkte Vorlage zum Siegtreffer machten ihn zu einem der entscheidenden Faktoren beim dramatischen Erfolg der Golden Knights.

Seitdem hat sich McNabb zu einem der Helden dieser Finalserie entwickelt. Nacht für Nacht übernimmt er die unangenehmen Aufgaben: Er blockt Schüsse, räumt vor dem eigenen Tor auf, verteidigt gegen die gefährlichsten Angreifer der Carolina Hurricanes und gehört zu den meistbeschäftigten Defensivspielern der gesamten Playoffs.

Vor dem heutigen Alles-oder-Nichts-Spiel zeigte sich der Routinier voller Vorfreude. „Wir sind begeistert. Was für eine Chance das ist: Zu Hause ein Spiel zu gewinnen und ein siebtes Spiel zu erzwingen“, sagte McNabb.

Dass er dabei weiterhin mit einem Schutzgitter spielt, nimmt er gelassen hin. „Wir stehen in Spiel 6 des Stanley Cup Finales. Da spielt so etwas keine Rolle mehr“, erklärte der Verteidiger. Zwar sei die Umstellung spürbar gewesen, vor allem wegen der eingeschränkten Sicht, doch mittlerweile habe er sich daran gewöhnt. „Es ist anders, aber keine riesige Veränderung. Ich trage den Käfig jetzt seit drei Spielen und habe mich einigermaßen daran gewöhnt.“

Noch schwieriger sei zeitweise das Atmen gewesen. „In Spiel 4 war es am härtesten. Die Schwellungen hatten sich gesetzt und das Atmen fiel schwerer. Aber jeden Tag wird es ein bisschen besser“, berichtete McNabb. Dass er sich für ein Gitter statt eines Visiers entschied, hatte praktische Gründe: „Ich atme viel durch den Mund. Da hatte ich Sorge, dass ein Visier beschlagen könnte.“

Besonders beeindruckt zeigt sich Trainer John Tortorella. Für den erfahrenen Coach verkörpert McNabb genau jene Mentalität, die erfolgreiche Mannschaften auszeichnet. „Er ist eine Inspiration“, sagte Tortorella. „Er hat hervorragend gespielt. Er ist für uns alle ein Vorbild.“

Tatsächlich ist McNabb inzwischen weit mehr als nur ein Leistungsträger auf dem Eis. Seine Geschichte steht exemplarisch für die Mentalität der Golden Knights. Playoff-Erfahrung lässt sich nicht messen, doch bei McNabb wird sie sichtbar. Trotz Schmerzen, trotz Verletzung und trotz aller Widrigkeiten stellt er sich in den Dienst der Mannschaft.

Genau deshalb ist Brayden McNabb in diesem Stanley Cup Finale zu einer der prägendsten Figuren geworden – und zum Sinnbild des Vegas-Kampfgeists. Sollte Vegas die Serie noch drehen, wird sein Name dabei eine zentrale Rolle spielen. Denn manche Spieler führen mit Toren. McNabb führt mit seinem Beispiel.

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