Die Highlights und spielentscheidenden Szenen aus dem Spiel zwischen den Minnesota Wild und den Columbus Blue Jackets

Und dann wurde es zweistellig für ihn. Als erster Spieler in der laufenden Spielzeit erreichte Kirill Kaprizov die 10-Tore-Marke und verhalf den Minnesota Wild am Sonntag in der Grand Casino Arena von St. Paul zu einem 2:1-Heimsieg gegen die Columbus Blue Jackets. Es lief die vierte Minute im Mittelabschnitt und die Wild standen mit einem Mann mehr auf dem Eis, als der 29-jährige Linksaußen mit einem satten Schuss vom Bullykreis aus über die Schulter von Columbus' Torwart Cam Talbot (32 Saves) eine Vorlage von Maxim Shabanov zur erneuten Führung der Hausherren abschloss. 

Vor ihm hatte noch nie ein Akteur der Wild als erster Spieler in einer NHL-Saison zehn Tore geschossen. Überhaupt waren noch keinem Spieler der Wild so schnell, bereits nach neun Spielen, zehn Tore geglückt. Die bisherige Bestmarke stammt von Brian Rolston mit zehn Toren in den ersten zwölf Spielen der Saison 2006/07. 

Kaprizov ist zudem der sechste aktive Spieler, der in neun oder weniger Spiele zu Beginn einer Spielzeit zehn Tore erzielte, nach Auston Matthews (sechs Spiele in der Saison 2018/19), Alex Ovechkin (acht Spiele in der Saison 2017/18), David Pastrnak (neun Spiele in den Saisons 2018/19 und 2019/20), Nikita Kucherov (neun Spiele in der Saison 2017/18) und Sidney Crosby (neun Spiele in der Saison 2016/17).

CBJ@MIN: Kaprizov bei Überzahl zur Führung im 2.

Minnesotas Top-Scorer baute außerdem seinen Punktestreak auf sechs Spiele aus, in denen er sieben Tore und fünf Assists verbuchen konnte.

In die Kategorie Understatement fällt Kaprizovs Kommentar zu seiner Erfolgsserie, unter der Beachtung, dass ihm bereits in den ersten drei Saisonspielen drei Tore gelungen waren. 

„Einfach nur spielen, Spiele bestreiten und sich dabei wohlfühlen. Ich habe das Gefühl, dass die ersten paar Spiele etwas schwierig waren. Man spürt die Kraft nicht sofort. Aber nach zwei, drei, vier Partien fühle ich mich jetzt schon ein bisschen besser“, so der Torjäger.

CBJ@MIN: Fantilligleicht spät im Ersten aus

Die Wild ließen anschließend nichts mehr anbrennen, gestatteten ihren Gästen insgesamt nur 14 Torschüsse, davon nur dessen sieben im zweiten und dritten Drittel nach Kaprizovs Treffer, und somit sollte sich dieser als Game Winner herausstellen. Die Wild ließen in ihrer Franchise-Historie nur einmal noch weniger Schüsse des Gegners zu: Am 18. Januar 2003 gegen Anaheim waren es dessen 13.

Kaprizov war zum 78. Mal in seiner Karriere am Siegtreffer beteiligt und überholte damit Marian Gaborik (77) auf Platz drei der ewigen Bestenliste des Klubs hinter Mikko Koivu (122) und Zach Parise (86).

„Ich hatte das Gefühl, dass wir das Spiel größtenteils unter Kontrolle hatten. Wir wussten, dass sie zwei Spiele hintereinander bestritten hatten. Wir wussten auch, dass sie gestern Abend ein gutes Spiel gemacht hatten (1:0 n.V. gegen NYR), daher war uns klar, dass wir von Beginn an auf der Hut sein mussten. Wir haben uns das ganze Spiel über gut gefühlt. Und wenn sie mal Druck machten, hielten wir stand und hielten erneut die Null“, beschrieb Minnesotas Schlussmann Jesper Wallstedt das Spielgeschehen aus seiner Sicht.

Wallstedt musste sich nur von Adam Fantilli zum 1:1 bezwingen lassen, der auf Vorarbeit von Zach Werenski in der Schlussminute des Eröffnungsdrittels bei 6-gegen-5 die Lücke fand, als eine Strafe gegen die Wild angezeigt war. 60 Sekunden zuvor hatte Danila Yurov mit dem 1:0 für den ersten Torjubel im weiten Rund gesorgt. Jakov Trenin spielte ihm den Puck zu, Jurov schloss den Angriff mit einem Handgelenksschuss ab und erzielte sein viertes Tor in neun Saisonpartien.

„So, wie er das Spiel versteht und überblickt, wird er einmal ein Center in einer der beiden ersten Reihen sein. Mittlerweile erkennen wir zunehmend, welch ein guter Schlittschuhläufer er ist, wieviel Selbstvertrauen er hat und über welche Offensivinstinkte er verfügt, zusätzlich zu seiner Eishockeyintelligenz und seinem Spielverständnis ohne Puck, die hervorragend sind“, prophezeit Wilds Trainer John Hynes dem 22-Jährigen eine goldene Zukunft.

Mit ihrem zweiten Sieg am Stück, dem vierten aus ihren letzten fünf Auftritten, übernahmen die Wild mit einer Bilanz von 6-2-1 und 13 Punkten die Tabellenführung in der Central Division vor den Utah Mammoth (6-3-0) und den Colorado Avalanche (5-2-1). Auf eigenem Eis ist Minnesota in dieser Saison noch ungeschlagen. Zum sechsten Mal in ihrer Klub-Geschichte nach 2006/07, 2007/08, 2014/15, 2015/16 und 2026/17 sowie zum ersten Mal seit zehn Jahren gewannen sie ihre ersten vier Heimspiele in einer Saison.

Die Wild begeben sich auf eine fünf Spiele umfassende Auswärtstour, während der sie beginnend am Dienstag (9 p.m. ET; Mi. 3 Uhr MESZ) im zweitägigen Rhythmus auf die Edmonton Oilers, Calgary Flames, Seattle Kraken, Vancouver Canucks und Mammoth treffen. Die in der laufenden Saison auswärts noch punktlosen (0-2-0) aber zuhause bereits dreimal siegreichen (3-2-0) Blue Jackets erwarten am Dienstag vor heimischer Kulisse die Toronto Maple Leafs (7 p.m. ET; Mi. 1 Uhr MESZ).

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