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Drei Mannschaften haben bereits die nächste Runde in den Stanley Cup Playoffs erreicht. Am heutigen Samstag könnten drei weitere Teams folgen: In Spiel 6 der 1. Runde haben die Toronto Maple Leafs (beim Tampa Bay Lightning), New Jersey Devils (bei den New York Rangers) und die Edmonton Oilers (bei den Los Angeles Kings) die Möglichkeit, ihre Serien zu gewinnen. Dabei stehen Spieler wie der deutsche Oilers-Stürmer Leon Draisaitl oder der Schweizer Devils-Torwart Akira Schmid im Scheinwerferlicht.

Die heutigen fünf Schlagschüsse vom Playoff-Geschehen:
Oilers beschwören den "Killer-Instinkt" - Draisaitl und das Powerplay als Trümpfe
Die Edmonton Oilers reisen mit einem 3:2-Serienvorsprung zu den Los Angeles Kings, wo Spiel 6 (Sonntag, 4 Uhr MESZ) in der Crypto.com Arena ausgetragen wird. "Immer, wenn das andere Team in den Seilen hängt, dann brauchst du diesen Killer-Instinkt und musst dein bestes Spiel zeigen", so Edmontons Kapitän Connor McDavid. Genau diesen Killer-Instinkt zeigt der deutsche Mittelstürmer Leon Draisaitl schon in den gesamten Playoffs: Bei 16 der 20 Oilers-Tore stand der 27-jährige Kölner auf dem Eis und markierte dabei selbst 10 Scorerpunkte (sechs Tore, vier Assists, 2,0 Punkte/Spiel). Eine Waffe ist nach wie vor Edmontons Powerplay, das mit einer Erfolgsquote von 57,1 Prozent (8/14) das mit Abstand beste aller Playoff-Mannschaften ist. "Die Stärke unseres Powerplays ist und war schon immer, dass wir die Zweikämpfe gewinnen", erklärt McDavid. "Es ist nicht die Struktur, keine verrückten Dinge, auch wenn es manchmal so aussieht. Es geht immer darum, Zweikämpfe zu gewinnen und die richtigen Pässe zu spielen." In Überzahl spielen die Oilers in einer 1-3-1-Grundformation mit Evan Bouchard an der blauen Linie, Ryan Nugent-Hopkins auf dem linken, Leon Draisaitl auf dem rechten Flügel, Zach Hyman vor dem Tor sowie McDavid als Freigeist, der überall zu finden ist.

Draisaitl bei den ersten 14 Oilers-Toren auf dem Eis

L.A. mit neuem Druck und neuen Reihen - Fiala neben Vilardi und Byfield
Die Los Angeles Kings fühlen im Duell mit den Edmonton Oilers wiederum den Druck der drohenden Elimination. "Der Druck ist auf beiden Seiten", betont Kings-Trainer Todd McLellan. "Wir haben letztes Jahr unser bestes Spiel gebraucht, als wir in der Serie vorne lagen, und wir brauchen jetzt unser bestes Spiel, wenn wir zurückliegen." Um einen neuen Reiz zu setzten, stellte McLellan seine Sturmreihen im Training neu zusammen. In der ersten Reihe konzentriert der Coach mit Anze Kopitar (2-5-7), Viktor Arvidsson (1-4-5) und Adrian Kempe (4-3-7) seine drei Playoff-Top-Scorer in einer Linie. Philipp Danault centerte die zweite Formation mit Trevor Moore und Alex Iafallo. Der Schweizer Kevin Fiala agierte in der dritten Reihe neben Gabriel Vilardi und Quinton Byfield. In der vierten Linie mit Carl Grundstrom und Rasmus Kupari könnte Rückkehrer Blake Lizotte als Mittelstürmer auflaufen, der die letzten drei Spiele wegen einer Unterkörperverletzung verpasst hatte.
Schmid und Haula als Rückgrat der "jungen Rebellen" - Wann platzt Meiers Knoten?
Was für ein Comeback: Die New Jersey Devils lagen gegen die New York Rangers bereits mit 0:2 zurück, gewannen danach aber drei Spiele in Folge und könnten den Erzrivalen in Spiel 6 (Sonntag, 2 Uhr MESZ) im Madison Square Garden in die Sommerpause schicken. "Es ist eine harte Serie. Wir haben uns zurückgekämpft und führen jetzt mit 3:2, ich glaube also nicht, dass wir noch zusätzliche Motivation brauchen", sagte Routinier Erik Haula. Der 32-jährige Finne qualifizierte sich in allen seinen zehn NHL-Saisons mit sechs verschiedenen Mannschaften (Minnesota Wild, Vegas Golden Knights, Florida Panthers, Nashville Predators, Boston Bruins, New Jersey Devils) für die Stanley Cup Playoffs und stand 2018 sogar im Finale mit Vegas. Der mobile Center ist Top-Scorer (3-2-5) und sorgt bei den "jungen Rebellen", wie Devils-Trainer Lindy Ruff sein Team vorm Start der Playoffs nannte, für die so wichtige Erfahrung. Der Wendepunkt in dieser heißen Serie aber war die Entscheidung, den Schweizer Akira Schmid ins Tor zu stellen. Seit Spiel 3 erhält der 22-Jährige aus Bern das Starter-Mandat und zahlte das Vertrauen mit schier unglaublichen Statistiken zurück: Schmid hielt drei Siege fest (3-0-0), kassierte nur zwei Gegentore (0,63 Gegentore/Spiel) und wehrte 80 Schüsse ab (97,6 Prozent Fangquote). Spiel 6 wäre auch eine gute Gelegenheit für Landsmann Timo Meier, den Playoff-Knoten zu lösen. In der regulären Saison stellte der 26-Jährige aus Herisau mit 40 Toren einen neuen Karriere-Rekord auf, ist in den Playoffs 2023 aber noch ohne einen einzigen Scorerpunkt.

Schmid spricht über die Stimmung nach dem Sieg

Ladehemmung bei den Rangers - Gallant bricht die Sturmreihen auf
Den New York Rangers ist das Hudson-River-Derby gegen die New Jersey Devils dagegen komplett aus den Händen geglitten. Insbesondere in der Offensive mag den Rangers nichts mehr gelingen: In den ersten zwei Spielen dieser Serie erzielte New York noch zehn Tore und stand bei 4/10 im Powerplay. In den Spielen 3, 4 und 5 dagegen trafen die Rangers nur noch zweimal und standen bei 0/10 in Überzahl. "Sie spielen eine kollektive Deckung in der Defensive und arbeiten mit allen fünf Spielern hart und weit zurück", erklärt New Yorks Trainer Gerard Gallant die Gründe für die Ladehemmung, sucht diese aber nicht nur beim Gegner, sondern auch bei der eigenen Mannschaft: "Wir schießen immer noch zu viele Schüsse daneben und haben keinen zweiten oder dritten Spieler vor dem Tor für die zweiten und dritten Chancen. Davon brauchen wir mehr." Auf dem Papier verfügen die Rangers über enorme Wucht und Scoring-Power in der Spitze und Tiefe, doch klangvolle Spieler wie Alexis Lafreniere (0-0-0), Artemi Panarin (0-2-2) oder Mika Zibanejad (0-2-2) sind noch immer ohne Tor. Neue Impulse verspricht sich der Headcoach auch von neuen Reihen-Kombinationen, weshalb er seine ersten drei Linien im Training aufbrach: Zibanejad wird in der ersten Reihe neben Chris Kreider und Vladimir Tarasenko spielen. Lafreniere steigt in die zweite Linie neben Vincent Trocheck und Patrik Kane auf. In der dritten Formation spielt nun Panarin neben Filip Chytil und Kaapo Kakko. Einzig die vierte "Energy Line" mit Jimmy Vesey Barclay Goodrow und Tyler Motte bleibt unangetastet. Kann New York als einer der heißen Stanley-Cup-Favoriten zurückschlagen und das Erstrunden-Aus noch abwenden?
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