Die Highlights und spielentscheidenden Szenen aus dem Spiel zwischen den Florida Panthers und den Seattle Kraken

Die Florida Panthers haben mit einem historischen Offensivspektakel für Aufsehen in der NHL gesorgt. Beim 8:3-Heimsieg gegen die Seattle Kraken erzielten Carter Verhaeghe und Sam Bennett am Samstag jeweils drei Tore. Besonders bemerkenswert: Verhaeghe gelang dabei ein sogenannter Natural Hattrick, also drei Treffer direkt hintereinander.

Damit schrieben die Panthers Ligageschichte, denn erstmals erzielte eine Mannschaft in drei aufeinanderfolgenden Spielen jeweils einen Natural Hattrick. Brady Tkachuk hatte dieses Kunststück in den beiden vorangegangenen Partien vollbracht. Für Florida war es zudem der dritte Sieg in Serie. Nach einem zunächst eher zähen Saisonstart kommt die Offensive des Titelanwärters zunehmend auf Touren.

Verhaeghe setzt den historischen Höhepunkt

Die Zuschauer in der Amerant Bank Arena in Sunrise bekamen einiges geboten. Mit Verhaeghe und Bennett standen dabei gleich zwei Panthers-Angreifer im Mittelpunkt, die jeweils dreimal trafen. Dass zwei Spieler einer Mannschaft in derselben NHL-Partie einen Hattrick erzielen, hatte es in der Geschichte des Franchise zuvor noch nie gegeben.

Verhaeghe sorgte mit drei Treffern hintereinander für den historischen Höhepunkt. Nachdem er Florida kurz vor der ersten Drittelpause mit zwei Toren auf Kurs gebracht hatte, legte er im zweiten Abschnitt nach. Sein dritter Treffer zum zwischenzeitlichen 4:1 machte den Natural Hattrick perfekt.

„Manchmal läuft es einfach so“, erklärte Verhaeghe. „Es ist ziemlich gut, gleich ein paar Tore zu erzielen und auf die Anzeigetafel zu kommen, besonders im Powerplay. Das fühlt sich gut an.“

SEA@FLA: Verhaeghe mit dem fünften Dreierpack seiner NHL-Karriere

Der Stürmer hatte offenbar genau den richtigen Zeitpunkt erwischt, um seine Treffsicherheit wiederzuentdecken. In seinen letzten drei Spielen gelangen ihm fünf Tore. Auf die Frage nach seinem derzeitigen Lauf antwortete er mit einem Augenzwinkern, sein „Swag“ sei momentan definitiv eingeschaltet. Hoffentlich bleibe das noch eine Weile so, fügte er hinzu.

Dabei hatte Florida zu Saisonbeginn offensiv noch nicht besonders überzeugend gewirkt. Verhaeghe hatte allerdings nie ernsthaft daran gezweifelt, dass sich das ändern würde. Schließlich verfüge die Mannschaft über reichlich offensive Qualität und zahlreiche Spieler, die ihre Torgefahr bereits bewiesen hätten. Zudem sei die Defensive schon vorher stabil gewesen. Auch das verbesserte Powerplay trage inzwischen seinen Teil zur Torflut bei.

Bennett trifft dreimal und knackt eine persönliche Marke

Während Verhaeghe bereits seinen nächsten Hattrick feierte, durfte sich Teamkamerad Bennett über ein besonderes Erfolgserlebnis freuen. Der Angreifer hatte vor dem Duell mit Seattle noch auf seinen ersten Saisontreffer gewartet. Nun gelangen ihm gleich drei Tore und mit dem letzten Treffer erreichte er zugleich die Marke von 400 Scorerpunkten in seiner NHL-Karriere.

Bennett brachte Florida bereits nach 65 Sekunden in Führung, als er einen Abpraller nach einem Schuss von Matthew Tkachuk verwertete. Im zweiten Drittel erhöhte er nach einer Vorlage von Brady Tkachuk auf 6:1. Seinen dritten Treffer erzielte er im Schlussabschnitt mit einem Direktschuss nach Zuspiel von Uvis Balinskis zum Endstand.

SEA@FLA: Bennett mit dem vierten NHL-Dreierpack seiner Karriere

„Es gibt Spiele, in denen der Puck einfach nicht ins Tor will, und an anderen Abenden scheint alles für einen zu laufen“, sagte Bennett. „Man muss einfach dranbleiben.“

Der Stürmer führte die Leistung auch auf das aggressive Forechecking und den Druck zurück, den Florida auf den Gegner ausgeübt habe. Dadurch seien Scheibenverluste erzwungen und gute Abschlussmöglichkeiten geschaffen worden.

Trainer Paul Maurice lobte Bennetts Geduld. Schon im vorherigen Spiel habe dieser mehrere gute Chancen gehabt, die jedoch ungenutzt geblieben seien. Bennett sei ein intelligenter Spieler, der gewusst habe, dass seine Treffer irgendwann kommen würden. Besonders vor dem Tor, wo es eng und unübersichtlich werde, könne er seine Stärken ausspielen.

Maurice erkennt den Fortschritt im Offensivspiel

Der deutliche Erfolg war für Florida mehr als nur ein außergewöhnlicher Abend mit zahlreichen Treffern. Trainer Maurice sieht seine Mannschaft zunehmend besser harmonieren. Das Tempo im Angriff steige, und zwischen den verschiedenen Reihen entwickle sich mehr Zusammenspiel.

„Die Geschwindigkeit unseres Offensivspiels kommt immer besser zusammen“, erklärte Maurice. „Jetzt beginnt sich auch die Abstimmung zwischen verschiedenen Spielern zu entwickeln. Mir hat das Tempo gefallen, mit dem wir gespielt haben.“

Der Coach verwies darauf, dass seine Mannschaft schon zu Saisonbeginn gute Chancen herausgespielt habe. Nach einem 1:0 in der Verlängerung zum Auftakt sei der Schwerpunkt zunächst stark auf die Defensive gelegt worden. Das habe die Offensive möglicherweise etwas gebremst. An der Überzeugung, dass die Tore irgendwann fallen würden, habe es aber nicht gefehlt.

Eine einfache Erklärung für den plötzlichen Torrausch gebe es nicht, meinte Maurice scherzhaft. Vielleicht habe Florida die Treffer einfach eine Weile aufgespart. Entscheidend sei vor allem das höhere Tempo, durch das inzwischen bessere Torchancen entstünden.

Auch statistisch ist die Serie bemerkenswert: Florida ist das erste Team seit mehr als 100 Jahren, das bereits vor seinem zehnten Saisonspiel mindestens vier Hattricks verbuchen konnte. Zuletzt war dies den Toronto St. Patricks in der Saison 1922/23 mit fünf Hattricks gelungen. Innerhalb der vergangenen 30 Jahre hatten lediglich die Toronto Maple Leafs 2024 und die Washington Capitals 2010 ebenfalls in drei aufeinanderfolgenden Spielen jeweils einen Hattrick erzielt.

Seattle erlebt einen Abend zum Vergessen

Für die Kraken war der Ausflug nach Florida dagegen ein ernüchternder Abschluss einer ansonsten erfolgreichen Auswärtsreise. Seattle hatte zuvor in vier Spielen in Serie gepunktet und beendete den Roadtrip trotz der deutlichen Niederlage mit sieben Punkten aus fünf Partien.

Shane Wright, Frederick Gaudreau und Ryker Evans erzielten die drei Treffer der Gäste. Torhüter Joey Daccord musste allerdings acht Gegentore bei insgesamt 37 Schüssen der Panthers hinnehmen und parierte 29 Abschlüsse. Jacob Markstrom, der nach einer Pause ins Tor der Panthers zurückkehrte, kam auf der anderen Seite auf 20 Paraden.

„Wir wurden in allen Bereichen geschlagen“, räumte Seattles Trainer Lane Lambert ein. Seine Mannschaft habe deutlich mehr leisten müssen. Trotz des misslungenen Abends wolle er den insgesamt erfolgreichen Roadtrip nicht aus den Augen verlieren.

Markstrom freute sich derweil über die Rückkehr ins Tor und lobte die Leistung seiner Vorderleute. Selbst bei acht eigenen Treffern habe sich an seiner Einstellung nichts geändert. Er sei weiterhin auf die defensive Arbeit konzentriert gewesen. Natürlich mache es Spaß, eine Mannschaft so häufig treffen zu sehen, insbesondere, wenn gleich mehrere Hattricks zusammenkämen.

Florida steht nun bei fünf Siegen, zwei Niederlagen und zwei weiteren Niederlagen nach Verlängerung oder Shootout. Die Offensive ist offensichtlich erwacht. Und mit drei Natural Hattricks in Folge haben die Panthers bereits jetzt ein Kapitel NHL-Geschichte geschrieben.

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