Die Wild ließen anschließend nichts mehr anbrennen, gestatteten ihren Gästen insgesamt nur 14 Torschüsse, davon nur dessen sieben im zweiten und dritten Drittel nach Kaprizovs Treffer, und somit sollte sich dieser als Game Winner herausstellen. Die Wild ließen in ihrer Franchise-Historie nur einmal noch weniger Schüsse des Gegners zu: Am 18. Januar 2003 gegen Anaheim waren es dessen 13.
Kaprizov war zum 78. Mal in seiner Karriere am Siegtreffer beteiligt und überholte damit Marian Gaborik (77) auf Platz drei der ewigen Bestenliste des Klubs hinter Mikko Koivu (122) und Zach Parise (86).
„Ich hatte das Gefühl, dass wir das Spiel größtenteils unter Kontrolle hatten. Wir wussten, dass sie zwei Spiele hintereinander bestritten hatten. Wir wussten auch, dass sie gestern Abend ein gutes Spiel gemacht hatten (1:0 n.V. gegen NYR), daher war uns klar, dass wir von Beginn an auf der Hut sein mussten. Wir haben uns das ganze Spiel über gut gefühlt. Und wenn sie mal Druck machten, hielten wir stand und hielten erneut die Null“, beschrieb Minnesotas Schlussmann Jesper Wallstedt das Spielgeschehen aus seiner Sicht.
Wallstedt musste sich nur von Adam Fantilli zum 1:1 bezwingen lassen, der auf Vorarbeit von Zach Werenski in der Schlussminute des Eröffnungsdrittels bei 6-gegen-5 die Lücke fand, als eine Strafe gegen die Wild angezeigt war. 60 Sekunden zuvor hatte Danila Yurov mit dem 1:0 für den ersten Torjubel im weiten Rund gesorgt. Jakov Trenin spielte ihm den Puck zu, Jurov schloss den Angriff mit einem Handgelenksschuss ab und erzielte sein viertes Tor in neun Saisonpartien.
„So, wie er das Spiel versteht und überblickt, wird er einmal ein Center in einer der beiden ersten Reihen sein. Mittlerweile erkennen wir zunehmend, welch ein guter Schlittschuhläufer er ist, wieviel Selbstvertrauen er hat und über welche Offensivinstinkte er verfügt, zusätzlich zu seiner Eishockeyintelligenz und seinem Spielverständnis ohne Puck, die hervorragend sind“, prophezeit Wilds Trainer John Hynes dem 22-Jährigen eine goldene Zukunft.
Mit ihrem zweiten Sieg am Stück, dem vierten aus ihren letzten fünf Auftritten, übernahmen die Wild mit einer Bilanz von 6-2-1 und 13 Punkten die Tabellenführung in der Central Division vor den Utah Mammoth (6-3-0) und den Colorado Avalanche (5-2-1). Auf eigenem Eis ist Minnesota in dieser Saison noch ungeschlagen. Zum sechsten Mal in ihrer Klub-Geschichte nach 2006/07, 2007/08, 2014/15, 2015/16 und 2026/17 sowie zum ersten Mal seit zehn Jahren gewannen sie ihre ersten vier Heimspiele in einer Saison.
Die Wild begeben sich auf eine fünf Spiele umfassende Auswärtstour, während der sie beginnend am Dienstag (9 p.m. ET; Mi. 3 Uhr MESZ) im zweitägigen Rhythmus auf die Edmonton Oilers, Calgary Flames, Seattle Kraken, Vancouver Canucks und Mammoth treffen. Die in der laufenden Saison auswärts noch punktlosen (0-2-0) aber zuhause bereits dreimal siegreichen (3-2-0) Blue Jackets erwarten am Dienstag vor heimischer Kulisse die Toronto Maple Leafs (7 p.m. ET; Mi. 1 Uhr MESZ).