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Torgarantie, wenn Champions unter sich sind

Die Capitals und Penguins lieferten sich am Donnerstag einen Thriller, nicht zum ersten Mal

von Bernd Rösch @NHLde / NHL.com/de Chefautor

Wenn sich jene zwei Teams, angeführt von den beiden besten Eishockeyspielern der Welt, zu einem Schlagabtausch treffen, dann darf man sicher davon ausgehen, dass am kommenden Morgen für ausreichend Gesprächsstoff gesorgt sein wird.

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag kam es bereits am zweiten Spieltag der Saison 2018/19 zum ersten Showdown zwischen den Washington Capitals und den Pittsburgh Penguins. Seit der Spielzeit 2005/06, jener Saison in der Penguins Teamkapitän Sidney Crosby sowie Capitals Spielführer Alex Ovechkin ihren Liga-Einstand gaben, traten die Konkurrenten aus der Metropolitan Division (ab 2013/14) in 52 regulären Saisonspielen (Bilanz WSH 23-21-8; Torverhältnis 160:157) gegeneinander an und bestritten 26 Partien (Bilanz WSH: 12-14; Torverhältnis 74:77) in vier Runden der Stanley Cup Playoffs (2009, 2016, 2017, 2018). Wer von den beiden auch immer eine Runde weiterkam, schnappte sich zur Saison-Krönung den Stanley Cup.

Die Vorzeichen des 53. Aufeinandertreffens hatten sich gegenüber jenen in den Jahren 2016/17 und 2017/18 geändert, diesmal waren nicht die Penguins die Gejagten, sondern die Capitals als amtierender Champion.

Der Brisanz des Duells tat das keinerlei Abbruch - im Gegenteil.

Video: WSH@PIT: Letang gelingt Powerplaytor in OT

Was den 18.627 Besuchern in der PPG Paints Arena von Pittsburgh geboten wurde, war Offensiv-Eishockey vom Feinsten und ein Thriller, in dem dreimal in der regulären Spielzeit die Führung wechselte, und den die Hausherren erst in der Verlängerung, Dank eines Überzahltreffers von Verteidiger Kris Letang, für sich entschieden. Wohlgemerkt, nachdem die Capitals mit einem Doppelschlag durch T.J. Oshie in der 54. Spielminute einen 2-Tore-Rückstand egalisiert hatten. Endstand: 7:6!

"Ich denke, dass diese zwei Mannschaften im Lineup richtig viel Offensivpower haben", sagte der dreifache Torschütze Oshie. "Sobald da mal jemand etwas schlampig spielt oder einige Jungs bei ihrem Defensivverhalten das Spiel falsch lesen und den Puck zur unpassenden Zeit verlieren, dann muss sofort dafür bezahlt werden."

Wer nun glaubt, dass diese Begegnung mit insgesamt 13 Treffern das torreichste Aufeinandertreffen dieser Teams seit langer Zeit gewesen sei, sieht sich getäuscht. Vor gut 1 1/2 Jahren, am 17. Januar 2017, mussten sich die Capitals sogar mit 8:7 nach Verlängerung in Pittsburgh geschlagen geben.

 

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In den 53 Saison-Matches erzielte Washington elfmal und Pittsburgh zehnmal fünf oder mehr Tore. Es hat den Anschein, als würden alle Dämme brechen, alle taktische Vorgaben vergessen sein, sobald diese Rivalen aufeinander losgelassen werden.

Capitals Verteidiger Brooks Orpik weiß, dass ein solcher Spielverlauf und -ausgang von zwei Seiten betrachtet werden muss: "Es ist selbstverständlich sehr unterhaltsam, eine solche Partie zu verfolgen, doch aus Spielersicht muss ich sagen, man hat nicht mehr das Gefühl, dass man wirklich unter Kontrolle hat, wie es enden wird."

In den knapp 62 Spielminuten feuerten die Teams insgesamt 77 Torschüsse (WSH 36, PIT 41) auf den gegnerischen Kasten ab, der Großteil der Abschlüsse war von höchster Qualität. Leidtragende hiervon waren die beiden Schlussleute Matt Murray auf Seiten der Penguins und Braden Holtby bei den Capitals.

Video: WSH@PIT: Holtby stoppt mit dem Schoner Crosby

"Das war schon richtig schwer für ihn, ganz sicher. Sie haben sich so viele Torchancen herausgearbeitet. Er war solide, immerhin war es sein erstes Back-to-back-Spiel seit über einem Jahr. Schon allein aus diesem Gesichtspunkt, war es für ihn eine Herausforderung", sagte Washingtons neuer Cheftrainer Todd Reirden und zeigte Verständnis für seinen vielbeschäftigten Torhüter, der 24 Stunden nach seinem Shutout gegen die Boston Bruins, mit einer Fangquote von 82,9 Prozent aus der Partie herausging.

Auch wenn kein Trainer darüber erfreut ist, wenn sein Team auswärts sechs Tore schießt und dennoch als Verlierer das Eis verlassen muss, für den neutralen Zuschauer ist solch ein Spektakel, wie es uns diese zwei Mannschaften schon seit Jahren liefern, eine Eishockey-Offenbarung.

"Diese Aufeinandertreffen sind immer ein Test, vor allem da jetzt beide Mannschaften schon eine Meisterschaft haben. Es ist schon gehörig anders, wenn du in deren Scheune kommst, nachdem du gerade Champion wurdest, als wenn sie dich gerade geschlagen haben", sagte Oshie.

 

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Noch weitere dreimal werden die Penguins und Capitals in dieser Spielzeit aufeinandertreffen (8.11. und 20.12 @ WSH; 13.3. @ PIT). Termine, die man sich ebenfalls schon einmal vormerken sollte, wie jene der kommenden Auftritte beider Teams, wenn man torreiche Partien liebt.

Pittsburgh empfängt am Samstag als nächsten Gegner die Montreal Canadiens (1:00 Uhr MESZ) und die Capitals treten am Mittwoch nächster Woche zuhause gegen die Vegas Golden Knights an (2:00 Uhr MESZ).

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