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Wild vor dem Sprung auf Platz 1

Minnesota feiert Kantersieg gegen Montreal und schielt auf Spitzenplatz in der Western Conference

von Axel Jeroma / NHL.com/de Autor

Die Minnesota Wild sind die Mannschaft der Stunde in der Western Conference. Am Donnerstag fegten sie zu Hause die Montreal Canadiens mit 7:1 vom Eis und feierten damit den 15. Sieg in den letzten 18 Spielen. Wenn es so weitergeht, dürfte das Team aus dem State of Hockey bald den Spitzenplatz im Westen eingenommen haben. Dort stehen momentan noch die Chicago Blackhawks mit 59 Punkten. Die Wild folgen mit 57 Zählern auf Rang 2, haben allerdings vier Partien weniger ausgetragen als der Tabellenführer.

Sage und und schreibe 14 Wild-Akteure standen am Donnerstag auf dem Spielberichtsbogen, weil sieZählbares zum Kantersieg gegen die Canadiens beigetragen hatten. Zu ihnen gehörten unter anderem Eric Staal und Matt Dumba mit jeweils drei sowie Nino Niederreiter mit zwei Punkten. Der Schweizer schoss gegen Montreal seine Saisontore 10 und 11. Es war übrigens erst das vierte Mal in der Vereinsgeschichte, dass die Wild in einem Heimspiel mindestens sieben Treffer erzielten.

Nach 20 Minuten hatte es keineswegs nach einem Debakel für die so glänzend in die Saison gestarteten Canadiens ausgesehen. Zu diesem Zeitpunkt führten die Gastgeber erst mit 1:0. Doch im zweiten Abschnitt nahm das Unheil für die Gäste seinen Lauf. Die Wild schlugen drei weitere Male zu und hatten damit ihren Torhunger an diesem Abend noch längst nicht gestillt. Im letzten Drittel klingelte es erneut dreimal im Gehäuse von Canadiens-Schlussmann Carey Price.

Video: MTL@MIN: Niederreiter haut Pominvilles Vorlage rein

Das Mitleid von Wild-Center Staal mit Montreals Torhüter hielt sich übrigens in Grenzen. Nicht wegen persönlicher Animositäten zwischen beiden, wie Minnesotas Angreifer versicherte. "Es ist einfach ein schönes Gefühl, wenn man gegen ihn so viele Tore macht. Weil es eben nicht oft vorkommt", sagte Staal. Ein paar tröstende Worte für den Gegner hatte er in seiner Match-Analyse dann doch noch parat. "Jeder erwischt mal einen schlechten Tag. Je länger das Spiel dauerte, desto müder wurden die Gesichter der Canadiens. Wir dagegen kamen mit der Zeit immer besser in Schwung." Staal ist mit 38 Punkten nicht nur bester Scorer seines Teams, sondern zugleich auch erfolgreichster Torschütze (14) und Vorlagengeber (24).

Gut in die Lage seines Gegenübers konnte sich Wild-Goalie Devan Dubnyk versetzen. "Ich war froh, dass ich auf meiner Seite stand. Die Jungs vor mir haben gut gearbeitet, so dass ich ein gemütliches Spiel verbracht habe", sagte er. Einzig die Tatsache, dass ihm die Canadiens mit dem Ehrentreffer kurz vor Schluss den Shutout vermasselten, wurmte ihn. "Das ist immer ärgerlich. In diesem Fall besonders, weil nicht einmal mehr zehn Sekunden auf der Uhr waren. Aber ich werde deswegen nicht schlecht schlafen heute Nacht. Shutouts sind nur ein Bonus."

Sechsmal blieb Dubnyk in dieser Saison schon ohne Gegentreffer. Mit 22 Siegen liegt er in der aktuellen Torhüter-Rangliste der NHL auf dem zweiten Platz. Beim Gegentorschnitt (1,77) und der Fangquote (94 Prozent) führt er die Liga-Wertungen sogar an.

Wild-Coach Bruce Boudreau ist zufrieden mit dem, was seine Schützlinge derzeit auf dem Eis offerieren. "Wir haben eine enorme Ausgeglichenheit im Team, vor allem was die Torschützen betrifft. Das ist eine gute Sache. Ich hoffe, wir können insgesamt auf diesem Niveau weitermachen", sagte der Übungsleiter. Zugleich bemühte er sich, die Euphorie nicht ins Unermessliche wachsen zu lassen. "Sieben Tore werden wir in dieser Liga wohl nicht jeden Abend schießen", meinte er. Dabei dürfte er bereits die kommende Aufgabe am Samstag im Sinn gehabt haben. Dabei müssen sich die Wild auswärts mit den Dallas Stars messen.

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