Quinton Byfield 10.16

Ab dem 1. November nimmt NHL.com/de mit seiner 31 in 31 Serie jedes Team genauer unter die Lupe. Von den wichtigsten Geschehnissen und Spielern bis hin zu Stärken und Schwächen, bieten wir eine umfassende Bestandsaufnahme der Klubs in der Liga.

In dieser Ausgabe geht es um die Los Angeles Kings.
Er ist tief gefallen, der Stanley Cup-Sieger der Jahre 2012 und 2014. Mit einer Ausbeute von 29-35-6 (64 Punkte) aus 70 Begegnungen der regulären Saison 2019/20 verpassten die Los Angeles Kings die Stanley Cup Playoffs auf Rang 28 der 31 Teams der Liga klar. Der angedachte Neuaufbau des Kaders, er gestaltet sich zäher und langwieriger als erhofft. Mit der Verpflichtung des 18-jährigen Talents Quinton Byfield, den das Franchise als Nummer zwei im NHL Draft 2020 verpflichten konnte, herrscht nun zumindest wieder so etwas wie Euphorie rund um die Organisation, die noch vor drei Jahren offensiv dachte und selbstbewusst um den Titel mitspielen wollte, den eigenen Ansprüchen seither aber nicht mehr gerecht werden konnte.
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Bilanz 2019/20:29-35-6, 14. Platz in Western Conference
Postseason 2020:nicht qualifiziert
Trainer: Todd McLellan, 2. Saison
Zugänge: F Quinton Byfield, D Olli Maatta
Abgänge: F Trevor Lewis, D Ben Hutton, D Joakim Ryan, D Paul LaDue
Zwei Jahre ohne Playoffs sind den erfolgsverwöhnten Anhängern der Kings schon zu lange. Die Hoffnungen auf eine sportlich wieder erfolgreichere Zukunft ruhen derzeit auf Byfield, dem Nummer zwei-Pick im NHL Draft dieses Jahres.
Ob der erst 18-Jährige Center dieser immensen Erwartungshaltung aus dem Umfeld schon in Kürze tatsächlich in ausreichendem Maße gerecht werden kann, muss abgewartet werden.

Kings draften C Quinton Byfield als Nr. 2

Zu befürchten ist, dass er so rasch nicht in der Lage sein wird, eine im Umbau befindliche NHL-Mannschaft zurück in die Playoffs zu führen. Die Erfahrung der vergangenen Jahre lässt eher vermuten, dass auch ein riesiges Talent wie er zunächst einmal einiges an Zeit zur Eingewöhnung brauchen wird. Er muss körperlich und mental reifen, bevor er sein volles Leistungsvermögen in Los Angeles auf dem Eis des Staples Centers zeigen können wird.
An Selbstvertrauen mangelt es Byfield jedenfalls schon jetzt nicht, wie er in ersten Statements nach seiner Untervertragnahme in Kalifornien sofort erkennen ließ: "Ich bin fest davon überzeugt, dass ich schon in der kommenden Spielzeit in der Lage sein werde, der Mannschaft sportlich weiterzuhelfen, sie zu verstärken. Mir ist dabei natürlich auch klar, dass es von der Ontario Hockey League in die NHL ein großer Sprung ist, aber ich fühle mich der Aufgabe gewachsen. Ich trainiere schon länger in der Offseason mit gestandenen Profis zusammen, was mir den Sprung in die NHL leichter machen sollte", gab sich der Hoffnungsträger der Kings ungewöhnlich optimistisch.
Der großgewachsene, kräftige Offensivspieler kam in der Vorsaison in der OHL mit dem Team aus Sudbury in 45 Spielen auf eine Statistik von 32 Toren und 50 Assists (82 Punkte). Zudem überzeugte er mit einer Erfolgsquote am Bully-Punkt von 51,9 Prozent. Byfield gewann 304 von 586 ausgespielten Faceoffs.
"Körperlich ist er aus meiner Sicht direkt in der Lage eine gute Rolle in der NHL zu spielen", lobte Rob Blake, der General Manager der Kings seinen Neuzugang. "Er hat in jedem Falle die körperlichen Voraussetzungen direkt mitmischen zu können. Spieler seines Kalibers, die im Draft so hoch eingestuft wurden, haben im Normalfall aber immer die Qualität, um direkt in der NHL eingesetzt zu werden. Das erwarten wir daher auch von ihm."

Byfield_LAK

Die Ansprüche und die Erwartungshaltung in Los Angeles an das gesamte Team und einzelne Spieler sind in jedem Falle inzwischen besonders groß, nachdem das Team nach zwei Stanley Cup Titeln innerhalb von drei Spielzeiten 2012 und 2014 in vier von sechs Anläufen die Postseason verpasst hatte. Außerdem konnten sie in dieser Zeit keine einzige Playoff-Runde für sich entscheiden.
Diesen Erfolgshunger schnellstmöglich wieder zu stillen, soll neben Talent Byfield auch der erfahrene Verteidiger Olli Maatta helfen, den Los Angeles am 4. Oktober durch einen Trade mit den Chicago Blackhawks unter Vertrag nehmen konnte. Der erfahrene Defensivspezialist, der im Trikot der Pittsburgh Penguins in den Jahren 2016 und 2017 zwei Mal den Stanley Cup erringen konnte, soll ab sofort der anfälligen Abwehr der Kings mehr Souveränität geben.
"Wir haben nun die Möglichkeit mit Olli unseren jungen Verteidigern einen weiteren Routinier an die Seite zu stellen, von dem sie viel lernen können", erklärte Blake die Verpflichtung. "Auf unserer rechten Seite waren wir mit Drew Doughty, Sean Walker und Matt Roy schon gut aufgestellt. Mit Maatta bekommen wir nun auch auf der linken Abwehrseite einen weiteren Fixpunkt hinzu, der unserer Abwehr sehr gut tun dürfte."
Im Tor bauen die Kings auch in der kommenden Spielzeit auf altbekannte Gesichter. Stammkraft Jonathan Quick dürfte in der nächsten Saison weiter die Nummer eins im Kasten der Kalifornier sein. Der zweifache Gewinner der Jennings Trophy und Playoff-MVP vergangener Tage kommt aus einer für ihn persönlich schwierigen Spielzeit, in der er mit 90,4 Prozent auch nur eine eher durchschnittliche Fangquote aufzuweisen hatte. Quick steigerte sich jedoch zu Beginn des Kalenderjahres und wurde von Backup Cal Petersen in einigen Spielen sehr gut vertreten. Mit diesem Gespann werden die Verantwortlichen in Los Angeles daher in der Zukunft ein solides Torhüterduo aufweisen können, das zweifelsohne Playoff-Format hat.

COL@LAK: Quick rettet spektakulär gegen Cole

Insbesondere in der Offensive offenbarten die Kings zuletzt einiges an Verbesserungsbedarf. Die drei Stammkräfte Anze Kopitar, Alex Iafallo und Dustin Brown dürften ihre Rolle als Top-Formation auch in der nächsten Spielzeit sicher haben.
Schon in der zweiten Formation stehen jedoch Veränderungen ins Haus. Center Jeff Carter und Gabriel Vilardi dürften sich einen intensiven Zweikampf um die Position des Centers in dieser Reihe liefern. Wer sich im Zentrum am Ende durchsetzen wird, gilt als offen. Hinzukommen dürfte hier Martin Frk, der zuletzt gut mit Vilardi harmonierte.
In der dritten Angriffsformation gelten talentierte Jungspunde als gesetzt. Neben Carl Grundstrom auf dem rechten Flügel werden dort Lias Andersson als Center und Adrian Kempe erwartet.
In der vierten Reihe der Offensive darf nach aktuellem Stand mit Austin Wagner und Trevor Moore gerechnet werden. Beide überzeugten zuletzt mit viel Körperlichkeit und Einsatzfreude, setzten zahlreiche Hits.
Ergänzt werden könnte dieser Block mit Ryan Reaves und William Carrier. Für die Position des Centers steht noch Blake Lizotte bereit, der in 2019/20 65 Mal zum Einsatz kam und dabei 23 Punkte markieren konnte.
Setzt Andersson seine zuletzt positive Entwicklung wie erwartet fort, stehen den Kings mit Turcette und zukünftig auch Byfield weitere talentierte, junge Center zur Verfügung, so dass der Kader insbesondere auf dieser Position besonders stark besetzt sein dürfte, was den Optimismus in Los Angeles in diesen Tagen nährt.