Ducks 12.18

Die Anaheim Ducks haben in dieser Saison noch nicht oft positive Schlagzeilen geschrieben. Kurz vor den Feiertagen haben sie aber jetzt sportlich auf sich aufmerksam gemacht. Am Montagabend gewannen die Ducks mit 4:3 bei Moritz Seider und seinen Detroit Red Wings. Die Ducks schlossen damit ihre vier Spiele dauernde Auswärtstour nach Niederlagen gegen die New York Islanders und die New York Rangers mit zwei Siegen hintereinander ab und haben damit genügend Selbstvertrauen getankt, um die nächsten acht Partien anzugehen, die allesamt im heimischen Honda Center stattfinden.

Mehr Selbstvertrauen

Viel ist bei den Ducks in dieser Saison noch nicht rund gelaufen. Die Mannschaft von Trainer Greg Cronin rangiert erwartungsgemäß in den unteren Regionen der Tabelle der Pacific Division. Aktuell ist das Team Vorletzter, hat nach dem Erfolg in Detroit 24 Zähler auf dem Konto und damit drei Punkte Vorsprung auf das Schlusslicht, die San Jose Sharks. Doch nach eben diesem Sieg in der Little Caesars Arena kann man in Anaheim wieder mit mehr Selbstvertrauen an die nächsten Spiele herangehen. 

Denn den Ducks gelang etwas, das ihnen in dieser Spielzeit noch nicht sehr oft widerfahren ist. Sie gewannen zwei aufeinanderfolgende Spiele auf fremdem Eis. Am Abend zuvor hatten sie bereits mit einem 5:1-Erfolg bei den New Jersey Devils auf sich aufmerksam gemacht. Jetzt bestätigten sie ihre offensichtlich gute Form gegen Ende des Jahres. Es war gleichzeitig das erste Mal seit 20 Partien, dass ihnen zwei Erfolge in aufeinanderfolgenden Partien gelangen. Zuletzt war das am 12. und 14. November der Fall. 

Früh klare Verhältnisse

Dabei sorgten die Gäste aus Kalifornien in Detroit schon früh für klare Verhältnisse. Bereits nach dem ersten Drittel war die Partie im Prinzip entschieden. Radko Gudas sorgte mit einem Distanzschuss für die Führung der Ducks (3.). Es war bereits der fünfte Saisontreffer des Verteidigers, der eigentlich eher dafür bekannt ist, vor dem eigenen Tor aufzuräumen. Doch jetzt schickt er sich an, seine bisherige Bestmarke in einer Saison deutlich zu übertreffen. In der Saison 2016/17 hatte Gudas sechsmal getroffen, damals noch im Trikot der Philadelphia Flyers. 

Die Verteidiger der Ducks waren an allen drei Treffern im ersten Drittel maßgeblich beteiligt. Das 0:2 ging auf das Konto von Pavel Mintyukov. Der Rookie zog in der neunten Minute einfach mal ab und hatte dabei das Glück, dass Red Wings-Kapitän Dylan Larkin die Scheibe für Ville Husso im Tor der Gastgeber unhaltbar abfälschte. Zusätzliches Pech für Detroit: Der Finne musste später verletzt das Eis verlassen. Für ihn übernahm Routinier James Reimer. 

Fowler täuscht nur an

Doch auch mit Reimer wurde es nicht besser. Beim 0:3, einem Tor in Überzahl, täuschte Verteidiger Cam Fowler einen Schuss an. Er passte stattdessen hart auf Adam Henrique, der geschickt die Kelle hinhielt und somit zu seinem zehnten Saisontor kam (19.). Henrique bestätigte damit seine gute Form, die er schon mit einem Hattrick gegen die Devils unter Beweis gestellt hatte. Henrique ist erst der vierte Spieler in der Geschichte der Ducks, dem in zwei aufeinanderfolgenden Spielen vier Tore gelangen. Teemu Selanne gelang das siebenmal, Paul Kariya schaffte es dreimal, und Vinny Prospal einmal. 

Und spätestens, als Troy Terry kurz nach Beginn des zweiten Drittels der vierte Treffer der Gäste gelang, war den Fans der Gastgeber klar, dass an diesem Abend wohl sehr schwierig werden würde, überhaupt noch etwas Zählbares zu holen. Der Stürmer der Ducks profitierte bei seinem achten Saisontor davon, dass Reimer einen an sich harmlosen Schuss von Verteidiger Urho Vaakanainen nicht festhalten konnte. Terry verwandelte den Rebound eiskalt. „In dieser Position waren wir in dieser Saison noch nicht so oft“, sagte Terry. Die Geschichte der Ducks in dieser Saison sei in der Regel die, dass man erstmal ein, zwei Tore zurückliege. „Und dann müssen wir uns zurückkämpfen. Diesmal haben wir die frühe Führung geschossen. Mir hat gefallen, wie wir das Spiel dann angegangen sind.“

ANA@DET: Terry trifft durch die Beine

Den Ducks gelangen damit, die Partie in Newark eingerechnet, auf fremdem Eis sieben Treffer in Folge. Das hatten sie zuvor schon einmal Ende Oktober geschafft. Das einzige andere Team in der NHL, dem das in dieser Spielzeit schon mehrfach gelungen ist, sind die Los Angeles Kings, die dieses Kunststück sogar bereits dreimal schafften. „Ich denke, der Sieg in New Jersey hat viele von uns etwas lockerer gemacht“, befand Terry. „Die Jungs hatten vor dem Tor einfach mehr Selbstvertrauen.“

Strafzeiten bringen Red Wings heran

Vielleicht war es diese ungewohnte Situation, mit der die Ducks zu kämpfen hatten. Auf jeden Fall hatte es etwas damit zu tun, dass sich die Ducks etwas zu oft auf der Strafbank wiederfanden. Denn Detroit kämpfte sich bis zur Schlussphase noch mal heran. Jeff Petry brachte mit dem 1:4 (23.) zum ersten Mal so etwas wie Leben auf die Ränge der Arena. Alex DeBrincat sorgte mit seinem Doppelschlag (48., 58.) an seinem Geburtstag für etwas mehr Hoffnung. Allein, der Ausgleich wollte nicht mehr fallen. DeBrincat verbuchte dabei seinen 400. Scorerpunkt in seiner NHL-Karriere. Gleichzeitig war er mit seinem Doppelpack erst der fünfte Spieler in der Geschichte der Red Wings, der an seinem Geburtstag zweimal traf. Vor ihm gelang das Steve Yzerman, Bill Lochead, Steve Wojciechowski und Mud Bruneteau. „Die ersten 40 Minuten haben mir wirklich sehr gut gefallen. Aber die Strafzeiten haben dann am Ende noch mal für etwas Angst gesorgt“, meinte Ducks-Coach Cronin.

ANA@DET: DeBrincat bringt die Red Wings heran

Doch er durfte sich am Ende mit seinem Team über zwei weitere Punkte freuen. Völlig überraschend war die gute Leistung der Ducks auswärts jedoch nicht. Bereits in der Anfangsphase der Saison, vom 24. bis 30. Oktober, hatten sie bei einem vier Spiele dauernden Road Trip alle Partien gewonnen. Vor allem die Ostküste scheint ihnen gut zu liegen. 12-19-0 lautet zwar ihre Auswärtsbilanz insgesamt, an der Ostküste liegt sie aber bei 6-2-0. 

Trotzdem werden sich die Ducks freuen, dass sie das Jahr zu Hause abschließen können. Denn jetzt folgt für sie eine acht Spiele andauernde Heimserie. Die Teams aus Calgary, Seattle, Las Vegas, Arizona, Edmonton, Toronto, Winnipeg und Detroit sind dabei die Gegner. Womöglich gibt es dabei mit dem Selbstvertrauen aus den Spielen an der Ostküste noch mehr Punkte für die Kalifornier und eine Verbesserung in der Tabelle.

Verwandte Inhalte