Die Highlights und spielentscheidenden Szenen aus dem Spiel zwischen den Anaheim Ducks und den Boston Bruins

Marco Sturm lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Seine Boston Bruins fanden am Freitag im Auswärtsspiel bei den Anaheim Ducks schlecht in die Partie. Anaheim dominierte das erste Drittel mit doppelt so vielen Torschüssen (14:7) und traf in der 20. Spielminute doppelt. Gerade einmal 21 Sekunden lagen zwischen den beiden Treffern von Tim Washe und Beckett Sennecke. Doch Marco Sturm, der Trainer der Bruins, blieb gelassen. Er wusste, dass das Spiel zu Gunsten seiner Mannschaft kippen könnte.

„Wenn man lange genug im Eishockey tätig ist, kann man das einschätzen“, sagte er später. „Sie kamen sehr stark ins Spiel, hatten besonders im ersten Drittel des Spiels sehr viel Schwung. Gleichzeitig ist es für eine junge Mannschaft schwierig, dieses Tempo über 60 Minuten aufrechtzuerhalten. Ich hoffte deshalb darauf, dass sie irgendwann nachlassen würden. Genau das ist meiner Meinung nach passiert.“

Brunet leitet Comeback der Bruins ein

Tatsächlich legten die Bruins eine starke Aufholjagd hin. Das Überzahlspiel sollte dabei eine entscheidende Rolle spielen. Frederic Brunet gelang im zweiten Drittel im Powerplay der Anschlusstreffer zum 1:2. Für den 23-Jährigen war dies das erste NHL-Tor seiner Karriere. „Für mich ist vor allem seine Beinarbeit außergewöhnlich. Wie er sich bewegt und den Puck an der blauen Linie entlangzieht, dazu kommen noch seine technischen Fähigkeiten. Es macht einfach Spaß, ihm zuzusehen“, sagte Sturm über den Fünftrunden-Pick von 2022. „Er spielt bislang eine großartige Saison. Das freut mich für ihn. Heute ist der Puck irgendwie am Torwart vorbeigerutscht. Insgesamt zeigt er sehr viele gute Dinge.“

BOS@ANA: Brunet erzielt im Powerplay sein erstes NHL-Tor

Im Schlussdrittel folgten zwei weitere Treffer in Überzahl – erst von David Pastrnak, dann von Elias Lindholm. Bemerkenswert: Pastrnak erzielte das 423. Tor seiner Karriere. Damit zog er an Brad Marchand vorbei und belegt nun allein den vierten Platz in der Geschichte der Bruins. Vor ihm stehen lediglich noch Johnny Bucyk (525), Phil Esposito (459) und Patrice Bergeron (427). Zudem erzielte Pastrnak das 67. Tor seiner Karriere, das den Spielstand ausglich. Damit überholte er Patrice Bergeron und rangiert nun an vierter Stelle in der Geschichte der Bruins – hinter Johnny Bucyk (82), Ray Bourque (73) und Brad Marchand (72).

Powerplay der Bruins als Erfolgsfaktor

Die Special Teams von Boston haben den Unterschied ausgemacht. Drei der vier Überzahlspiele wurden in ein Tor umgemünzt. Auf der Gegenseite hatte Anaheim fünf Powerplays und konnte keinen einzigen Treffer daraus generieren. „Das war großartig“, lobte Sturm. „Unser Penalty Killing hat einen herausragenden Job gemacht. Und das Powerplay hat den Unterschied ausgemacht.“

Die Bruins erzielten erstmals seit dem 27. Dezember 2023 wieder drei Powerplay-Treffer in einem Auswärtsspiel. Damals gelang dies bei den Buffalo Sabres. „Im Powerplay geht es insgesamt darum, ein gutes Gefühl zu entwickeln. Die Jungs fühlten sich bereits in den vergangenen Spielen besser. Dass Chucky (Charlie McAvoy) wieder dabei ist, hat ihnen meiner Meinung nach geholfen, etwas in ihre frühere Routine zurückzufinden. Es ist schon interessant, wie das Powerplay funktioniert. Das sieht man überall in der Liga. Heute hatten unsere Jungs definitiv das richtige Händchen.“

Knapp vier Minuten vor Spielende sorgte Matthew Poitras mit seinem Treffer zum 4:2 für die Vorentscheidung. Die Bruins haben nun das vierte Spiel in Folge gewonnen und stehen bei einer starken Bilanz von sechs Siegen und zwei Niederlagen.

BOS@ANA: Poitras nutzt einen Konter zum 4:2

Lindholm glänzt am Bullypunkt und lobt Comeback-Qualität

Torschütze Lindholm lobte die Comeback-Qualitäten seiner Mannschaft. „Das war bereits in der vergangenen Saison eine unserer Stärken“, so der Stürmer. „Anaheim war im ersten Drittel sehr gut und ließ uns zeitweise langsam aussehen. Unser Powerplay hat aber funktioniert, und Mikey DiPietro hat stark gehalten und uns dadurch im Spiel gehalten. Wir sind die gesamte Partie über drangeblieben. Das haben wir schon im vergangenen Jahr häufig getan.“

Lindholm selbst trug nicht nur wegen seines Treffers viel zum Sieg bei. „Am Bullypunkt war er sehr stark, eigentlich sogar unglaublich“, sagte Sturm in Anspielung an die Faceoff-Erfolgsquote von 78,3 Prozent. „Das gilt nicht nur für heute. Er spielt schon die gesamte Saison so und hatte bereits vom ersten Tag des Trainingslagers an viel Schwung. Er agiert auf dem Eis sehr intelligent. Ich glaube, dass ihm dafür zu wenige Menschen die nötige Anerkennung geben. Mit seiner Spielweise hilft er uns sehr dabei, dass wir Spiele gewinnen.“

Für Sturm steht am heutigen Samstag (9 p.m. ET, So. 3 Uhr MESZ) ein besonderes Auswärtsspiel bevor. Seine Bruins treten bei den Los Angeles Kings an, deren Trainerteam er früher angehörte.

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