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Blickt man auf die ultimativen Superstars in der NHL, könnte sich der Eindruck aufdrängen, dass Eishockey ein Sport für junge Spieler ist: Spieler wie Connor McDavid (24), Leon Draisaitl (25, beide Edmonton Oilers), Nathan MacKinnon (25, Colorado Avalanche) oder Auston Matthews (23, Toronto Maple Leafs) sind gerade einmal Anfang/Mitte 20. Allerdings ist dieses Quartett schon aus dem Playoff-Rennen eliminiert.

Im Stanley Cup Halbfinale aber spielen fünf Ü-36-Spieler wichtige Rollen in ihren Klubs und drücken sogar ihren Stempel auf.
Corey Perry: Ein gefährliches Komplettpaket
Corey Perry erlebt bei den Montreal Canadiens aktuell seinen zweiten Frühling. Der 36-Jährige ist ein Spieler, der unter die Haut geht, hart spielt, mit seinen 1,90 Metern und 93 Kilogramm hart checken kann und zudem auch weiß, wo das Tor steht: In seiner NHL-Karriere sammelte der Flügelstürmer schon 818 Scorerpunkte in 1094 Spielen (386 Tore, 432 Assists). Hinzu kommen 156 Playoff-Spiele mit 104 Punkten (44 Tore, 60 Assist). Perry ist hochdekoriert: 2007 holte er den Stanley Cup mit den Anaheim Ducks, wurde 2011 zum Top-Torjäger (Maurice Richard Trophy) und MVP (Hart Trophy) und ist Mitglied im Triple Gold Club (Stanley-Cup-Sieg, Olympia-Gold, WM-Gold).
Mit diesem Komplettpaket und seiner Erfahrung ist Perry ein wichtiges Puzzlestück beim Überraschungsteam aus Montreal. In elf Playoff-Spielen erzielte er bereits drei Tore und gab drei Assists. Mit dieser Ausbeute ist er fünfbester Scorer und fünftbester Torjäger der Canadiens.

WPG@MTL, Sp3: Perry netzt ins lange Eck ein

Eric Staal: Wie Phoenix aus der Asche
Perrys Reihenkollege Eric Staal nahm bislang auch eine wichtige Rolle in Montreal ein. Der 36-Jährige centert die erfolgreiche vierte Linie neben Perry und Joel Armia und kommt auf sieben Scorerpunkte (ein Tor, sechs Assists). Damit ist der Mittelstürmer der beste Vorlagengeber (zusammen mit Tyler Toffoli) und zweitbeste Scorer (zusammen mit Armia) bei den Canadiens.
Einen solchen Einschlag hatten Staal wohl nur die Wenigsten zugetraut: Nach einer enttäuschenden Saison bei den Buffalo Sabres (32 Spiele, 3-7-10) wechselte der Center vor der Trade Deadline nach Montreal und trat auch dort zunächst nicht als Scorer in Erscheinung (21 Spiele, 2-1-3). In den Playoffs aber startete der 1,93-Meter-Mann voll durch und hilft den Canadiens nun mit seiner Erfahrung. Wie Perry ist auch Staal Mitglied im Triple Gold Club, den Stanley Cup gewann er 2006 mit den Carolina Hurricanes.
Andy Greene: Der Routinier frisst viele Schüsse
Andy Greene bringt mit seinen 38 Jahren viel Ruhe, Routine und Erfahrung in die Verteidigung der New York Islanders ein und ist damit die perfekte Ergänzung für seinen jungen Tandem-Partner Noah Dobson (21).
Greene ist kein offensiv-ausgerichteter Abwehrspieler (0-0-0 in zwölf Spielen), sondern steht für Zuverlässigkeit in der Defensive (Plus-Minus-Wert: +1). Eine der großen Stärken des 1,80 Meter großen und 86 Kilogramm schweren US-Amerikaners ist das Blocken von Schüssen: Greene sammelte bereits 22 Blocks. Im Schnitt blockt er 6,01 Schüsse pro Spiel. Auch wird der Linksschütze oft als Penalty Killer eingesetzt. Er erhielt 33,7 Prozent der möglichen Unterzahl-Eiszeit und bildet dort ein Verteidiger-Paar mit Ryan Pulock.

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Travis Zajac: Die perfekte Ergänzung
Als Travis Zajac kurz vor der Trade Deadline von den New Jersey Devils zu den Islanders gewechselt war, konnte noch keiner ahnen, dass er Teil der wohl dominantesten Sturmreihe der New Yorker in den Playoffs sein würde. Der 36-Jährige ist Linksaußen in der Formation mit Jean-Gabriel Pageau und Kyle Palmieri, die bereits für 24 Scorerpunkte (elf Tore, 13 Assists) verantwortlich war.
Zajac ist dabei selbst eher Arbeiter als Scorer (1-1-2), scheint sich aber sehr gut mit Vorbereiter Pageau (3-10-13) und Torjäger Palmieri (7-2-9) zu ergänzen. Zudem legen alle drei ein emsiges Zwei-Wege-Spiel aufs Eis. Das zeigen insbesondere die Plus-Minus-Zahlen: Pageau (+11), Palmieri (+6) und Zajac (+4) stehen mannschaftsintern jeweils unter den Top-6 in dieser Statistik.
Marc-André Fleury: Das Playoff-Monster
Das Paradebeispiel für einen "Best Ager" ist Marc-Andre Fleury von den Vegas Golden Knights. Auch im Alter von 36 Jahren wird der Torwart immer wieder zum Playoff-Monster und ist in engen wie wichtigen Spielen mit spektakulären Paraden der ultimative Unterschiedsspieler.
War Fleury in den Playoffs 2020 noch die Nummer 2, erkämpfte er sich in der Folgesaison den Stammplatz zurück und steht nun neben Philipp Grubauer (Colorado Avalanche) und Andrei Vasilevskiy (Tampa Bay Lightning) unter den drei Finalisten für die Vezina Trophy für den besten Torwart des Jahres.
Zu Höchstform aber läuft Fleury regelmäßig in den Playoffs auf. Das zeigen auch seine Zahlen in diesem Jahr: Der 1,89 Meter große Linksfänger kommt auf einen Gegentorschnitt von 1,91, eine Fangquote von 92,3 Prozent und einen Shutout. Nicht umsonst ist "Flower" der Publikumsliebling in Las Vegas und könnte zur entscheidenden Figur im Kampf um den Stanley Cup werden.

15 Ü-36-Spieler in den Stanley Cup Playoffs 2021
Abgesehen von diesem Quintett kamen übrigens zehn weitere Ü-36-Spieler in den Stanley Cup Playoffs 2021 zum Einsatz: Pierre-Edouard Bellemare (36, Colorado Avalanche), Mike Smith (39, Edmonton Oilers), Zach Parise, Ryan Suter (beide 36, beide Minnesota Wild), Brad Richardson (36, Nashville Predators), Jeff Carter (36, Pittsburgh Penguins), Jason Spezza (37), Joe Thornton (41, beide Toronto Maple Leafs), Zdeno Chara (44), Craig Anderson (40, beide Washington Capitals) und Nate Thompson (36, Winnipeg Jets).