Trotz eines Schlingerkurses auf den letzten Metern haben die Boston Bruins die Ziellinie überquert und sich für die Stanley Cup Playoffs qualifiziert. Wegen ihrer wackeligen Fahrt in den vergangenen Tagen mit fünf Niederlagen und nur zwei Punkten (0-3-2) benötigten sie zwar Stützräder, sprich Patzer der Konkurrenz, um den Einzug in die Postseason klarzumachen. Doch wenn es losgeht, fragt kein Mensch mehr danach. Zumal die Playoff-Teilnahme ein großer Erfolg der Bruins und ihres deutschen Trainers Marco Sturm ist. Er hat gleich in seiner ersten NHL-Saison als Chefcoach aus dem Vorletzten der Eastern Conference 2024/25 ein aufstrebendes Team geformt, das für viele überraschend in der K.o.-Phase steht und dort einen möglichst langen Run hinlegen will.
Devils lösen Playoff-Ticket für die Bruins
Nach dem 1:2 der Bruins am Samstagnachmittag im TD Garden zu Hause gegen die Tampa Bay Lightning war die Enttäuschung bei der Mannschaft, dem Trainerstab und den Fans unverkennbar. Mit einem Sieg hätte Boston das Playoff-Ticket sicher gelöst. Aber nach der Niederlage fiel der Blick im weiteren Tagesverlauf auf die Bildschirme und die Partie zwischen den Detroit Red Wings und den New Jersey Devils. Nach dem 5:3-Auswärtstriumph der Vertretung aus Newark löste sich die Anspannung. Denn dadurch war die Teilnahme an der Postseason auch rechnerisch unter Dach und Fach. Bei zwei noch ausstehenden Spielen und fünf Punkten Rückstand können die Red Wings die Bruins nicht mehr von den Wildcard-Plätzen im Osten verdrängen.
Das Tief kam für die Bruins zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Nun müssen sie den Blick wieder nach vorne richten, um möglichst schnell in die Erfolgsspur zurückzufinden. Torhüter Jeremy Swayman benannte nach der Partie gegen Tampa einen Aspekt, der in dieser Hinsicht unabdingbar ist. „Wir müssen die vollen 60 Minuten konzentriert spielen. Im Moment unterlaufen uns zwischendurch einfach zu viele Fehler“, sagte er.
Die Lightning sieht Swayman als Vorbild. „Sie haben eine erfahrene Mannschaft, die mit viel Geduld auf ihre Möglichkeiten wartet und sie ausnutzt. Daran sollten wir uns orientieren“, so der Schlussmann. Doch im Großen und Ganzen habe man ein ordentliches Spiel gegen den Kontrahenten aus Florida abgeliefert. Man könne viel Positives aus diesem Match mitnehmen.
Nur Penguins waren seit 2006 häufiger in den Playoffs
Die Bruins werden zum 16. Mal seit 2006 in den Playoffs vertreten sein. Das ist zusammen mit den Washington Capitals der zweitbeste Wert nach den Pittsburgh Penguins, die es 17-mal geschafft haben. Recht ansehnlich ist zudem Bostons Ausbeute, was die gewonnenen Postseason-Serien für diesen Zeitraum anbelangt. 17-mal kickten sie einen Gegner aus dem Wettbewerb. Lediglich die Penguins und die Lightning (jeweils 20) erwiesen sich als erfolgreichere Serientäter.
Ein offensichtliches Manko der Bruins in jüngster Vergangenheit sprach David Pastrnak an. Sie schenken nach seinen Worten zu viele Führungen her. „Über weite Strecken der Saison ist es uns gut gelungen, den Sack in einer Partie nach einem Vorsprung zuzubinden. An diesen Punkt müssen wir wieder hinkommen“, erklärte der Angreifer. Ihm fehlt noch ein Zähler, um zum vierten Mal in seiner NHL-Laufbahn die Marke von 100 Saisonpunkten zu erreichen. An der Spitze der Klubgeschichte in dieser Kategorie befinden sich Phil Esposito und Bobby Orr, die in sechs Spielzeiten eine dreistellige Punktzahl vorzuweisen hatten.
Pastrnak ist der Erfolgsgarant der Bruins
Mit seinen 99 Punkten (29 Tore, 70 Assists) aus 75 Einsätzen nimmt Pastrnak mit weitem Abstand den Platz an der Sonne in der teaminternen Scorerwertung für die laufende Saison ein. Auch in den Playoffs ruhen die Hoffnungen der Bruins und ihres Anhangs auf den Offensivqualitäten des 29 Jahre alten Rechtsaußen.





















