Minnesota Wild v Dallas Stars - Game One

Die Dallas Stars sind als einer der ganz großen Favoriten in die Stanley Cup Playoffs 2026 gestartet, doch war für die Texaner bereits in der Ersten Runde Schluss. Die Best-of-7-Serie gegen die Minnesota Wild ging nach sechs Spielen verloren (2:4). Am Donnerstag gab Dallas‘ General Manager Jim Nill ein Abschlussinterview. Dabei sprach der 68-jährige Kanadier über das schmerzhafte Aus, eine lange Verletztenliste und seine Pläne für die Zukunft der Stars.

Enttäuschung und Frust beim GM

„Die Organisation und ich sind enttäuscht“, begann Nill sein Exit-Interview. „Wir hatten eine Wahnsinnssaison, waren Dritter in der gesamten Liga, in allen Kategorien unter dem Top-10, außer im Penalty Killing. Jetzt hier zu stehen und in der Ersten Runde rausgeflogen zu sein, ist enttäuschend. Warum ist das so? Dafür gibt es mehrere Gründe. Erstmal möchte ich Minnesota loben, sie haben einen guten Job gemacht und haben schneller zu ihrem Spiel gefunden als wir. Wir waren diesbezüglich hinterher und konnten nie aufholen. Wir sind nie wirklich ins Laufen gekommen.“

Zwischenzeitlich konnte Dallas in der Serie mit 2:1 in Führung gehen, verlor hintenraus aber drei Spiele in Folge und musste nach eigenem Empfinden viel zu früh den bitteren Gang in die Sommerpause antreten. 

„Ich hatte hohe Erwartungen, die wir nicht erfüllen konnten. Es ist frustrierend“, so Nill. „Was es wirklich frustrierend macht, ist, wie es in dieser Saison gelaufen ist. Es war eines der forderndsten Saisons, die ich je erlebt habe. Dazu zählen der Spielplan und die Reisen, was jeder in dieser Liga hatte - und in unserem Fall die Verletzungen.“ 

Eine schier endlose Verletztenliste

Nill präsentierte also eine nicht enden wollende Liste an Verletzungen, die in alphabetischer Reihenfolge der Spieler-Nachnamen wie folgt aussieht:

Nathan Bastian (Finger-Bruch und -OP), Jamie Benn (punktierte Lunge im Training Camp, Gehirnerschütterung im Dezember), Oskar Bäck (Schulterverstauchung in den Playoffs), Lian Bichsel (Bein- und Knöchelbruch in der regulären Saison, verstauchte Schulter im letzten Playoff-Spiel), Michael Bunting (Leistenverletzung), Matt Duchene (Gehirnerschütterung), Adam Erne (Innenbandriss), Radek Faksa (Gehirnerschütterung bei Olympia, Schnittwunde am Fuß, nachdem er von einem Schlittschuh getroffen wurde, Bänderriss, möglicherweise weitere Operation erforderlich), Thomas Harley (Fußbruch im November), Arttu Hyry (schwere Knöchelverstauchung), Miro Heiskanen (Riss der seitlichen Bauchmuskulatur vor den Playoffs, verstauchter Knöchel in den Playoffs), Roope Hintz (Krank bei Olympia, doppelter Riss des hinteren Oberschenkelmuskels), Nils Lundqvist (Bein- und Knöchelbruch während der Saison, Gesichtsverletzung und Gehirnerschütterung in den Playoffs), Mikko Rantanen (Innenbandriss im Knie), Tyler Seguin (Kreuzbandriss im Januar).

„Meine größte Sorge vor den Olympischen Spielen war, dass sich jemand verletzten würde. Am Ende kamen drei verletzte Spieler zurück“, haderte Nill. Insbesondere die Verletzung von Unterschiedsspieler Rantanen schmerzte die Stars in den Playoffs sehr: „Mikko hatte sich das Innenband im Knie gerissen, es war also eine große Verletzung. Er ist nie mehr richtig reingekommen und konnte sein Körperspiel nicht durchziehen. Normalerweise räumt er auf, jetzt ist er stattdessen hingefallen.“

DAL@MIN, GM 3: Rantanen trifft mit einem Rückhand-Tip-in im Powerplay zum 1:0

Nur ein Ausrutscher?

Nill, der in verschiedenen Funktionen bei den Detroit Red Wings schon viermal den Stanley Cup gewann (1997, 1998, 2002, 2008) und in seiner Zeit in Dallas (seit 2013) dreimal als General Manager des Jahres (2023, 2024, 2025) ausgezeichnet wurde, blickt optimistisch in die Zukunft. 

„Wir haben Glück: Ein Großteil unseres Kerns hat seinen Zenit noch nicht erreicht. Wyatt Johnston ist gerade einmal 23 Jahre alt. Unsere Schlüsselspieler sind 23 oder drei Jahre älter. Wir haben immer noch drei bis fünf gute Jahre vor uns. Wir werden eine gute Mannschaft sein. Dieses Jahr war eine Ausnahme. Wir werden uns zusammensetzen und nächsten Jahr neu angreifen“, betont Nill. „Wir werden nicht viel ändern. Man muss vorsichtig sein und nicht gleich alles in die Luft jagen.“

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