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Wölfe bringen Sieg für Blues

Nach Mike Yeos ungewöhnlicher Entscheidung drei AHL Spieler in einer Reihe zu bringen, machen genau die den Siegtreffer

von Alexander Gammel / NHL.com/de Autor

Die St. Louis Blues können mit ihren Leistungen in letzter Zeit wirklich zufrieden sein. Sie holten am Mittwoch ihren fünften Sieg in Folge, drei davon mit einem Shutout und verloren im Februar bisher lediglich eins von sieben Spielen, am 4. Februar gegen die Pittsburgh Penguins.

Das ist die Statistik, auf die Mike Yeo, der am 1. Februar seinen Vorgänger Ken Hitchcok als Cheftrainer der Blues ablöste, mögliche Kritiker verweisen kann. Und tatsächlich gab es am Mittwoch gegen die Detroit Red Wings etwas Ungewöhnliches zu sehen, eine Trainerentscheidung, die sicherlich der ein oder andere Fan in Frage stellte. Yeo ließ bereits im Training drei Spieler, die zuvor von den Chicago Wolves, dem Farm Team der Blues in der American Hockey League, nach St. Louis gerufen worden waren, in einer Reihe auflaufen. Auch im Spiel gegen die Red Wings durften die drei Teamkollegen von den Wolves, Ivan Barbashev, Kenny Agostino und Magnus Paajarvi, Seite an Seite antreten, sicherlich eine riskante Entscheidung, bedenkt man die mangelnde Erfahrung der Spieler auf NHL Niveau.

Lediglich Paajarvi kann wirklich Erfahrung in der besten Liga der Welt aufweisen. Der 25-jährige Schwede wurde 2009 von den Edmonton Oilers in der ersten Runde als zehnter Spieler gedraftet. In der ersten Saison mit den Oilers machte er zunächst einen wirklich guten Eindruck. Bereits im ersten Vorbereitungsspiel machte er einen Hattrick und traf nur neun Tage nach seinem Pflichtspieldebüt zum ersten Mal in der regulären Saison. Auch für den Rest seiner ersten Spielzeit zeigte er mit 15 Toren und 34 Punkten eine ordentliche Leistung. Doch danach ging es für ihn eher bergab. In der nächsten Saison machte er nur die Hälfte der Spiele in der NHL und wurde wieder in die AHL geschickt, spielte in der nächsten Saison wieder eine ordentliche Saison für die Oilers, wurde aber an St. Louis abgegeben. Bei den Blues fasste er nicht richtig Fuß und machte in drei Saisons 2013-2016 22 Punkte in 113 Spielen und verbrachte viel Zeit in der niedrigeren Spielklasse AHL.

Video: STL@PHI: Agostino erzielt erstes Tor als Blues

Das ist schon ein prall gefüllter Lebenslauf im Vergleich zu seinen beiden Mitstreitern. Agostino wurde von den Pittsburgh Penguins im NHL Draft 2010 in der fünften Runde an Stelle 140 gewählt. Der Mittlerweile 24-jährige kam für die Pens nie zu einem NHL Einsatz und wurde 2013 an die Calgary Flames abgegeben, wo er auch zu seinen ersten Einsätzen kam. Er machte für die Kanadier in dieser Saison ein Tor und eine Vorlage in acht Spielen und in der nächsten Saison keinen Punkt in zwei Spielen, bevor er vor der aktuellen Saison als Free Agent nach St. Louis kam. Hier ist er im Einsatz, seit Yeo übernahm und kommt auf ein Tor und drei Punkte in fünf Spielen.

Der dritte und jüngste im Chicagoer Wolfsrudel ist der 21-jährige Russe Ivan Barbashev. Der Linksaußen ist der einzige drei, der von den Blues gedraftet wurde, in der zweiten Runde des Draft 2014. Seitdem machte er im Trikot der Wolves 29 Tore und 65 Punkte in 110 AHL Spielen. Am 26. Januar durfte dann auch er zum ersten Mal NHL Eis betreten. Sein erstes Tor machte er am 7. Februar gegen die Ottawa Senators.

Eine junge Reihe also, die nicht gerade Torgefahr schreit, der Erfahrung auf hohem Niveau fehlt, die wohl nicht allen Fans der Blues gefiel. Zumindest anfangs. Die drei zeigten unter der Regie von Mike Yeo nämlich durchaus, dass sie das Zeug dazu haben und bestätigten die Entscheidung ihres Trainers sie zusammen als dritte Reihe einzusetzen.

Es war nämlich ausgerechnet Barbashev, der am Mittwoch das 1-0 und damit den Siegtreffer gegen die Detroit Red Wings erzielte, vorbereitet durch Kenny Agostino.

"Die Botschaft für die Jungs ist die gleiche wie für unser Team", sagte Yeo nach dem Training und vor dem Spiel gegen Detroit. "Was ihr gestern gemacht habt ist okay, aber worauf es ankommt, ist was ihr morgen zeigt. Das ist ein guter Test für die Jungs."

Und sie haben den Test wohl bestanden. Es dauerte im ersten Drittel nur 126 Sekunden, bis es klingelte. Agostino setzte sich hinter Detroits Tor gegen zwei Gegner durch und spielte zu Barbashev in die Ecke. Der kreiste zum Bullypunkt, sah das er Platz hatte und jagte den Puck aus dem Handgelenk unter Petr Mrazeks Stockhand durch.  

"Ich wollte eigentlich den Pass suchen, bevor sie mir nachjagen, aber als sie mich in Ruhe ließen nahm ich den Schuss", erklärte Barbashev.

Damit konnten die Wölfe in der Offensive entscheidend zum Sieg der Blues beitragen, und auch in der Defensive leisteten sie ihren Teil und behielten wie der Rest des Teams bei etwa 12 Minuten Eiszeit eine reine Weste und wurden in dem knappen Spiel auch noch während der Druckphase der Red Wings gegen Ende des Spiels eingesetzt.

"Es ist Wahnsinn, dass wir in einer Situation sind, wo uns der Trainer beim Stand von 1-0 fünf Minuten vor Schluss noch Eiszeit gibt", erklärte Barbashev. "Das zeigt, sein Vertrauen uns gegenüber und macht uns zu besseren Spielern."

"Es ist leicht für uns diesen Jungs zu vertrauen, weil sie auf einem hohen Niveau spielen", antwortete Yeo darauf. "Ich kann sie bei einem Tor Führung gegen die Topreihen bringen."

Dieses Vertrauen wurde am Mittwoch bestätigt und belohnt, kann der Reihe weitere Chancen eröffnen sich zu beweisen und scheint wieder einmal zu zeigen, dass Yeo den richtigen Riecher hat, wenn es darum geht Chemie zwischen seinen Spielern zu erkennen.

Auch im darauffolgenden Spiel, einem 4-3 Sieg gegen die Vancouver Canucks, gingen die drei gemeinsam aufs Eis. Sie kamen wieder auf etwa 12 Minuten Eiszeit, und sorgten für das 1-0. Paajarvi traf auf Vorlage von Kevin Shattenkirk und Ivan Barbashev.

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