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Ab Mitte September beginnen in der NHL die Trainingscamps zur Vorbereitung auf die Saison 2021/22. Vom 16. August an nimmt NHL.com/de in der Serie 32 in 32 jedes Team der Liga genauer unter die Lupe. Die Bestandsaufnahme umfasst die wichtigsten personellen Veränderungen, die Schlüsselspieler, die Stärken und Schwächen sowie die Playoff-Chancen der Klubs.
In dieser Ausgabe: Dallas Stars

Wer in der Vorsaison nur zwei Siege vom Gewinn des Stanley Cups entfernt war, der will in der anschließenden Spielzeit natürlich Versäumtes nachholen. Doch dazu kam es für die Dallas Stars nicht. In der Finalserie 2020 unterlagen sie den Tampa Bay Lightning 2:4 nach Siegen. Doch in der Saison 2020/2021 holten die Stars eben nicht das Versäumte - den Cup-Gewinn - nach. Im Gegenteil. Sie kamen nicht einmal in die Stanley Cup Playoffs.
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Also ging es für sie wieder einen Schritt zurück. Jetzt soll es erst mal zurück in die K.o.-Runde gehen. Dafür haben die Texaner punktuell nachgebessert. Wert haben sie dabei vor allem auf Erfahrung gelegt. Ryan Suter (36) und Jani Hakanpaa (29) wurden für die Verteidigung geholt. Keeper Braden Holtby (32) will in Texas seine schwache Saison bei den Vancouver Canucks vergessen machen. Der Österreicher Michael Raffl (32) und Luke Glendening (32) können eine für Impulse in den hinteren Sturmreihen sorgen.
Verlassen hat die Texaner Verteidiger Jamie Oleksiak. Er wurde von den Seattle Kraken im Expansion Draft gezogen. Verteidiger Sami Vatanen hat noch keinen neuen Vertrag. Ebenfalls nicht mehr zum Kader von Coach Rick Bowness werden die Stürmer Andrew Cogliano und Jason Dickinson gehören. Cogliano schloss sich den San Jose Sharks an. Jason Dickinson wurde zu den Canucks getradet.
Die Schlüsselspieler
Nachdem Suter von den Minnesota Wild aus seinem Vertrag herausgekauft worden war, ließen sich die Stars nicht lange bitten und gaben dem Routinier einen Kontrakt über die kommenden vier Spielzeiten, der mit jeweils 3,65 Millionen US-Dollar den Salary Cap belastet. Das zeigt, dass die Stars dem US-Amerikaner durchaus noch zutrauen, ein paar Pfeile im Köcher zu haben und die ohnehin schon starke Defensive besser zu machen.
Die Verteidigung war auch nicht das Problem. Im Sturm hakte es da zuletzt schon eher. Was hauptsächlich daran lag, dass mit Tyler Seguin und Alexander Radulov zwei Leistungsträger verletzt ausfielen. Radulov kam in der vergangenen Saison auf elf Partien (vier Tore, acht Vorlagen), Seguin stand sogar nur dreimal auf dem Eis (zwei Tore). Wollen die Stars ihren Fans wieder Playoff-Eishockey bieten, brauchen sie die beiden Stürmer in Topform.

DAL@FLA: Seguin kehrt mit Rückhand-Tor zurück

Vielversprechende Talente
Die Stars verfügen wohl über die am besten und tiefsten besetzt Defensive der NHL. Sollte mal einer der Arrivierten ausfallen, steht mit Thomas Harley schon der nächste Kandidat in den Startlöchern. Der 20-Jährige geht mit der Empfehlung von 25 Scorerpunkten (acht Tore, 17 Assists) in 38 AHL-Spielen in der vergangenen Saison in die neue Runde.
Im Sturm wollen Jordan Kawaguchi und Riley Tufte dem Stammpersonal das Leben schwer machen. Kawaguchi beendete noch seine Senior-Saison bei der Universität von Nord Dakota, ehe er sich Ende März als Free Agent den Texas Stars in der AHL anschloss. In drei Spielen traf er einmal und bereitete ein Tor vor. Tufte kam in der AHL vergangene Spielzeit in 36 Partien auf neun Punkte (drei Tore, sechs Vorlagen).
Stärken
Die Abwehr ist und bleibt das Prunkstück der Texaner. Mit Esa Lindell, John Klingberg, Ryan Suter, Miro Heiskanen, Andrej Sekera und Jani Hakanpaa stehen schon mal sechs gestandene NHL-Verteidiger zur Verfügung. Dazu kommen noch Andreas Borgman, Joel Hanley und Alexander Petrovic. An ihnen werden sich die Gegner auch weiterhin die Zähne ausbeißen. Sollte doch einmal etwas durchkommen, dann haben die Stars aktuell vier Torhüter mit NHL-Format unter Vertrag: Ben Bishop, Braden Holtby, Anton Kuhdobin und Jake Oettinger.
Gut funktioniert hat in der abgelaufenen Saison das Überzahlspiel. Die Quote von 23,6 Prozent bedeutete in der Spielzeit 2020/2021 Platz fünf in der Liga. Und das ohne Seguin und Radulov. Da ist also sogar noch etwas Luft nach oben.

CBJ@DAL: Heiskanen macht einen Move und trifft

Entwicklungspotenzial
So gut das Powerplay der Stars in der vergangenen Saison funktioniert hat, so schlecht war das Unterzahlspiel. Eine Quote von 79,1 Prozent bedeutete lediglich Platz 19 in der NHL. Die schlechte Bilanz im Penaltykilling ist umso verwunderlicher, da die Abwehr doch das Filetstück im Kader ist. Mit den Ergänzungen des Kaders sollte sich das aber in der kommenden Spielzeit bessern.
Der Sturm der Stars war eher ein laues Lüftchen. 156 Treffer bedeuteten in der Liga nur Platz 18 in der Saison 2020/2021. Mit der Rückkehr von Center Seguin hat Dallas wieder mehr Optionen auf der Mittelstürmerposition.
Playoff-Chancen
Selbstverständlich haben die Schützlinge von Bowness das Eishockeyspielen nicht verlernt. Welches Potenzial die Mannschaft hat, hat sie in der Saison 2019/20 gezeigt. Wenn sie das konstant abruft, sollte die Qualifikation für die Endrunde kein Problem sein, selbst in einer so engen Division wie der Central Division. Sollte es dennoch mal nicht rund laufen, verfügt General Manager Jim Nill über ausreichend Spieler, die attraktiv für andere Franchises sind. So kann der Kader durch Tauschgeschäfte weiter nachjustiert werden.