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Canadiens bestätigen Shea Webers Power

Wenn der All-Star Hardest Shot Champion Shea Weber aufzieht, weichen ihm die Teamkameraden aus

von Arpon Basu @ArponBasu / LNH.com Chefredakteur

MONTREAL - Gegenüber Montreal Canadiens Stürmer Andrew Shaw wurde ein Vergleich gezogen und er stimmte diesem voll zu.

Shaw erzählte, wie sein Teamkollege Verteidiger Shea Weber den Stürmern riet, nicht dem Torwart die Sicht zu nehmen, wenn er einen seiner wuchtigen Schlagschüsse loslässt, sondern, dass sie sich lieber für den Rebound positionieren sollten.

Alles in allem ein guter Ratschlag, wenn man bedenkt, dass sich Teamkollege Stürmer Brendan Gallagher die Hand gebrochen hatte, als er von einem Weber Schlagschuss vor dem Tor getroffen wurde.

"Er sagt es dir persönlich, dass du auf die Seite gehen sollst, wenn er aufzieht", sagte Shaw. "Ich meine, dass er auch einen Torwart, der freie Sicht hat, bezwingen kann haben wir immer wieder gesehen."

Wenn man ihm darauf antwortet, dass es so klinge, als wäre Weber ein Superheld, der sich sorgt unschuldige Menschen zu verletzten, da er seine Superkräfte nicht kontrollieren kann, wie zum Beispiel in X-Men, stimmt Shaw zu.

"Yeah, ich denke schon", sagte Shaw als erstes und fügte hinzu: "Nein, er kann es kontrollieren. er kontrolliert das Tempo, er kontrolliert die Kraft und er kontrolliert die Zielgenauigkeit."

In den X-Men Comics besuchen Mutanten die Professor Charles Xavier's School damit sie lernen ihre Kräfte zu kontrollieren und womöglich ein X-Men zu werden.

Hat Weber im Grunde schon sein Examen gemacht und gehört zu den X-Men?

"Genau so ist es", sagte Shaw.

Video: DET@MTL: Weber bezwingt Howard

Auf diese Art und Weise sprechen die Canadiens, und noch wichtiger ihre Gegner, über Webers Schlagschuss. Seine Superkräfte wird er auch wieder am Samstag zeigen, wenn er versucht seinen Titel als Champion beim Oscar Mayer NHL Hardest Shot Wettbewerbs im Rahmen der Coors Light NHL All-Star Skills Competition 2017 im Staples Center von Los Angeles zu verteidigen (7 p.m. ET; NBCSN, CBC, SN, TVA Sports).

Weber hat in den vergangenen zwei Jahren diesen Wettbewerb mit einer Geschwindigkeit von 174,6 km/h 2015 und einer von 174,0 km/h 2016 gewonnen. Es waren die zweit- und dritthärtesten Schüsse seitdem es diesen Wettbewerb gibt. Rekordhalter ist Boston Bruins Kapitän Zdeno Chara mit 175,1 km/h aus dem Jahre 2012.

Weber (1,94m, 105 kg) glaubt, bescheiden wie er ist, dass ihm der Flex seines Schlägers eines Vorteil beim Hardest Shot Wettbewerb verschafft. Man läuft auf einen ruhenden Puck zu und schießt ihn dann in Richtung Tor - eine Situation, die während eines Spiels so gut wie nie vorkommt.

"Ich verwende einen sehr harten Schläger", sagte Weber. "Ein Kerl wie [Winnipeg Jets Verteidiger Dustin] Byfuglien, der hart und wirklich gut schießt, nutzt vermutlich einen leichteren Schläger als ich. Er kann damit seinen Schuss verschiedenen Situationen anpassen,doch ein gerader Schuss von ihm ist vermutlich nicht so hart, wie es die Leute glauben, obwohl er wirklich hart schießt."

Natürlich ist Webers Schuss für die Canadiens im Spiel wichtiger. Er hat in dieser Saison bereits elf Tore erzielt, neun davon im Powerplay, womit er alle NHL-Verteidiger anführt.

Doch für die Stürmer der Canadiens ist es eine gefährliche Angelegenheit, wenn Weber an der blauen Linie aufzieht. Das bekam auch Gallagher am 4. Januar zu spüren, als er während eines Zweikampfs mit Dallas Stars Stürmer Jamie Benn um die beste Position im Slot an der linken Hand von Webers Schlagschuss getroffen wurde.

Video: BOS@MTL: Weber im Powerplay mit erstem Treffer

Gallagher brach sich die Hand und wird vermutlich weitere fünf Wochen ausfallen. Er sagt, dass es schlimmer hätte kommen können.

"Ich glaube er hat ihn [Puck] nur gestreift", sagte Gallagher. "Der Schuss war nur ein Kinkerlitzchen, das waren nur 98 mph [158 km/h]. Ich möchte nicht wissen, wie meine Hand ausschauen würde, hätte er ihn voll getroffen."

Viele, wie Shaw und Gallagher, haben vor dem gegnerischen Kasten ein Gespür für Webers harte Schüsse entwickelt, ähnlich wie ein Batter im Baseball den Armwinkel des Pitcher interpretiert. Gallagher antizipiert, wohin Weber schießen wird, und stellt sich aus dem Schussfeld.

"Im Laufe des Jahres konnte ich ziemlich gut erkennen wohin er schießt und ich habe mich auf die andere Seite bewegt. Ich war in der Lage seine Schüsse vorherzusagen, je nachdem wie er gestanden ist", sagte Gallagher. "Einmal lag ich falsch und es hat mich erwischt."

Für Weber war die gesamte Eishockeykarriere hinweg sein Schuss seine Visitenkarte, zurückgehend auf seine Zeit in Sicamous, British Columbia, als er mit einem Holzschläger Stunden damit verbrachte sich zu verbessern. Das erklärt vielleicht seine Vorliebe für härtere Schläger.

Video: MTL@NYI: Habs gehen durch Webers Treffer in Führung

"Ich habe es geliebt zu schießen, als ich noch jünger war", sagte er. "Das war ein Bereich, in dem ich mich ständig verbessern wollte, ob im Training oder Abseits des Eises. Ich hatte für meine Körpergröße einen ziemlich guten Schuss. Ich konnte ihn nicht so gut kontrollieren wie jetzt, doch ich konnte hoch schießen. Manche Kids haben die Scheibe nur geschoben oder gehackt, um sie vom Eis hoch zu bringen."

Auch zuhause übte Weber weiter, doch wenn er auf die Idee kam das Haus als Kulisse zu nutzen, machte sein Vater James, dem schnell ein Ende. Dementsprechend musste Weber besonders flink sein, um üben zu können.

"Mein Dad sagte zu mir, gehe neben das Haus, doch wenn ich das Tor nicht traf, musste ich den Pucks hinterher", sagte Weber. "Wenn ich die Garage traf, fing ich das laufen an. Dad kam raus und ich rannte."

In diesen Tagen haben sich die Rollen vertauscht. Wenn Weber schießt, dann fangen die gegnerischen Verteidiger, Torhüter und die eigenen Teamkollegen an zu laufen. Sein Ratschlag ist, sie sollen achtsam sein.

Geht einfach nur aus dem Weg.

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