Alle wichtigen Szenen aus dem Spiel zwischen den Buffalo Sabres und den Boston Bruins

Das perfekte Playoff-Debüt war für Marco Sturm und die Boston Bruins zum Greifen nahe. Bis acht Minuten vor Spielende führte seine Mannschaft in Spiel 1 gegen die Buffalo Sabres mit 2:0. Morgan Geekie hatte in der 11. Minute des ersten Drittels den Führungstreffer erzielt, Elias Lindholm (52.) baute zu Beginn des Schlussdrittels den Vorsprung auf 2:0 aus.

„Ich dachte, wir befinden uns in einer perfekten Situation. Wir waren genau dort, wo wir sein wollten. Es waren nur noch einige Minuten zu spielen“, bedauerte Boston-Trainer Marco Sturm, der seine Mannschaft gegen Buffalo auf der Siegerstraße sah: „Man konnte sehen, dass bei ihnen bereits Frust aufkam. Aber dann haben wir zwei Fehler gemacht, sodass sie das Spiel ausgleichen konnten.“

Bruins geben Sieg in Schlussphase aus der Hand

In einer verrückten Schlussphase glitt den Bruins das Spiel aus der Hand. Tage Thompson traf innerhalb von dreieinhalb Minuten doppelt (53., 56.). 52 weitere Sekunden später legte Mattias Samuelsson (57.) mit dem Führungstreffer zum 3:2 nach. Die Bruins nahmen den Torwart aus dem Spiel. Alex Tuch (59.) von Buffalo traf daraufhin zum 4:2 ins leere Tor. Alle vier Treffer ereigneten sich in sechs Minuten und 46 Sekunden.

BOS@BUF, Spiel 1: Samuelsson trifft mit einem wuchtigen Schuss und bringt die Sabres in Führung

Oder anders ausgedrückt: Innerhalb von 406 Sekunden wurde ein fast sicher geglaubter Sieg aus der Hand gegeben. „Mit dem Publikum im Rücken hatten sie viel Rückenwind“, analysierte Sturm. „Das ist sehr bedauerlich, denn meine Jungs haben wirklich gut gespielt, richtig gut. Aber das sind Playoffs. Das müssen wir auf die harte Tour wieder lernen. Wir müssen 60 Minuten durchhalten.“

Der Anschlusstreffer von David Pastrnak zum 3:4, der sich acht Sekunden vor Spielende im Powerplay ereignete, kam für eine Aufholjagd zu spät. Geekie war bemüht, den Blick schnell wieder nach vorne zu richten: „Es ist eine Sieben-Spiele-Serie. Natürlich sagen alle, dass man Spiel 1 nicht verlieren darf. Aber wir haben uns gegen ein gutes Team selbst in Schwierigkeiten gebracht. Jetzt gilt es, weiterzumachen und unser Spiel zu verbessern.“

Buffalo mit einem historischen Comeback

Für die Sabres, die erstmals seit dem Jahre 2011 wieder ein Playoff-Spiel bestritten haben, hätte der Auftakt in die K.o.-Runde kaum mitreißender sein können. Sie sind erst das achte Team in der Geschichte der NHL-Playoffs, das in der regulären Spielzeit gewinnt, nachdem sie in den letzten zehn Minuten des dritten Drittels mit mehreren Toren zurücklagen.

Offenbar fand Trainer Lindy Ruff die richtigen Worte, um seiner Mannschaft den Glauben zu vermitteln. „Wir haben darüber gesprochen, wieder ins Spiel zurückkommen zu wollen. Wenn wir unserem Spiel vertrauen, bekommen wir unsere Chancen“, sagte Ruff über die Stimmung in der zweiten Drittelpause.

„Wir hatten viele Spiele, die uns darauf vorbereitet haben“, ergänzte Sabres-Center Tage Thompson, der seit 2018 für Buffalo spielt und die lange Durstrecke dadurch miterlebt hat. „Ich denke, acht Jahre Widrigkeiten sind genug, um dich auf so etwas vorzubereiten. Wenn man acht Jahre nicht in den Playoffs war und es dann endlich geschafft hat, will man keine Reue verspüren. Man hat ein großes Hungergefühl und will keine Gelegenheit verstreichen lassen. Wir haben heute ein Statement gesetzt.“

Ein Erfolgsfaktor der Sabres war die physische Härte. Sie fuhren 53 Checks, während die Bruins auf 38 Checks kamen. Sturm zollte dem Gegner dafür Respekt: „Ich finde das super, wir spielen Eishockey. Das Tackling ist ein wichtiger Bestandteil des Spiels. Es ist meistens die Heimmannschaft, die dabei den Ton angibt.“

Sturm richtet Blick nach vorne

Nun gilt es, den 0:1-Rückstand in der Best-of-Seven-Serie der Ersten Runde schnellstmöglich zu verarbeiten. Eine große Message an die Mannschaft hatte Sturm noch nicht zu vermelden. „Lasst uns einfach durchatmen und uns neu sammeln. Wir greifen morgen wieder an“, sagte er bei der Pressekonferenz.

Der Deutsche wollte die bittere Niederlage gegenüber den Journalisten nicht allzu sehr thematisieren. „Leute, hört mal zu, wir haben ein wirklich gutes Spiel gemacht. Ja, wir konnten es nicht zu Ende bringen. Das ist frustrierend. Aber es ist eine lange Serie. Wir sind darauf vorbereitet, hier in Buffalo zu gewinnen. Das haben wir heute nicht geschafft. Wir werden also im nächsten Spiel unser Bestes geben, um es zu schaffen.“

Die Gelegenheit dafür haben die Bruins in Spiel 2 am Dienstag (7:30 pm ET, Mi. 1:30 Uhr)

Sabres 1, Bruins 0

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