nyr es 7-2

Die New York Rangers befinden sich im Kaufrausch. Obwohl die Rangers kaum Spielraum unterhalb der Gehaltsobergrenze haben, gingen sie auf dem Free-Agent-Markt auf Shoppingtour und nahmen bereits zehn vertragslose Spieler auf. Das Ziel ist klar: General Manager Chris Drury will über den Sommer ein Championship-Team zusammenstellen.

Zehn Verpflichtungen

New York war am ersten (neun Neuzugänge) und zweiten Tag (eine Neuverpflichtung) sehr aktiv auf dem Free-Agent-Markt: Für Torwart Jonathan Quick, die Verteidiger Erik Gustafsson, Connor Mackey, Nikolas Brouillard und Mac Hollowell sowie die Stürmer Blake Wheeler, Tyler Pitlick, Riley Nash, Alex Belzile und Nick Bonino gaben die Rangers etwas weniger acht acht Millionen US-Dollar aus.

Nun werden freilich nicht alle zehn Spieler im NHL-Kader stehen, doch auch die fünf wichtigsten Einkäufe Wheeler (0,8 Mio.), Bonino (0,8 Mio.), Pitlick (0,788 Mio.), Gustafsson (0,825) und Quick (0,825) waren mit zusammen gerade einmal 4,038 Mio. echte Schnäppchen.

"Jeder in diesem Geschäft, das gilt sowohl für Agenten als auch für Spieler, wissen um den begrenzten Gehaltsspielraum den wir hatten und haben", so GM Drury. "Auch sie machen ihre Hausaufgaben. Natürlich bin ich voreingenommen, aber es war immer ein Lebenstraum von mir, ein Ranger zu werden, weil ich glaube, dass es ein besonderer Ort ist, um Hockey zu spielen. Wir hatten Glück, dass alle Spieler, die wir heute unter Vertrag nehmen konnten, alle hier sein wollen und an das glauben, was wir hier erreichen wollen. Wir sind froh darüber, sie an Bord zu haben."

Neuzugänge sollen für mehr Tiefe und Erfahrung sorgen

Alle Zugänge verleihen New York vor allem mehr Tiefe. Auffällig ist auch, dass sich Drury viel Playoff-Erfahrung und Playoff-Erfolg in die Mannschaft geholt hat: Quick gewann den Stanley Cup schon dreimal (2012 und 2014 als Starter mit den Los Angeles Kings sowie 2023 als Backup mit den Vegas Golden Knights), Bonino bereits zweimal (2016 und 2017 mit den Pittsburgh Penguins). Gustafsson erreichte das Stanley Cup Finale (2020 mit den Montreal Canadiens), Wheeler immerhin das Western Conference Finale (2018 mit den Winnipeg Jets).

DET@WPG: Wheeler, Ehlers sorgen für Tor

Tiefe und Erfahrung sollen beim ambitionierten Team aus Manhattan für einen längeren Playoff-Run in 2024 sorgen.

"Wenn du dir heutzutage Playoff-Spiele anschaust, auch die letzten vier oder zwei Mannschaften, dann unterstreicht es den Gedanken, dass es das gesamte Team ist, was sie stark macht", erklärt Drury. "Es treibt sie zum Erfolg an. Es ist nichts, was du von der Mannschaft verlangen kannst, es ist das, was sie jeden Tag im Training zeigen, was eine Gewohnheit, eine Identität, Teil der DNA werden muss. Das muss im Training Camp schon anfangen und danach ein gewisses Level an Verlässlichkeit erreichen. Wenn du das hast, plus gewisse Fähigkeiten, dann hast du eine Mischung, die dich um den Stanley Cup spielen lässt und Stanley Cups gewinnen lässt."

Neuer Spielstil unter Laviolette?

Neben den vielen neuen Spielern präsentierten die Rangers mit Peter Laviolette auch einen neuen Trainer. Laviolette war zuletzt bei den Washington Capitals aktiv, war aber insbesondere bei den Nashville Predators sehr erfolgreich und führte sie 2017 bis ins Stanley Cup Finale. Damals hatte Laviolette einen aggressiven und laufintensiven Stil mit zermürbendem Forecheking und schnellem Umschaltspiel angeordnet. Die Handschrift des neuen Headcoaches soll auch für einen neuen Stil beim New Yorker Traditionsklub sorgen.

"Schon bevor wir Peter geholt haben, hatten wir in den Abschlussgesprächen haben wir uns darüber unterhalten, was die Spieler wollen. Sie wollen gefordert und nicht auf die Schulter geklopft werden", so Drury und hofft nach dem Erstrunden-Aus in den Playoffs 2023 (2:4 gegen den Lokalrivalen New Jersey Devils) auf einen Ruck, der durch die Mannschaft gehen soll. "Es ist ähnlich zu dem was Kelly McCrimmon (General Manager der Vegas Golden Knights) im vergangenen Sommer über seine Mannschaft gesagt hat. Diese Einstellung wollen wir auch für unsere Spieler haben."

Ob Laviolette allerdings auch genug Tempo für seinen aufwändigen Spielstil bei den Rangers vorfinden wird, ist noch fraglich. Auch die Neuverpflichtungen sind nicht gerade für eine Explosivität bekannt.

"Ich glaube schon, dass wir genug Geschwindigkeit im Team haben", widerspricht Drury. "Ich glaube auch, dass wir eine Taktik haben werden, die genau auf unsere Spieler abgestimmt sein wird. Lavy wird das Team darauf einstellen und einen viel schnelleren Stil spielen lassen."

Drury räumt Gerüchte über Lafreniere und Miller ab

Nach den vielen Aktivitäten zum Start der Free-Agent-Phase hat New York nur noch etwas mehr als sechs Millionen US-Dollar an Gehaltsspielraum. Geld, das die Rangers wohl komplett in Verteidiger K'Andre Miller und Stürmer Alexis Lafreniere investieren werden, die beide zu Restriced Free Agents (RFA) geworden sind.

In den letzten Tagen tauchten diese beiden Namen wegen der näherrückendenden Gehaltsobergrenze immer wieder in der Gerüchteküche für einen Trade auf. Werden Miller und Lafrenière das Team also verlassen?

"Nichts wäre weiter von der Wahrheit entfernt als das", ließ Drury durchblicken und schob einem Lafrenière-Wechsel einen Riegel vor: "Ich habe nicht mit einem einzigen GM über Alexis gesprochen. Er ist ein richtig guter junger Spieler und wir glauben, dass seine beste Zeit noch kommen wird. Wir sind begeistert, dass er ein Teil unseres Teams ist und hoffen, dass er für eine lange, lange Zeit ein Ranger sein wird."

Lafreniere trifft in OT, Tkachuk liefert 5Punkte

Ähnlich sprach der Rangers-GM auch über die Personalie Miller: "Ich will nicht über Verträge sprechen, aber wir halten eine Menge von K'Andre. Er ist ein extrem talentierter und herausragender junger Spieler. Er ist seit dem Draft in dieser Organisation und wir hoffen, dass er sehr, sehr lange hierbleiben wird."