Die Highlights und spielentscheidenden Szenen aus dem Spiel zwischen den Philadelphia Flyers und den Colorado Avalanche

So schnell kann sich das Blatt wenden. Bei den Philadelphia Flyers herrscht eine ganz andere Stimmung als noch vor wenigen Tagen. Am Montag gelang ihnen zu Hause in der Xfinity Mobile Arena ein 3:2-Heimsieg gegen die Colorado Avalanche. Mit dem zweiten Sieg in Folge wächst die Hoffnung, dass die schwierige Phase zum Saisonstart hinter der Mannschaft liegt.

„Heute habe ich viel Einsatz gesehen“, lobte Trainer Rick Tocchet. „Wir haben bestimmte Dinge von der Mannschaft verlangt und davon bekommen wir langsam immer mehr.“

Rückkehr zur Bestform?

Vergangene Saison übertrafen die Flyers alle Erwartungen. Mit 98 Punkten (43-27-12) zogen sie auf Platz drei der Metropolitan Division in die Stanley Cup Playoffs ein. Dort gelang ihnen in der Ersten Runde sogar der Erfolg im Pennsylvania-Derby gegen die Pittsburgh Penguins, die sie in sechs Spielen aus dem Rennen warfen.

In den ersten Wochen der neuen Saison war Philadelphia aber kaum wiederzuerkennen. Neun Spiele lang gab es nur Niederlagen. Mit 1,22 Toren pro Spiel belegte die Mannschaft den letzten Platz aller 32 NHL-Teams, mit 3,56 Gegentoren pro Spiel Rang 24, mit einer Powerplayquote von 7,7 Prozent den vorletzten Platz und mit einer Bilanz von 0-6-3 und drei Punkten den 30. Platz in der Tabelle.

COL@PHI: Acciari stellt den Spielstand auf 3:1

Doch nun ist innerhalb von drei Tagen wieder Hoffnung aufgekeimt. Ein erster Lichtblick war das Ende der Niederlagenserie durch einen 3:1-Sieg gegen die Ottawa Senators am Samstag. Der Erfolg vom Montag unterstrich die Formsteigerung. Die Senators und die Avalanche sind kein Fallobst, sondern gehören zu den Spitzenteams.

„Wir hatten nicht den Start, den wir gerne gehabt hätten“, gab Veteran Noel Acciari zu. „Vielleicht dachten wir, dass es einfach so weitergeht wie letztes Jahr. Aber wir haben mit jedem Spiel etwas gelernt und über die beiden Siege sind wir besser geworden und so müssen wir weitermachen."

Durch die jüngsten Erfolgserlebnisse konnten die Flyers mit nun sieben Punkten die rote Laterne in der Eastern Conference an die Columbus Blue Jackets abgeben. Allerdings bestritten die Blue Jackets bisher vier Spiele weniger. Um endgültig aus dem Tabellenkeller zu klettern und zu beweisen, dass sie auch in diesem Jahr konkurrenzfähig sind, liegt noch Arbeit vor den Flyers.

Junge Scorer nehmen Fahrt auf

Das größte Problem Philadelphias war in den ersten neun Spielen die Offensive. Es wollten schlicht keine Tore fallen. Die sechs Treffer in den vergangenen beiden Spielen waren in diesem Bereich eine deutliche Verbesserung. Diesen Fortschritt hat das Team vor allem drei jungen Stürmern zu verdanken.

Trevor Zegras (25), Matvei Michkov (21) und Porter Martone (19) sind die treibenden Kräfte im Angriff. Michkov erzielte am Montag das 1:0 im Powerplay (8.) und das 2:0 (33.). Zegras bereitete beide Treffer sowie das entscheidende 3:2 (47.) von Acciari vor.

COL@PHI: Michkov gelingt ein weiteres Tor

„Michkovs Treffer sind die eines echten Torjägers“, schwärmte Tocchet. „Er hat das richtige Timing. Manchmal kann man übers Tor ziehen oder zu spät dran sein, aber er hat ein gutes Gespür.“

Michkov und Zegras sind mit sieben Punkten die beiden Topscorer der Flyers und erzielten jeweils vier Punkte in den beiden Siegen. Martone steuerte beim Sieg gegen die Senators am Samstag ein Tor und einen Assist bei, nachdem er zuvor in neun Spielen nur ein Tor erzielt hatte.

„Ich fühle mich gerade ausgezeichnet“, freute sich Michkov. „Ich habe diese Saison wirklich viel Energie. Ich will spielen und das Team mehr unterstützen.“

Flyers von Verletzungen unbeeindruckt

Beachtenswert ist auch, dass die Flyers den beiden starken Gegnern deutlich ersatzgeschwächt gegenübertraten. Die Stürmer Travis Konecny und Owen Tippett und die Verteidiger Rasmus Ristolainen und Cam York fehlten in beiden Spielen. Gegen Colorado fiel zudem Tyson Foerster aus. Stattdessen rückten vier Rookies in die Aufstellung, der Verteidiger Hunter McDonald und die Stürmer Alex Bump, Cole Knuble und Jacob Gaucher.

Trotz der Verletzungskrise schlug sich die Mannschaft nicht schlechter, sogar eher besser. In beiden Partien ließen sie nur je 26 Torschüsse gegen offensivstarke Gegner zu. Ottawa kam durch die Paradereihe um Tim Stützle zu nur einem Tor. Gegen Colorado gelang den Flyers das seltene Kunststück, sowohl Nathan MacKinnon als auch Cale Makar punktlos zu halten.

„Ich glaube, es ist wichtig, dass jeder in der Aufstellung ersetzt werden kann und dass die Ersatzspieler so spielen können, wie wir es brauchen“, betonte Torwart Joseph Woll. „Manche Spieler müssen dann größere Rollen übernehmen. Wir haben mit den neuen Leuten im Kader den Fuß nicht vom Gaspedal genommen und sogar eher einen Gang hochgeschaltet. Das war aus meiner Perspektive echt cool anzuschauen.“

Woll bleibt Stütze des Teams

Für die Siege verdient eine Reihe von Spielern Anerkennung, von den Spitzenstürmern über die stabile Abwehr bis zu den eingewechselten Rookies, die ihre Rollen gut ausfüllten. Die Stütze der Mannschaft ist und bleibt aber Woll. Er hielt gegen die Avalanche 24 Schüsse und sicherte den Sieg ab.

Woll schlägt sich schon die gesamte Saison über mehr als respektabel. Trotz der schlechten Ergebnisse können sich seine Zahlen absolut sehen lassen. In sechs Spielen kommt er auf eine Fangquote von 91,7 Prozent und einen Durchschnitt von 2,64 Gegentoren pro Partie.

„Er ist ein technisch versierter Torhüter und ich glaube, ich habe noch nie jemanden so hart arbeiten sehen“, fand Tocchet für den Torwart lobende Worte. „Er wirkt im Tor sehr groß. Wenn die Schüsse auf ihn zukommen, ist da einfach nicht viel Platz. Er hat schon die ganze Saison sehr stark für uns gespielt.“

In der nächsten Begegnung wird aber vermutlich wieder Wolls Kollege Dan Vladar zwischen den Pfosten stehen, denn es geht bereits am Mittwoch mit einem Auswärtsauftritt weiter. Gegen die Buffalo Sabres (7:30 p.m. ET; Do. 1:30 Uhr MESZ) sollen dann die nächsten Punkte eingefahren werden, um sich in der Tabelle weiter nach oben zu arbeiten.

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