Das ist schon ein prall gefüllter Lebenslauf im Vergleich zu seinen beiden Mitstreitern. Agostino wurde von den Pittsburgh Penguins im NHL Draft 2010 in der fünften Runde an Stelle 140 gewählt. Der Mittlerweile 24-jährige kam für die Pens nie zu einem NHL Einsatz und wurde 2013 an die Calgary Flames abgegeben, wo er auch zu seinen ersten Einsätzen kam. Er machte für die Kanadier in dieser Saison ein Tor und eine Vorlage in acht Spielen und in der nächsten Saison keinen Punkt in zwei Spielen, bevor er vor der aktuellen Saison als Free Agent nach St. Louis kam. Hier ist er im Einsatz, seit Yeo übernahm und kommt auf ein Tor und drei Punkte in fünf Spielen.
Der dritte und jüngste im Chicagoer Wolfsrudel ist der 21-jährige Russe Ivan Barbashev. Der Linksaußen ist der einzige drei, der von den Blues gedraftet wurde, in der zweiten Runde des Draft 2014. Seitdem machte er im Trikot der Wolves 29 Tore und 65 Punkte in 110 AHL Spielen. Am 26. Januar durfte dann auch er zum ersten Mal NHL Eis betreten. Sein erstes Tor machte er am 7. Februar gegen die Ottawa Senators.
Eine junge Reihe also, die nicht gerade Torgefahr schreit, der Erfahrung auf hohem Niveau fehlt, die wohl nicht allen Fans der Blues gefiel. Zumindest anfangs. Die drei zeigten unter der Regie von Mike Yeo nämlich durchaus, dass sie das Zeug dazu haben und bestätigten die Entscheidung ihres Trainers sie zusammen als dritte Reihe einzusetzen.
Es war nämlich ausgerechnet Barbashev, der am Mittwoch das 1-0 und damit den Siegtreffer gegen die Detroit Red Wings erzielte, vorbereitet durch Kenny Agostino.
"Die Botschaft für die Jungs ist die gleiche wie für unser Team", sagte Yeo nach dem Training und vor dem Spiel gegen Detroit. "Was ihr gestern gemacht habt ist okay, aber worauf es ankommt, ist was ihr morgen zeigt. Das ist ein guter Test für die Jungs."
Und sie haben den Test wohl bestanden. Es dauerte im ersten Drittel nur 126 Sekunden, bis es klingelte. Agostino setzte sich hinter Detroits Tor gegen zwei Gegner durch und spielte zu Barbashev in die Ecke. Der kreiste zum Bullypunkt, sah das er Platz hatte und jagte den Puck aus dem Handgelenk unter Petr Mrazeks Stockhand durch.
"Ich wollte eigentlich den Pass suchen, bevor sie mir nachjagen, aber als sie mich in Ruhe ließen nahm ich den Schuss", erklärte Barbashev.
Damit konnten die Wölfe in der Offensive entscheidend zum Sieg der Blues beitragen, und auch in der Defensive leisteten sie ihren Teil und behielten wie der Rest des Teams bei etwa 12 Minuten Eiszeit eine reine Weste und wurden in dem knappen Spiel auch noch während der Druckphase der Red Wings gegen Ende des Spiels eingesetzt.
"Es ist Wahnsinn, dass wir in einer Situation sind, wo uns der Trainer beim Stand von 1-0 fünf Minuten vor Schluss noch Eiszeit gibt", erklärte Barbashev. "Das zeigt, sein Vertrauen uns gegenüber und macht uns zu besseren Spielern."