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Bruins echte Konkurrenz für die Lightning

Die Boston Bruins kommen rechtzeitig vor den Stanley Cup Playoffs in Topform

von Christian Treptow @nhlde / NHL.com/de Autor

Und der Stanley Cup-Sieger 2019 heißt Tampa Bay Lightning. Oder doch nicht? Eigentlich kann es bei all den Vorgaben doch nur das Team aus Florida sein. Oder doch nicht? Die härteste Konkurrenz für die Mannschaft, die die Presidents' Trophy mit deutlichem Vorsprung gewinnt, könnte nach aktuellem Stand aus der eigenen Conference kommen. Sogar aus der eigenen Division. Die Boston Bruins schicken sich an, mit ihrer Mischung aus erfahrenen Kämpen und hungrigen Youngstern einen ernsthaften Anlauf in Richtung Stanley Cup zu unternehmen.

Natürlich sind die Überflieger aus Tampa Bay in fast alle Statistiken vorne zu finden. Doch nicht weit dahinter kommen dann oft schon die Bruins. Die Abwehr ist sogar besser als die der Lightning. Die Bruins stellen hinter den New York Islanders und den Dalls Stars die drittbeste Defensive der Liga. Damit können sie kompensieren, dass sie vorne nicht so oft treffen wie andere Mannschaften.

Video: BOS@FLA: Pastrnak bezwingt Montembeault bei Konter

In der Abwehr haben die Bruins den Generationenwechsel vollzogen. Natürlich gehört der Slowake Zdeno Chara noch dazu. 42 Jahre ist er inzwischen alt, spielt in seiner 21. Saison. Und die Verantwortlichen sind überzeugt, dass er auch in der kommenden Spielzeit ein wichtiger Baustein zum Erfolg sein kann. Der 2,05 Meter große Hüne bekam jüngst noch einmal einen neuen Vertrag für die Saison 2019/20, soll auch in dieser seine Erfahrung an die nachrückende Verteidigergeneration, wie zum Beispiel Brandon Carlo, weitergeben. 

Die meiste Eiszeit hat Chara nicht mehr. Zwar steht er pro Abend immer noch im Schnitt gut 21 Minuten auf dem Eis, doch Charlie McAvoy (21) und Torey Krug (27) haben sich vor ihn geschoben. Und auch in Sachen Produktion in der Offensive haben McAvoy und Krug Chara mittlerweile überholt. Vor allem Krug spielt mit derzeit 48 Punkten eine gute Saison. Alleine 29 davon sammelte er in Überzahl. Dass Chara immer noch weiß, wo das Tor steht, bewies er jüngst gegen die Florida Panthers. Sein Treffer zum zwischenzeitlichen 3:1 beim 7:3-Erfolg war sein 200. NHL-Treffer. Damit ist Chara der 22. Verteidiger in der NHL-Historie, der diese Marke geknackt hat. "Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich mich nicht wahnsinnig darüber freue", meinte Chara, der das Tor seinem Vater widmete, der ihn immer unterstützt habe.

 

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Aber auch unabhängig von seinem Tor, maß der Verteidiger dem Sieg eine große Bedeutung bei. Denn dadurch sicherten sich die Bruins die Playoff-Teilnahme. "Es ist ein großer Sieg für uns. Es ist nicht leicht, sich in der neuen NHL für die Playoffs zu qualifizieren. Jedes Jahr kämpfen die Teams hart um jeden Punkt, damit sie in die Playoffs kommen", sagte der Slowake. Wenn man nicht die gesamte Saison über konstant spiele, hole einen das irgendwann ein. "Es ist schön, dass wir jetzt in dieser Situation sind, aber gleichzeitig wollen wir weiter gut und hart spielen", machte er auch eine Ansage in Richtung Konkurrenz.

Der Slowake ist einer von fünf Spielern im Team, die bereits wissen, wie es sich anfühlt, den Cup mit den Bruins zu gewinnen. Auch Torwart Tuukka Rask sowie die Angreifer Patrice Bergeron, David Krejci und Brad Marchand waren bereits Teil des Teams, das im Stanley Cup-Finale 2011 die Vancouver Canucks in sieben Spielen bezwang.

Rask war damals noch Backup von Tim Thomas. Mittlerweile ist er die Nummer eins im Kasten der Bruins. In Sachen Gegentorschnitt (2,35) und Shutouts (4) gehört er zu den Besten in der Liga. Gemeinsam mit Jaroslav Halak bildet er eins der besten Torwart-Duos in der NHL. Denn auch der Slowake Halak, vor der Saison von den New York Islanders nach Boston gekommen, hat in dieser Runde schon mit sehr guten Leistungen auf sich aufmerksam gemacht. 

Video: BOS@WSH: Rask verhindert ein Tor bei Ovechkins Konter

Was für die Tampa Bay Lightning im Sturm Nikita Kucherov und Brayden Point sind, ist für die Boston Bruins gleich eine ganze Reihe. Die erste Sturmformation mit den Routiniers Patrice Bergeron in der Mitte und Brad Marchand auf Linksaußen sowie David Pastrnak auf dem rechten Flügel sind einer der besten Sturmreihen der Liga, wenn nicht sogar die beste Angriffsformation. Mit Erleichterung dürfte Headcoach Bruce Cassidy vor allem registriert haben, dass der Tscheche Pastrnak nach seiner Verletzungspause nahtlos an die Form von vor der unfreiwilligen Auszeit anknüpfte und fleißig Scorerpunkte sammelt. Und Patrice Bergeron hat in den letzten vier Spielen immer gepunktet (fünf Tore, drei Vorlagen).

Mit dem 7:3-Erfolg bei den Florida Panthers haben sich die Bruins als zweites Team in der Eastern Conference - nach den Tampa Bay Lightning - die Teilnahme an den Playoffs gesichert. Und sie haben als zweites Team im Osten die 100-Punkte Marke geknackt. Es war außerdem der vierte Sieg in Folge, was zeigt, dass die Bruins rechtzeitig zur heißen Phase der Saison in Topform sind und man sie auf der Rechnung haben muss, wenn es um die Titelvergabe geht. 

Verlassen können sich die Bruins auf jeden Fall auf ihre Heimstärke (28-7-3). Ob es für den ganz großen Wurf reicht? Dazu müssten sie irgendwann in den Playoffs auch auswärts Spiele gewinnen. Wie das gehen könnte, können die Bruins schon in der nächsten Partie üben. Am Montag (Ortszeit) muss Boston bei Tampa Bay antreten.

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