Das Beste der Tampa Bay Lightning

Ab Mitte September beginnen in der NHL die Training Camps zur Vorbereitung auf die Saison 2022/23. Vom 1. August an nimmt NHL.com/de in der Serie 32 in 32 täglich ein Team der Liga genauer unter die Lupe. Die zweiteilige Bestandsaufnahme umfasst die wichtigsten personellen Veränderungen, die Schlüsselspieler, die Stärken und Schwächen sowie die Playoff-Chancen.
In dieser Ausgabe: Tampa Bay Lightning

General Manager Julien BriseBois hat deutlich gemacht, dass der Titelhunger der Tampa Bay Lightning längst noch nicht gestillt ist. Nachdem die Mannschaft 2020 und 2021 den Stanley Cup holte, musste sie sich in den zurückliegenden Playoffs erst in der Finalserie den Colorado Avalanche geschlagen geben. In der Saison 2022/23 will die Vertretung aus Florida erneut einen Angriff auf die Meisterschaft starten. "Wir haben auf absehbare Zeit ein wettbewerbsfähiges Team zusammen. Ich hoffe, die Sterne stehen günstig, so dass wir den Stanley Cup bald nach Tampa Bay zurückbringen können", richtete BriseBois in der Offseason der Konkurrenz aus.
Allerdings müssen die Lightning den Weggang von drei Spielern verkraften, die bei den beiden jüngsten Titelgewinnen des Klubs zum Stammpersonal zählten. Es handelt sich um Angreifer Ondrej Palat sowie die Verteidiger Ryan McDonagh und Jan Rutta. Mit Palat und Rutta hätten die Verantwortlichen dem Vernehmen nach gerne verlängert. Doch nach den langfristigen Verträgen für Michael Sergachev, Anthony Cirelli, Erik Cernak (jeweils acht Jahre) und Nicholas Paul (sieben Jahre) war dafür nicht mehr genügend finanzieller Spielraum vorhanden.
Als Ersatz für das abgewanderte Trio holten die Lightning die zwei erfahrenen Defensivspieler Ian Cole und Philippe Myers und Vladislav Namestnikov für die Abteilung Attacke. Ein weiterer Neuzugang für den Abwehrbereich ist Haydn Fleury.

SV 32 TBL Main

Schlüsselspieler
Den harten Kern der Mannschaft bilden weiterhin Torhüter Andrei Vasilevskiy, Verteidiger Victor Hedman sowie die Stürmer Nikita Kucherov, Steven Stamkos und Brayden Point. Nach dem Abgang von McDonagh dürfte Sergachev noch mehr Verantwortung an der blauen Linie übertragen bekommen. Eine Beförderung winkt zudem Flügelstürmer Paul. Dessen Verpflichtung von den Ottawa Senators zur NHL Trade Deadline im März hat sich als absoluter Glücksgriff erwiesen. Nach dem Verlust von Palat gehört er zu den heißen Anwärtern auf dessen Posten als Linksaußen in der ersten Angriffsformation mit Center Point und Rechtsaußen Kucherov.
Stärken
Die Lightning sind in allen Mannschaftsteilen exzellent aufgestellt. Mit Vasilevskiy verfügen sie über einen der besten Torleute der NHL. Er ist gerade in engen Spielen ein entscheidender Faktor. Gleiches gilt für Blueliner Hedman, der sowohl in der Defensive als auch im Spiel nach vorne seinen Mann steht. Hinzu kommt eine Offensive, die an guten Tagen in der Lage ist, jeden Gegner schwindlig zu spielen, zumal im Powerplay. Und mit Jon Cooper steht ein ausgebuffter Trainer an der Bande. Er hat es in den vergangenen Jahren immer wieder verstanden, ein Team mit Meisterformat zu bauen.

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Verbesserungspotenziale
Ein großes Thema, das sich allerdings nicht unmittelbar beeinflussen lässt, sind immer wieder die verletzungsbedingten Ausfälle von wichtigen Akteuren. In den vergangenen Playoffs erwischte es Point. In den Jahren davor mussten auch schon Kapitän Stamkos oder Top-Scorer Kucherov länger pausieren. Zu Beginn der kommenden Saison fehlen Angreifer Cirelli und Verteidiger Zach Bogosian. Beide wurden an der Schulter operiert.
Ein Ärgernis in der abgelaufenen Postseason war ferner das mäßige Secondary Scoring. Eine potentielle dritte Reihe mit Brandon Hagel, Ross Colton und Namestnikov könnte dem Problem Abhilfe schaffen.

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Spieler aus DACH
Derzeit gehören bei Tampa Bay keine Deutschen, Schweizer oder Österreicher zum Aufgebot.
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Vielversprechende Talente
Wegen des stark besetzten Kaders hatten es Nachwuchsleute in jüngster Vergangenheit äußerst schwer, sich im NHL-Team der Lightning zu zeigen oder gar zu etablieren. Ausnahmen bildeten Center Colton und Verteidiger Cal Foote.
Drei Stürmern aus der AHL-Filiale Syracuse werden zur neuen Spielzeit Chancen eingeräumt, zumindest ein wenig NHL-Luft zu schnuppern. Es sind der 24-jährige Cole Koepke (39 Punkte aus 69 Einsätzen in der Saison 2021/22), der 21-jährige Gage Goncalves (32 Punkte aus 70 Spielen) und der 22-jährige Gabriel Fortier (35 Punkte aus 72 Spielen).
Playoff-Chancen
Die Qualifikation für die Stanley Cup Playoffs darf aufgrund der Qualität der Belegschaft vorausgesetzt werden. Ob es zum vierten Mal in Folge für den Einzug in die Finalserie reicht, hängt davon ab, ob die Stars im Laufe der langen Saison von Verletzungen verschont bleiben und ob die Mannschaft in der Endrunde ihren Offensivdrang zügeln und auf erfolgreiches Defensivspiel umschalten kann.