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Dass auch die längste Pleitenserie einmal ein Ende hat, das erlebten am Freitag die Arizona Coyotes und ihr Schweizer Verteidiger J.J. Moser. Gegen die Ottawa Senators gewannen die Coyotes im Canadian Tire Centre mit 5:3 und verließen damit erstmals nach zuvor 14 Niederlagen hintereinander wieder als Sieger das Eis. Moser gelang dabei sein vierter Saisontreffer und er steuerte auch eine Torvorlage zum Erfolg seines Teams bei.

Erleichterung bei den Coyotes riesengroß

Mosers Mitspieler Matias Maccelli war mit drei Scorerpunkten (1 Tor, 2 Assists) der auffälligste Akteur auf dem Eis. „Mein Anzug sitzt plötzlich ganz locker. Ich glaube, ich habe in den letzten 30 Minuten deutlich an Gewicht verloren", scherzte Arizonas Trainer Andre Tourigny nach dem hart erkämpften Erfolg seiner Schützlinge.

„Ich spüre Erleichterung, muss ich sagen. Ich weiß nicht genau, wie ich es beschreiben soll, um ehrlich zu sein. Wir hatten das Gefühl, dass wir in vielen dieser engen Spiele mehr verdient gehabt hätten. Wir haben auch das Gefühl, dass wir nach der All-Star-Pause einen schwachen Start hatten, aber wir hatten nicht das Gefühl, dass wir so schlecht waren, wie es die Ergebnisse zuletzt haben erscheinen lassen“, sagte der Coach.

ARI@OTT: Moser erzielt einen Treffer

„Wir wissen, dass wir ein besseres Team sind, wir sind ein gutes Team, und wenn wir gut spielen, können wir jeden in der Liga schlagen", gab Tourigny zu Protokoll.

Neben Moser und Maccelli  erzielten Nick Schmaltz, Dylan Guenther und Michael Carcone die weiteren Tore für die Gäste. Torhüter Karel Vejmelka zeigte 34 Rettungstaten für die Coyotes (24-31-5), die in den vergangenen 14 Spielen lediglich zwei Punkte einfahren konnten (0-12-2).

„Jeder von uns wollte schon lange mal wieder gewinnen", gab sich auch Vejmelka erleichtert. „Es gibt heute sehr viele Emotionen bei uns. Ich bin froh und glücklich für die Mannschaft. Wir haben es endlich geschafft."

Stützle mit zwei Assists für Ottawa

Auf der anderen Seite reichten den Hausherren die drei Treffer durch Shane Pinto, Vladimir Tarasenko und Drake Batherson an diesem Abend nicht, um etwas Zählbares in Ottawa zu behalten. Die Saisonstatistik der Senators verschlechterte sich auf 25-30-3. Es war die dritte Pleite des Teams hintereinander. Diese konnte auch der Deutsche Tim Stützle nicht verhindern, der mit zwei Torvorlagen gegen die Coyotes zur Stelle war.

Goalie Anton Forsberg kam zum Einsatz und zeigte 26 Saves, nachdem Joonas Korpisalo wegen einer Erkrankung kurzfristig passen musste. Eine weitere schlechte Nachricht erreichte das Team während der Begegnung. Ottawas Stürmer Brady Tkachuk verließ das Spiel nach einem Zusammenprall im dritten Drittel. Er kehrte nicht auf das Eis zurück, und nach dem Spiel gab es zunächst noch keine weiteren Informationen über seinen Gesundheitszustand.

„Wir haben hart gearbeitet, aber wir müssen von Anfang an bereit sein", lautete das enttäuschte Fazit von Ottawas Interimstrainer Jacques Martin. „Wir hatten leider einige Spieler, die nicht bereit waren von Anfang an mit vollem Einsatz zu spielen“, beklagte er.

ARI@OTT: Pinto zieht ab und trifft

Coyotes mit Top-Start ins Spiel

Der Abend begann optimal für die Coyotes. Carcone brachte Arizona nach 7:31 Minuten des ersten Drittels mit 1:0 in Führung, als er einen Abpraller nach einem Schuss von Liam O'Brien verwertete. Moser zeichnete für das 2:0 (13.) verantwortlich, als er mit einem Direktschuss vom linken Bullykreis aus erfolgreich war. Schmaltz traf im Powerplay aus spitzem Winkel zum 3:0 (16).

„Wir müssen von Anfang an bereit sein", beklagte auch Forsberg aus Sicht der Senators. „Es gab schon ein paar Spiele, in denen wir einen schwierigen Start hatten. Wir müssen daran arbeiten, das erste Tor zu erzielen. Es ist immer einfacher, mit einer Führung im Rücken zu spielen und nicht ständig einem Rückstand hinterherzulaufen."

Erst nach dem deutlichen Rückstand wachte Ottawa auf, fand zunehmend besser in die Begegnung. Tarasenko verkürzte noch vor Drittelende, in der 19. Minute, auf 1:3, als er einen Querpass von Jakob Chychrun vom rechten Bullykreis aus mit einem Schlenzer verwertete.

ARI@OTT: Schmaltz zieht ab und trifft

Ottawa kommt im Mitteldrittel zurück

Im Mitteldrittel fanden die Senators endgültig zurück ins Spiel. Batherson verkürzte in der 34. Minute zunächst auf 2:3, als er einen Abpraller nach einem Schuss von Jacob Bernard-Docker verwertete. Es war sein viertes Tor in ebenso vielen Spielen. Pinto erzielte kurz darauf dann den Ausgleich (36). Er war mit einem Handgelenkschuss aus dem Slot im Powerplay erfolgreich. Bei beiden Toren der Senators im Mitteldrittel assistierte Stützle. Er steht jetzt bei 42 Torvorlagen in dieser Saison.

„Wir müssen einfach einen Weg finden, die Spiele besser zu beginnen“, beklagte Tarasenko nach der Schlusssirene. „In manchen Nächten kann man nach einem Rückstand zurückkommen und sich gut fühlen, aber in manchen Nächten wird das nicht funktionieren", mahnte er.

Kämpferische Coyotes für starken Endspurt belohnt

Und so kam es auch diesmal. Guenther brachte die Gäste in den finalen 20 Minuten wieder in Führung. Sein Powerplaytreffer in der 45. Minute bedeutete das 4:3. „Ich habe schon in echten Siegerteams gespielt, und man gewinnt auf Dauer nicht, wenn man nicht auch durch Widrigkeiten und Unebenheiten auf dem Weg dorthin geht", erklärte Guenther stolz. „Das passiert einfach nicht. Daran werden wir uns erinnern müssen, wenn wir auch weiterhin Erfolg haben wollen."

ARI@OTT: Guenther trifft in Überzahl

Maccelli traf 75 Sekunden vor der Schlusssirene noch ins leere Tor zum Endstand und hat inzwischen sieben Punkte (drei Tore, vier Assists) während einer fünf Spiele andauernden Erfolgsserie vorzuweisen. Moser bekam bei diesem Treffer einen Assistpunkt gutgeschrieben. Es war sein 20. In dieser Spielzeit.

„Das ist ein großer Erfolg für uns alle", freute sich Tourigny. „Für die Trainer, das Management, unsere Fans, die Medien, für alle. Man will in einem Umfeld sein, in dem man gewinnt, man will Erfolg haben. Ich denke, alle werden glücklich sein und wir werden morgen einen tollen freien Tag haben."

Arizonas nächste Herausforderung in Washington

Weiter geht es für die mit frischem Selbstvertrauen ausgestatteten Coyotes im Rahmen des NHL Sunday präsentiert von Fastenal am Sonntag (1 p.m. ET; Sky Sport, MYSPORTS EDGE, NHL.tv; 19 Uhr MEZ) mit einem Gastspiel bei Alex Ovechkin und seinen Washington Capitals.

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