Geglänzt hat Holtby vor allem im Trikot der Washington Capitals, deren Trikot er von 2010 bis 2020 trug. 2016 wurde er mit der Vezina Trophy als bester Torhüter der Liga ausgezeichnet. 2017 bekam er die William M. Jennings Trophy. Den wichtigsten Pokal stemmte er aber 2018 in die Luft, als er mit dem Team aus der US-Hauptstadt den Stanley Cup gewann. Die Erfahrung, zu wissen, wie es geht, den ultimativen Preis zu gewinnen, soll er jetzt in der Wüste von Texas in die Waagschale werfen und dem Team helfen. Die statistischen Werte zeigen, dass auf Holtby in den Playoffs Verlass ist. In knapp 100 Partien kam er auf 50 Siege (sieben Shutouts) und 46 Niederlagen bei einer ordentlichen Fangquote von 92,6 Prozent.
Die Verpflichtung Holtbys kann sich für die Stars aber auch noch in anderen Bereichen auszahlen. Zunächst mal heizen die Verantwortlichen den Konkurrenzkampf auf der Position zwischen den Pfosten an. Sofern alle gesund sind, muss Coach Rick Bowness an jedem Spieltag die schwierige Entscheidung treffen, wer spielt, wer auf der Bank sitzt, und wer auf der Tribüne Platz nehmen oder gar ins Farmteam muss.
Das Stichwort Gesundheit dürfte wohl den Ausschlag dafür gegeben haben, dass sich die Stars mit Holtby weiter abgesichert haben. Die etatmäßige Nummer eins, Bishop, verpasste die vergangene Saison nach einer Knieoperation im Oktober. Die Stars erwarten ihn allerdings rechtzeitig zum Start des Trainingscamps zurück. "Wenn Ben gesund ist, gehört er zu den besten drei bis fünf Keepern in der NHL", sagte Nill. Bishop sei einer, der den Unterschied machen könne in den Playoffs und beim Versuch, den Stanley Cup zu gewinnen. "Ich denke, es ist wichtig für ihn, dass er wieder zu uns zurückkommt. Er ist ein wichtiger Teil unseres Teams, ein wichtiger Teil unserer Gruppe von Anführern."
Bishops Vertreter Khudobin zeigte ordentliche Leistungen. Bei 32 Einsätzen kam er auf zwölf Siege, elf Niederlagen und drei Shutouts. Oettinger ist mit 22 Jahren der Jüngste des Quartetts. In der vergangenen Saison fungierte er als Backup von Khudobin und verbuchte bei 29 Einsätzen elf Siege und acht Niederlagen. Einmal hielt er seinen Kasten sauber.
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Oettinger sollte also der Mann für die Zukunft sein. Doch in der Gegenwart wollten die Verantwortlichen kein Risiko eingehen. Unabhängig davon, wie der Heilungsprozess bei Bishop verläuft, haben die Stars ein schlagkräftiges Torhütergespann. Holtby will sicherlich beweisen, dass die Zeit in Vancouver ein Ausrutscher war. Und Khudobin wird den Posten als Nummer eins nicht freiwillig aufgeben.
Doch das Gedränge im Tor der Stars eröffnet noch eine weitere Dimension für das Franchise. Einer der Keeper bietet sich als Tauschobjekt an, wenn in einem anderen Mannschaftsteil nachgebessert werden muss. Zum Beispiel im Sturm. Auch da hatten die Stars in der vergangenen Spielzeit Verletzungssorgen bei Schlüsselspielern, namentlich Tyler Seguin und Alexander Radulov. Die Verpflichtungen von Michael Raffl und Luke Glendening sind als Ergänzungen für die dritte und vierte Angriffsreihe zu sehen. Für einen der Keeper könnte man im Tausch einen guten Angreifer für die ersten beiden Sturmreihen bekommen.
Denn das Ziel in Dallas ist klar: Die Stars, im Finale 2020 2:4 den Tampa Bay Lightning unterlegen, verpassten in der abgelaufenen Spielzeit die Endrunde und wollen nun wieder dahin zurück. Ihr Ansinnen ist es diesmal mit dem wichtigsten Pokal im Eishockey die Arena zu verlassen. Dass das möglich ist, daran glauben sie in Dallas jetzt schon. "Man muss sich ein Team aussuchen, das eine Chance hat, den Stanley Cup zu gewinnen. Die Stars haben sehr gute Trainer, und ich werde spielen, wo auch immer sie mich brauchen, damit wir die beste Chance haben, zu gewinnen." Diese Aussage kommt von Verteidiger Suter, der von den Minnesota Wild aus seinem Vertrag herausgekauft wurde und sich in der Offseason den Stars anschloss. Das zeigt: Die Protagonisten in Dallas glauben an sich und wollen den Betriebsunfall der vergangenen Saison vergessen machen. Zumindest im Tor und in der Abwehr stimmen die Voraussetzungen dafür.