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Vom 1. August an nimmt NHL.com/de in der Serie 32 in 32 täglich ein Team der Liga mit Blick auf die Saison 2026/27 unter die Lupe.

In dieser Ausgabe: Die Analyse der Toronto Maple Leafs

Nach der Enttäuschung in der vergangenen Saison mit dem Verpassen der Stanley Cup Playoffs und dem letzten Platz in der Atlantic Division haben die Toronto Maple Leafs in diesem Sommer keinen Stein auf dem anderen gelassen. Jim Hiller ersetzte als Trainer Craig Berube. John Chayka übernahm als General Manager bereits im März die Geschäfte von Brad Treliving. Die beiden hatten alle Hände voll zu tun und auch ein bisschen Glück.

Denn in der Draft Lottery bekam Toronto doch tatsächlich den ersten Pick im diesjährigen NHL Draft und sicherte sich die Dienste von Stürmer Gavin McKenna. Zusätzlich lotsten die neuen Verantwortlichen noch Torwart Sergei Bobrovsky nach Toronto. Dazu kommen etliche weitere Zugänge, die wieder dafür sorgen sollen, dass die Fans in Toronto wieder mehr Gründe zum Jubeln haben.

Die wichtigsten Veränderungen im Kader

Das Management der Toronto Maple Leafs hatte eine sehr arbeitsreiche Offseason. Zehn Neuzugänge stehen sieben Abgängen gegenüber. Prominentester Neuzugang ist Torwart Sergei Bobrovsky. Er hat bei den Maple Leafs einen Vertrag über drei Jahre unterzeichnet. In Toronto bildet er ein Duo mit Anthony Stolarz, der schon in der Saison 2023/24 bei den Florida Panthers der Backup des Russen war, als Florida den Stanley Cup gewann. Mit Darren Raddysh haben die Maple Leafs einen neuen Quarterback fürs Powerplay verpflichtet. Raddysh kam via Sign-and trade-Deal von den Tampa Bay Lightning.

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Ebenfalls von den Lightning kam Stürmer Nick Paul in die kanadische Provinz Ontario. Für ihn schickten die Maple Leafs Torwart Dennis Hildeby sowie zwei Draftpicks nach Florida. Große Hoffnungen im Sturm setzt man in Toronto auf Gavin McKenna, den die Franchise im NHL Draft 2026 an Position eins zog. Mit Jack Roslovic haben die Maple Leafs einen flexiblen Stürmer unter Vertrag genommen, der in der vergangenen Saison für die Edmonton Oilers in 69 Spielen 21 Tore erzielte und 15 vorbereitete. Verteidiger Emil Andrae kam im Paket mit Torwart Samuel Ersson und einem Draftpick für Torwart Joseph Woll und Verteidiger Simon Benoit aus Philadelphia. Ersson wurde allerdings gleich weiter zu den Ottawa Senators geschickt. Zusätzliche Tiefe in den Sturm haben die Maple Leafs mit den Verpflichtungen der beiden Center Teddy Blueger und Colton Sissons geholt. Eher fürs physische Element zuständig ist Stürmer Brandon Duhaime, der in den vergangenen fünf Spielzeiten jeweils mindestens 140 Hits in der Statistik stehen hatte. 

Verlassen hat die Maple Leafs neben den bereits genannten Spielern Verteidiger Brandon Carlo. Er wurde im Tausch für zwei Draftpicks nach St. Louis geschickt. Stürmer Nicholas Robertson hat einen Zweijahresvertrag bei den Pittsburgh Penguins unterschrieben. Ebenfalls für zwei Jahre hat sich Stürmer Matias Maccelli an einen neuen Arbeitgeber gebunden. Er ging zu den New York Islanders, nachdem er als Restricted Free Agent kein qualifiziertes Angebot von den Maple Leafs bekam. Noch ohne neues Team ist Center Calle Jarnkrok.  

Schlüsselspieler

Auston Matthews bleibt der Dreh- und Angelpunkt in der Offensive der Maple Leafs. Verletzungen haben ihn in den vergangenen beiden Spielzeiten eingebremst. In der Saison 25/26 bestritt er nur 60 Spiele. Ist er gesund, ist er ein Kandidat für 40 Tore und 100 Scorerpunkte pro Saison. Immerhin: Matthews kann in der bevorstehenden Saison auf etwas mehr Unterstützung hoffen, wenn es McKenna in den Kader schafft. Dann sind dem Rookie durchaus 60 Punkte in seiner Debütsaison zuzutrauen. Druck von den Offensivkräften kann Bobrowsky nehmen. Wenn er wieder zu seiner Galaform findet, reichen vielleicht auch mal zwei oder drei Tore, um zwei Punkte zu holen.

ANA@TOR: Matthews nutzt die Vorlage von Knies

Spieler aus dem DACH-Raum

Im Kader der Maple Leafs stehen keine Spieler aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz. 

Stärken

Letzter Platz in der Atlantic Division mit 78 Punkten – für die Toronto Maple Leafs ist in der vergangenen Saison nicht viel zusammengelaufen. Man muss schon genau in die Statistik schauen, um etwas zu finden, mit dem die Fans der Maple Leafs in der vergangenen zufrieden sein konnten. Das war mit einer Erfolgsquote von 81,2 Prozent das Unterzahlspiel. Das reichte immerhin für Platz acht im ligaweiten Vergleich. Noch besser war Toronto am Bullypunkt. 54,2 Prozent bedeuteten sogar Platz drei in der NHL vergangene Saison. Im Mittelfeld landete man im Powerplay (21,3 Prozent, Platz 15) sowie in der Offensive (252 Tore, Platz 16). 

Verbesserungspotenziale

78 Punkte bedeuten auch, dass es für den neuen Coach relativ einfach sein sollte, Verbesserungen zu erzielen. Am ehesten ansetzen muss Trainer Jim Hiller in der Defensive. 295 Gegentore kassierte Toronto in der vergangenen Saison. Lediglich die Vancouver Canucks (314) waren da schlechter. Mit Bobrovsky im Tor sowie einem runderneuerten Kader könnte das signifikant besser werden. 

Das muss auch die Leistung im Shootout. In der vergangenen Saison gelang es den Maple Leafs lediglich einmal, den Zusatzpunkt zu sichern. Und das bei hochveranlagten Stürmern wie Matthews, Matthew Knies und William Nylander. Jetzt kommt mit McKenna eine weitere Waffe dazu. Und im Tor kann auch in dieser Disziplin Bobrovsky zu einem entscheidenden Faktor werden.

TOR@VAN: Matthews und Nylander treffen bei Maple Leafs-Sieg nach Penaltyschießen

Vielversprechende Talente

Gavin McKenna ist weit mehr als ein vielversprechendes Talent. Er wird in der Vorbereitung alle Möglichkeiten bekommen, sich einen Platz im Kader der Maple Leafs zum Saisonbeginn zu erkämpfen. Dann wird er wohl in einer der ersten beiden Sturmreihen zum Einsatz kommen. In der vergangenen Saison brachte er es in 31 Spielen für Penn State auf 15 Tore und 36 Vorlagen. 

Mit Bobrovsky und Stolarz haben die Maple Leafs ein erfahrenes Duo im Tor, mit dem sie in die Saison starten. Das bedeutet, dass für Artur Akhtyamov kein Platz sein wird. Er wird für Toronto spielen, allerdings für die Marlies in der American Hockey League. Vorerst. Denn verletzt sich einer der beiden Gesetzten oder schlittert in ein Formtief, dann könnte er seine Chance bekommen. Akhtyamov hat in der vergangenen Saison mit den Marlies den Calder Cup gewonnen und wurde mit der Jack A. Butterfield Trophy als wertvollster Spieler der Playoffs ausgezeichnet. 

Auch Ben Danford würde gerne zum Saisonstart den Sprung in den Kader der Maple Leafs schaffen. Der Verteidiger wurde in der vergangenen Saison spät aus der OHL in die AHL hochgerufen und hatte in den Playoffs mit den Marlies in 16 Spielen ein Tor und zwei Vorlagen.

Gavin McKenna wurde als Nummer-1-Pick der Maple Leafs im Draft bekannt gegeben

Playoff-Chancen

Vom letzten Platz in der Division nach der vergangenen Saison kann es nur aufwärts gehen für die Toronto Maple Leafs. Und alles andere als die Playoffqualifikation ist in Toronto ohnehin eine Enttäuschung. Ob das klappt? Dafür müssen viele Faktoren zusammenkommen. Matthews muss von Anfang an der dominante Scorer sein, der er ist. Bobrovsky muss seine relativ schwache Spielzeit 25/26 vergessen machen und wieder halten wie zu besten Zeiten. McKenna ist gleich von Beginn an die erhoffte Verstärkung. Und die restlichen Neuzugänge fügen sich naht- und klaglos in ihre neuen Rollen ein. Dazu muss das System des neuen Trainers Jim Hiller funktionieren. Wenn all das eintritt, haben die Maple Leafs eine realistische Chance, den Sprung in die Playoffs zu schaffen.

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