Die Highlights und spielentscheidenden Szenen aus dem Spiel zwischen den Colorado Avalanche und den Calgary Flames

Die Colorado Avalanche waren das erste Team in der Hauptrunde 2025/26, das sich für die Stanley Cup Playoffs qualifiziert hatte. Das ist etwa anderthalb Wochen her. Erfahrungsgemäß kann das eine schwierige Phase für ein Team sein. Es gilt, die Spannung hochzuhalten. Die Mannschaft von Trainer Jared Bednar scheint damit jedoch kein Problem zu haben. Am Montag gab es in der heimischen Ball Arena einen fulminanten 9:2-Sieg gegen die Calgary Flames. Großen Anteil daran hatte ein Spieler, der kürzlich noch das Trikot der Flames trug.

Duelle gegen ehemalige Teamkollegen sind immer etwas Besonderes. Da macht Nazem Kadri keine Ausnahme. Der Angreifer der Colorado Avalanche kam am 6. März dieses Jahres von Calgary nach Colorado. Kadri hatte seine NHL-Karriere in Toronto begonnen, kam zur Saison 2019/20 zum ersten Mal nach Denver, gewann dort mit den Avalanche 2022 den Stanley Cup und ging dann nach Calgary. Jetzt ist er wieder zurück in Colorado. Das Ziel: zum zweiten Mal den Stanley Cup gewinnen. Gegen seine Ex-Kollegen stellte er unter Beweis, wie ernst es ihm damit ist. Kadri gelangen im ersten Drittel zwei Überzahltore gegen Calgary. Er wurde zudem als bester Spieler der Partie ausgezeichnet. Und er wird bis zum Ende der Saison noch zweimal die alten Kollegen sehen. Die Partie am Montag war das erste von drei Aufeinandertreffen der beiden Teams in dieser Saison. Calgary ist am 9. April nochmal in Denver zu Gast, ehe Colorado im vorletzten Saisonspiel am 14. April nach Alberta muss.

Klare Verhältnisse nach dem ersten Drittel

Die Avalanche erstickten das Sturmfeuer der Gäste bereits im Keim. Schon nach dem ersten Drittel gab es keinen Zweifel, wer als Sieger das Eis verlassen würde. Den Anfang beim Scoring machte bei den Gastgebern die vierte Sturmreihe. Nach 151 Sekunden überwand Jack Drury zum ersten Mal den bedauernswerten Dustin Wolf im Flames-Tor. Wolf kassierte vier Treffer bei 16 Schüssen, die auf seinen Kasten kamen. Danach war sein Arbeitstag vorzeitig beendet und Devin Cooley übernahm. Auch dieser konnte sich über mangelnde Beschäftigung nicht beklagen und kam noch auf 28 Saves. Am Ende lautete das Torschussverhältnis 49:29 zugunsten der Avalanche.

CGY@COL: Avalanche mit fünf Toren im ersten Spielabschnitt

Als Cooley Wolf ablöste, waren gerade mal 9:19 Minuten im ersten Drittel gespielt. Da hatte Kadri schon seinen Überzahl-Doppelpack geschnürt (7., 8.). „Das hat uns den Sieg gebracht. Wir sind heiß

aus der Kabine gekommen. Ich denke, wir waren einfach mal dran mit einem guten Start vor eigenem Publikum. Wir haben gleich die Überzahlgelegenheiten genutzt. Das war der Hauptgrund, warum wir gewonnen haben“, meinte Kadri.

Kelly nähert sich 20-Tore-Marke

Kapitän Gabriel Landeskog hatte wenig später auf 4:0 erhöht. Den Schlusspunkt unter das furiose erste Drittel setzte wieder die vierte Reihe. Parker Kelly traf zum 5:0. Für Kelly war es der 18. Saisontreffer. Er schickt sich an, zum ersten Mal in seiner noch relativ jungen NHL-Karriere die 20-Tore-Marke in einer Spielzeit zu brechen. So lieferte Colorado zusätzlich einen Beweis dafür ab, dass die Mannschaft im Angriff nicht nur aus Nathan MacKinnon besteht. Alle vier Sturmreihen können ihren Beitrag zum Erfolg des Teams leisten. Darauf wird es in den Playoffs ankommen.

„Es macht viel mehr Spaß, mit einer Führung im Rücken zu spielen, als einem Rückstand hinterherzulaufen“, betonte Kelly. In den vergangenen sechs, sieben Spielen habe man sich zwar Chancen erarbeitet. Die Tore seien aber nicht mehr so einfach gefallen wie noch zu Beginn der Saison. „Es war mal wieder an der Zeit, dass ein paar Dinger reingegangen sind.“

„Das macht einen Unterschied. Wenn man eine vierte Reihe wie diese hat, die aufs Eis geht und macht, was die Jungs vollbringen, das gibt einem schon Selbstvertrauen. Die Reihe ist fantastisch. Wir werden sie in der entscheidenden Phase der Saison noch brauchen“, sagte Kadri.

„Es ist leicht, hinter diesem Team zu spielen. Wir haben uns zu Hause in letzter Zeit etwas schwer getan. Die Jungs wollten diese Gelegenheit nutzen und sich auch für Naz reinhängen. Er hat das dann selbst erledigt“, sagte Avalanche-Torwart Scott Wedgewood. Wenn man früh in Führung gehe und eine doppelte Überzahl nutze, mache es das für den Gegner schwierig, zurückzukommen. „Wir waren von Anfang an bereit. Es war ein wirklich gutes Spiel.“

MacKinnons 49. Saisontor

Im zweiten Drittel betrieb Calgary zunächst Ergebniskosmetik durch Brennan Othmann (24.). Doch MacKinnon stellte in Überzahl den alten Abstand wieder her. MacKinnon steht damit weiterhin an der Spitze der Torjägerliste der NHL. 49 Treffer hat er nun auf seinem Konto und damit drei mehr als Cole Caufield (Montreal Canadiens). Die Marke von 50 Saisontoren knackte er gegen Calgary noch nicht.​

CGY@COL: MacKinnon erzielt in Überzahl das 6:1

Im Schlussdrittel sorgten Martin Necas (47.), Sam Malinski (49.) und Artturi Lehkonen (57.) bei einem Gegentor von Ryan Strome (53.) für den Endstand. Necas baute damit weiter seine Bestleistung im Scoring auf eine Saison gesehen aus. 35 Treffer und 92 Scorerpunkte hat er jetzt auf seinem Konto. Neun Partien stehen in der regulären Saison für Colorado noch aus. Die Chance ist durchaus realistisch, dass der Tscheche zum ersten Mal in seiner Karriere die Marke von 100 Scorerpunkten knackt. Sein bisheriger Bestwert aus der Saison 2024/24 lag bei 83 Punkten.

Überhaupt sammelten die Spieler der Gastgeber fleißig Scorerpunkte gegen Calgary. Von den Stürmern hatten am Ende lediglich Ross Colton, Joel Kiviranta und Logan O’Connor keinen Scorerpunkt auf dem Konto. Fünf Spieler sammelten dagegen gleich drei Zähler: Kelly (1-2-3), Jack Drury (1-2-3), MacKinnon (1-2-3), Necas (1-2-3) und Verteidiger Cale Makar (0-3-3). Nach der Niederlage gegen Winnipeg zuvor, sei es gut gewesen, dass seine Schützlinge viel gescort und Selbstvertrauen getankt hätten, meinte Bednar.

Powerplay immer besser in Form

Mit Zufriedenheit wird Coach Bednar registriert haben, dass auch das Überzahlspiel rechtzeitig vor den Playoffs immer besser in Fahrt kommt. Auf die Saison gesehen ist das Powerplay der Avalanche mit 18,1 Prozent noch unterdurchschnittlich (Platz 24). Seit dem 9. März allerdings lautete die Erfolgsquote vor dem Spiel gegen die Flames 26,7 Prozent, was in dieser Zeitspanne Platz vier in der Liga bedeutete. Gegen Calgary nutzten die Avalanche drei von vier Überzahlsituationen. „Das ist enorm wichtig. Es läuft gerade richtig gut in Überzahl. Wir haben das Gefühl, dass wir bei jedem Powerplay aufs Eis gehen und ein wichtiges Tor schießen können“, sagte Kadri. Wenn man mit so breiter Brust und so viel Selbstvertrauen an die Sache gehen könne, entwickle sich etwas Großes. „Wir haben viel Arbeit ins Powerplay gesteckt, haben viel kommuniziert. Jetzt haben wir das Powerplay da, wo wir es haben wollen.“

„Wir profitieren von jedem Tor, das die Überzahleinheit liefert. Seit der Olympia-Pause machen wir da einen guten Job, jeden Abend. Wir haben das Talent, eines der Top-Powerplays in der Liga zu sein“, sagte Bednar. Ein Grund, warum es so gut laufe, sei, dass es viele gute Gespräche zwischen den Spielern gegeben habe. Wichtig sei gewesen, dass die Spieler an den Erfolg in Überzahl glaubten. Nach der Olympia-Pause sei es wie ein neuer Start gewesen. Das habe viel mit Mentalität zu tun.

Also alles fein in Denver? Fast. Denn Starverteidiger Makar musste kurz vor Ende des zweiten Drittels mit einer Oberkörperverletzung in die Kabine und kam auch nicht mehr aufs Eis zurück. Wie genau es um ihn steht, konnte Bednar bei der Pressekonferenz nach dem Spiel nicht sagen. Da müsse man die Untersuchung abwarten.

Das Ziel für die Avalanche bleibt aber klar: „Wir müssen noch ein paar Spiele gewinnen, um Platz eins abzusichern“, betonte der Trainer. Colorado hat nun 108 Punkte auf dem Konto und damit acht Zähler Vorsprung auf die Dallas Stars in der Central Division. Dabei geht es im Hinblick auf die Playoffs nicht nur um die beste Ausgangsposition in der Western Conference, sondern auch um die Presidents‘ Trophy als punktbestes Team der Liga.

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