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Während des All-Star-Wochenendes ruht in der NHL der Liga-Spielbetrieb. NHL.com/de nutzt diese Unterbrechung, um ein Zwischenfazit für die laufende Saison 2023/24 zu ziehen. Unter den zehn Takeaways finden sich vielversprechende Talente, Überraschungsteams, Senkrechtstarter, wichtige Spieler aus dem DACH-Raum sowie Punkte- und Tormaschinen.

1 – Frisch gedraftete Top-Talente halten, was sie versprechen
In der Saison 2023/24 kamen bereits vier im Draft 2023 ausgewählte Talente in der NHL zum Einsatz, darunter die ersten drei Picks Connor Bedard (Chicago Blackhawks, 1st overall), Leo Carlsson (Anaheim Ducks, 2nd overall) und Adam Fantilli (Columbus Blue Jackets) sowie Zach Benson (Buffalo Sabres, 13th overall). Alle diese Spieler hatten in ihren Klubs bereits einen großen Einschlag. Allen voran Bedard (39 Spiele, 15-18-33), der wie erwartet eine absolute Bereicherung und neue Attraktion in der NHL ist. Doch auch Fantilli (49 Spiele, 12-15-27), Carlsson (30 Spiele, 8-10-18) und Benson (38 Spiele, 4-10-14) traten bereits als Scorer und wertvolle Versprechen in die Zukunft in Erscheinung.

PHI@ANA: Carlsson schießt drei Tore

2 – Rookies drücken ihren Stempel auf
Neben Bedard und Fantilli wissen bislang viele andere Rookies zu glänzen. Darunter mit Stürmer Marco Rossi (Minnesota Wild) ein Österreicher, der hinter Bedard die zweitmeisten Tore erzielte und die drittmeisten Scorerpunkte verbuchte (49 Spiele, 13-15-28). Sogar zwei Verteidiger spielten sich in den Fokus: Brock Faber (Minnesota Wild) ist zweitbester Rookie-Scorer (49 Spiele, 4-25-29), Luke Hughes (New Jersey Devils) rangiert diesbezüglich auf Platz fünf (47 Spiele, 8-18-26). Unter den Torhütern weiß Samuel Ersson (Philadelphia Flyers) zu begeistern. Er hat mit drei Shutouts die meisten Zu-Null-Spiele unter allen Rookie-Goalies. Die NHL darf sich auf eine neue Welle an spannenden Top-Talenten freuen, die das Potenzial haben, in den nächsten Jahren noch tragendere Rollen zu übernehmen.

3 – Starker Einfluss aus Deutschland, Österreich und der Schweiz
Großen Einfluss auf die Leistung ihrer jeweiligen Mannschaft haben die Spieler aus dem DACH-Raum. Bei den Deutschen ist Leon Draisaitl (45 Spiele, 23-34-57) zweitbester Scorer der Edmonton Oilers, Tim Stützle (47 Spiele. 11-36-47) der Top-Scorer bei den Ottawa Senators und JJ Peterka (49 Spiele, 18-16-34) der drittbeste Scorer bei den Buffalo Sabres. Wichtige Rollen spielen außerdem Verteidiger Moritz Seider (50 Spiele, 6-20-26) als Abwehrchef der Detroit Red Wings sowie Nico Sturm (32 Spiele, 3-4-7) als Musterprofi und Vorbild für alle jungen Spieler bei den San Jose Sharks.

NSH@EDM: Draisaitl verwandelt Direktschuss in Überzahl

Torwart Philipp Grubauer (Seattle Kraken) fehlte lange verletzt, könnte wie schon im Vorjahr gestärkt zurückkommen und sich in der zweiten Saisonhälfte in Playoff-Form spielen. Der Österreicher Marco Rossi agierte zeitweise als Nummer-1-Center bei den Minnesota Wild. Unter den Schweizern agieren Roman Josi (Nashville Predators, 51 Spiele, 10-35-45) und Nico Hischier (New Jersey Devils, 36 Spiele, 13-15-28) als gewohnte Kapitäne. Hischier wurde genauso vom Verletzungspech geplagt wie seine beiden Mitspieler Timo Meier (34 Spiele, 9-9-18) und Jonas Siegenthaler (38 Spiele, 1-7-8). Kevin Fiala (48 Spiele, 13-30-43) ist zweitbester Scorer bei den Los Angeles Kings, Nino Niederreiter (47 Spiele, 12-13-25) ist fünfbester Torjäger bei den Winnipeg Jets und auch Pius Suter (35 Spiele, 12-6-18) trug als sechstbester Torjäger bei den Vancouver Canucks zum großen Erfolg seines Teams bei. Vielsprechend präsentierten sich Angreifer Philipp Kurashev (Chicago Blackhawks, 43 Spiele, 8-16-24) und Verteidiger J.J. Moser (Arizona Coyotes, 46 Spiele, 3-15-18).

4 – Überraschungsteams: Vancouver Canucks & Co.
Wer hätte vor der Saison gedacht, dass zur All-Star-Pause die Vancouver Canucks (33-11-5) die NHL-Tabelle anführen würden? Angesichts dessen, dass die Canucks die Stanley Cup Playoffs im Vorjahr krachend um zwölf Punkte verpassten, wohl nicht einmal die kühnsten Optimisten. Doch Vancouver stellt aktuell die zweitbeste Offensive (3,8 Tore/Spiel), die zweitbeste Defensive (2,55 Gegentore/Spiel), hat mit Quinn Hughes den torgefährlichsten Verteidiger der Liga in seinen Reihen (49 Spiele, 12-50-62), mit Thatcher Demko (35 Spiele, 92 Prozent Fangquote, fünf Shutouts) eine sichere Nummer 1 zwischen den Pfosten sowie mit J.T. Miller (49 Spiele, 21-46-67), Elias Pettersson (49 Spiele, 27-37-64) und Brock Boeser (49 Spiele, 30-22-52) noch drei brandgefährliche Stürmer. Doch das Team aus British Columbia ist nicht die einzige Überraschung in der bisherigen Saison 2023/24. Zu dieser Kategorie zählen sicher die Philadelphia Flyers (25-19-6; 3. Metropolitan Division) und Winnipeg Jets (30-12-5; 3. Central Division), die beide auf einem Playoff-Platz stehen. Die Nashville Predators (26-23-2) und Arizona Coyotes (23-22-3) mischen noch munter im Playoff-Rennen mit.

5 – „Siegerkultur“: Boston Bruins wieder an der Spitze
Ein Sonderfall sind die Boston Bruins, die in der Vorsaison einen neuen NHL-Rekord mit 135 Punkten (65-12-5) aufstellten und mit großem Abstand die Presidents’ Trophy abräumten. Nach dem unerwarteten Aus in der 1. Runde der Stanley Cup Playoffs (3:4 gegen den späteren Vize-Champion Florida Panthers) kam es zum Umbruch in Boston: Patrice Bergeron und David Krejci beendeten ihre NHL-Karriere, außerdem gingen weitere wichtige Spieler wie Taylor Hall, Tyler Bertuzzi, Nick Foligno oder Dmitry Orlov. Trotz dieses personellen Aderlasses schafften es die Bruins, wieder oben in der Tabelle zu stehen. Zu All-Star-Pause liegt Boston (31-9-9) punktemäßig gleichauf mit NHL-Spitzenreiter Vancouver Canucks. Wie ist das möglich? Torwart Linus Ullmark sprach von einer „Siegerkultur“, die sich die Bruins über die letzten Jahre aufgebaut haben und die sie bis heute trägt.

6 – Der Aufstieg der Edmonton Oilers
Die Senkrechtstarter der Saison 2023/24 sind zweifelsohne die Edmonton Oilers. Mitte November waren die Oilers mit einer 3-9-1-Bilanz das zweitschlechteste Team in der NHL. Jay Woodcroft musste als Trainer gehen, für ihn übernahm Kris Knoblauch. Seit dem 12. November ist Edmonton das beste Team der Liga (26-6-0) und stellte bis zur All-Star-Pause einen neuen Franchise-Rekord mit 16 Siegen in Serie auf. Geht dieses Eishockey-Märchen mit einem neuen NHL-Rekord von 17 Siegen in Folge der Pittsburgh Penguins (Saison 1992/93) nach der Pause weiter? Die Oilers belegen mittlerweile wieder Rang drei in der Pacific Division (29-15-1), sind voll auf Playoff-Kurs und erinnern ein wenig an die St. Louis Blues in der Saison 2018/19: Anfang Januar waren diese das drittschlechteste NHL-Team, gewannen aber fünf Monate später sensationell den Stanley Cup. Eine Blaupause für Edmonton?

NSH@EDM: McDavid erzielt sein 20. Saisontor

7 – Fünf Trainerwechsel unter der Saison
Schon vor der NHL-Saison 2023/24 gab es sechs Trainerwechsel. Während der Spielzeit kamen weitere fünf hinzu: Bei den Edmonton Oilers übernahm Kris Knoblauch für Jay Woodcroft und schrieb eine Erfolgsgeschichte. Die Minnesota Wild (John Hynes für Dean Evason), St. Louis Blues (Drew Bannister für Craig Berube), Ottawa Senators (Jacques Martin für D.J. Smith) und zuletzt New York Islanders (Patrick Roy für Lane Lambert) entschieden sich für einen Tausch auf der Position des Headcoaches. Wie gut werden die neuen Besen kehren?

8 – MacKinnon und Kucherov punkten um die Wette
Im Rennen um die Top-Scorer-Krone und den Titel des MVPs (wertvollster Spieler) liefern sich zwei Stürmer ein hochklassiges Kopf-an-Kopf-Rennen: Nathan MacKinnon von der Colorado Avalanche und Nikita Kucherov vom Tampa Bay Lightning. Nach jeweils 49 Spielen steht MacKinnon bei 84 (31-53-83), Kucherov bei 85 (32-53-85) Punkten – beide verzeichneten bereits je 26 Multi-Punkte-Spiele. Der Kanadier kommt auf zwei Fünf-Punkte- und zwei Vier-Punkte-Spiele sowie zwei Viererpacks. Der Russe auf ein Sechs-Punkte-, ein Fünf-Punkte- und zwei Vier-Punkte-Spiele sowie einen Hattrick. Der Kampf um die Hart Trophy (MVP, von Journalisten gewählt), den Ted Lindsay Award (MVP, von der Spielergewerkschaft NHLPA gewählt) und die Art Ross Trophy (bester Scorer der Saison) könnte kaum spannender sein.

LAK@COL: MacKinnon baut Heim-Punkteserie auf 25 Spiele aus

9 – Tormaschine Matthews
40 Tore schaffen die wenigsten NHL-Stürmer am Ende einer Saison. Tormaschine Auston Matthews hat diese unglaubliche Schallmauer bereits zur All-Star-Pause durchbrochen: Dem Stürmer der Toronto Maple Leafs gelangen in 46 Spielen 40 Tore (40-18-58). Kurioserweise ist der Vorsprung im Rennen um die Maurice Richard Trophy (bester Torjäger der Saison) kein großer, denn auch Sam Reinhart von den Florida Panthers (49 Spiele, 37 Tore) und David Pastrnak von den Boston Bruins (49 Spiele, 33 Tore) treffen wie am Fließband.

10 – Celebrini oder Eiserman: NHL Draft 2024 wirft seine Schatten voraus
In 148 Tagen steigt der NHL Draft 2024 in der Sphere in Las Vegas. Als Top-Favoriten für den 1st-overall-Pick gelten zwei Stürmer: Die kanadische Scoring-Maschine Macklin Celebrini (Boston University; 22 Spiele, 18-17-35) und der US-amerikanische Goalgetter Cole Eiserman (NTDP; 32 Spiele, 34-21-55). Die besten Chancen auf die ersten zwei Picks haben zur All-Star-Pause die NHL-Schlusslichter Chicago Blackhawks (14-34-2), San Jose Sharks (14-32-5) und Anaheim Ducks (18-30-2).

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