bettman

Die Runden 2 bis 7 des NHL Draft 2021 wurden am 24. Juli virtuell abgehalten. Hier zehn Themen zu dem Geschehen am Samstag.
Nationenverteilung

Es ist keine Überraschung, dass das Mutterland des Eishockeys Kanada mit 89 auch in diesem Jahr die meisten gedrafteten Spieler stellt. Aus den Vereinigten Staaten kommen mit 45 Prospects die zweitmeisten und bei den europäischen Eishockeynationen lieferten sich Russland (29) und Schweden (23) ein Rennen um den dritten Platz. Es folgen Finnland (16) und Tschechien (8) vor Deutschland, der Schweiz und Weißrussland mit jeweils drei. Ein Kasache, ein Norweger, ein Slowake und ein Ukrainer wurden ebenfalls gedraftet.
Moser, eine weitere Schweizer Hoffnung
Die Liste an Schweizer Verteidiger, die in der NHL Fuß fassen konnten und mindestens 100 NHL-Spiele bestritten, beinhaltet acht Namen. Beginnend bei Mark Streit mit 786 Spielen über Roman Josi, dem Kapitän der Nashville Predators, mit 680 Spielen bis hin zu Jonas Siegenthaler von den New Jersey Devils. Wie Siegenthaler beim Draft 2015 von den Washington Capitals wurde auch Janis Moser in der zweiten Runde ausgewählt. Die Arizona Coyotes entschieden sich für den 21-jährigen Bieler an Nummer 60. Der älteste Spieler des diesjährigen Drafts war auch der erste Spieler aus dem deutschsprachigen Raum, der ausgewählt wurde.
Ähnliches: [Das lange Warten hat für Janis Moser ein Ende]
Kölner-Hochburg Edmonton
Mit Nachwuchsspielern aus Köln haben die Edmonton Oilers nur gute Erfahrungen gemacht. Schließlich stammt mit Leon Draisaitl einer ihrer besten Spieler, der 2020 die Hart Memorial Trophy gewann, aus der Domstadt. Könnte das Einfluss darauf gehabt haben, dass sich die Oilers in der 3. Runde an Nummer 90 für Luca Münzenberger entschieden haben? Wohl eher dürfte der 18-Jährige von den Kölner Junghaien das Management der Oilers bei der U20-Weltmeisterschaft überzeugt haben, wo er mit der deutschen Auswahl bis in das Viertelfinale vorgedrungen ist.
Ähnliches: [Zukunft von Münzenberger liegt in Edmonton]
Weitere Draft-Picks aus dem deutschsprachigen Raum
Der Schweizer Verteidiger Brian Zanetti (Rd. 4, Nr. 110) wurde von den Philadelphia Flyers, der deutsche Stürmer Haakon Hänelt (Rd. 5, Nr. 151) von den Washington Capitals, der Schweizer Rechtsaußen Simon Knak (Rd. 6, Nr. 179) von den Nashville Predators und der deutsche Torwart Nikita Quapp (Rd. 6, Nr. 187) von den Carolina Hurricanes ausgewählt.
Draft-Debüt der Seattle Kraken
Erstmals in ihrer Franchise-Geschichte durften sich die Seattle Kraken an einem NHL Draft beteiligen. Die im Bundesstaat Washington beheimatete Organisation wird in der kommenden Saison den Spielbetrieb in der NHL aufnehmen. Die Kraken hatten das Recht auf den jeweils dritten Zug in den Runden 2-7. Nach ihrem Erstrundenpick Center Matthew Beniers (Nummer 2) entschieden sie sich in den folgenden Durchgängen für Verteidiger Ryker Evans (Nr. 35), Center Ryan Winterton (Nr. 67), Verteidiger Ville Ottavainen (Nr. 99), Rechtsaußen Jacob Melanson (Nr. 131), Torwart Semyon Vyazovoi (Nr. 163) und Linksaußen Justin Janecke (Nr. 195).
Trades mit namhaften Spielern am 2. Draft-Tag
Einhergehend mit der Auswahl der besten Nachwuchsspieler waren die General Manager der 32 NHL-Klubs auch im Hintergrund fleißig damit beschäftigt, Trades auszuhandeln. Es wurden noch schnell Draft-Picks getauscht und auch einige namhafte Spieler mussten am Samstag ihren Arbeitgeber wechseln.
So gaben die Philadelphia Flyers mit Rechtsaußen Jakub Voracek einen ihrer drei Topscorer in der vergangenen Saison an die Columbus Blue Jackets für Rechtsaußen Cam Atkinson ab, der es seit 2011/12 in 627 Spielen für die Blue Jackets auf 402 Punkte (213 Tore, 189 Assists) gebracht hatte. Und Rechtsaußen Sam Reinhart, Buffalos punktbester Mann in der Saison 2020/21 wurde für Torwart-Prospect Devon Levi und einem Erstrunden-Zugrecht 2022 an die Florida Panthers getradet.
Ähnliches: [Jakub Voracek von Flyers zu Blue Jackets getradet]
Hurricanes mit über einem Dutzend Gelegenheiten
Nahezu aus dem Vollen schöpfen, konnten die Carolina Hurricanes am Samstag, nachdem sie am ersten Draft-Tag nur die Zuschauerrolle innehatten. Gleich 13 Spieler durften sie sich aussuchen. Ihre Wahl fiel auf fünf US-Amerikaner, zwei Russen, zwei Finnen, einem Kanadier, einem Schweden und auf einen tschechischen sowie einen deutschen Torwart.
Die Mannschaften mit den zweitmeisten Zügen in den Runden 2-7 waren die Montreal Canadiens und die Buffalo Sabres mit jeweils zehn Picks.
Maple Leafs hatten die wenigsten Möglichkeiten
Die Stanley Cup Playoffs endeten für die Toronto Maple Leafs bereits in der ersten Runde, der NHL Draft 2021 begann für das kanadische Traditionsteam erst in Runde 2. Die Maple Leafs waren der Klub mit den wenigsten Draft-Picks in diesem Jahr. Nur dreimal kamen sie an die Reihe. Mit ihrem ersten Zug wählten sie in Runde 2 Linksaußen Matthew Knies (Nr. 57), es folgten in Runde 5 Linksaußen Ty Voit an Nummer 153 und an Nummer 185 in Runde 6 Torwart Vyacheslav Peksa.
\[Hole dir hier alle Neuigkeiten und Ranglisten vom NHLDraft 2021\]
Stanley Cup Champion kam spät zum Zug
Wer würde nicht gerne als frisch gedrafteter Spieler bei einem amtierenden Stanley Cup Champion spielen? Es ist ohnehin schon schwer für einen jungen Spieler, auf Anhieb nach seinem Draft-Jahr einen Platz in einem NHL-Team zu ergattern, doch bei den Nachwuchskräften, die die Tampa Bay Lightning ausgewählt haben, scheint es kaum möglich. Die Lightning hatten ihren ersten erster Zug in der dritten Runde an Nummer 96, womit sie sich für Verteidiger Roman Schmidt entschieden. Ihre weiteren Kandidaten waren Linksaußen Dylan Duke (5. Rd., Nr. 126), Verteidiger Alex Gagne (Rd. 6, Nr. 192), Verteidiger Daniil Pylenkov (Rd. 7, Nr. 196) und Linksaußen Robert Flinton (Rd. 7, Nr. 211). Mit der Wahl von Niko Huuhtanen (Rd. 7, Nr. 224) setzten die Lightning den Schlusspunkt beim NHL Draft 2021.
Diesmal kein Österreicher
Nach dem historischen Draft 2020 für das österreichische Eishockey, bei dem gleich drei Nachwuchsspieler aus der Alpenrepublik gezogen wurden (Marco Rossi, Thimo Nickl, Benjamin Baumgartner) wurde dieses Jahr kein Name eines Österreichers aufgerufen. Es kann eben nicht jedes Jahr ein Rekordjahr sein, das in die Geschichte eingeht.