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Washington braucht Holtby in Topform

Mit vier Siegen sicherte er den Capitals den Einzug in Runde 2, doch dort genügten 40 starke Minuten nicht

von Christian Göbel @DocGoebel / NHL.com/de Autor

Braden Holtby spielte 42 Minuten und 58 Sekunden eine herausragende Partie in Spiel 1 der zweiten Runde der Stanley Cup Playoffs in der Eastern Conference. Seine Washington Capitals führten gegen die Pittsburgh Penguins durch Tore von Evgeny Kuznetsov und Alex Ovechkin mit 2:0. Holtby konnte alle 17 bis dahin auf sein Tor abgegebenen Schüsse abwehren und trieb die Stürmer der Pens zur Verzweiflung.

Auch sonst zeigten die Caps eine hervorragende Playoff-Partie. Eine frühe Führung nach nur 17 Sekunden und das 2:0 zum psychologisch wichtigen Start in den Schlussabschnitt waren das Resultat. Ein Schussverhältnis von 34 zu 25 für die Hauptstädter zahlte sich am Ende jedoch nicht aus. Alex Ovechkin fasste den Spielverlauf nach dem 2:3 gegen die Penguins wie folgt zusammen: "Ich denke, wir haben eine solide Partie gespielt. Sie hatten sehr viele Chancen. Holts [Holtby] war unglaublich heute. Ein Fehler, ein unglücklich springender Puck und sie waren wieder im Geschäft. So einfach ist das. Mehr kannst du dazu nicht sagen. Es ist vorbei und wir müssen uns auf das nächste Aufeinandertreffen konzentrieren."

 

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Den Fokus muss auch Holtby wiederfinden, ließ er im Schlussabschnitt doch in weniger als fünf Minuten drei Pucks passieren. Von den acht abgegebenen Schüssen in der dritten Periode konnte der Goalie der Caps nur fünf stoppen. Eine Fangquote von 88% über die volle Spieldauer hinweg reicht in den Stanley Cup Playoffs nicht aus, um erfolgreich zu sein. Holtby, der nach zwei Niederlagen der Caps in Runde 1 den deutschen Phillip Grubauer ersetzte, wird seine Leistung aus den vier Siegen gegen die Columbus Blue Jackets und aus den ersten beiden Abschnitten gegen Pittsburgh schnell wiederfinden müssen. Sollte er die schnell aufeinanderfolgenden Gegentreffer nicht wegstecken können, steht Washington mit Grubauer eine zuverlässige Alternative zur Verfügung.

Video: PIT@WSH, Sp1: Holtby stoppt Guentzels Direktabnahme

Auch Matt Niskanen war, wie Ovechkin, mit der grundlegenden Mannschaftsleistung zufrieden und bescheinigte Holtby einen guten Start: "Wir haben heute ziemlich gut gespielt. Wir haben zwar auch einige Chancen zugelassen, aber Holtby war zu Spielbeginn sehr gut. Dann haben die Penguins bei Crosbys drei aufeinanderfolgenden Einsätzen getroffen und die Partie für sich entschieden. Ich denke, wir sollten das jedoch nicht überbewerten."

 

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Holtby wird seine Leistung sicher auf dem Video prüfen und die nötigen Schlüsse ziehen. "Du schaust dir den Film an und überlegst, was du besser machen kannst. Und morgen kommst du mit der Einstellung in die Eishalle, dass du zielgerichteter vorbereitet bist."

Gegen die laut Capitals-Coach Barry Trotz "schnell zuschlagende Offensive" der Penguins, die "immer Wege findet", wird Holtby erneut gefragt sein, damit das Team die Vorstellungen des Trainers umsetzen kann.

Ein wenig neidvoll dürfte Trotz auf die Darbietung von Pittsburghs Schlussmann Matt Murray geblickt haben. Der 23-Jährige gehörte zu den Spielern, die am Donnerstag den Unterschied ausmachten. "Er hat wirklich großartig gehalten", lobte Trotz den gegnerischen Torhüter. "Wir haben zwar versucht, ihm das Leben schwer zu machen und hatten auch eine Reihe guter Chancen. Allerdings haben wir es versäumt, sie in Tore umzumünzen", sagte Washingtons Coach. Seiner Meinung nach hätten seine Spieler nach der 1:0-Führung früher den zweiten Treffer nachlegen müssen. "Dann wäre das Spiel womöglich anders verlaufen", mutmaßte Trotz.

Gerade in den Playoffs komme es darauf an, den Sack rechtzeitig zuzubinden. Sonst laufe man Gefahr, noch in Schwierigkeiten zu geraten. "In den bisherigen Serien ist es bereits einigen Teams gelungen, innerhalb eines Matches zurückzuschlagen, sei es durch herausragende Einzelleistungen oder durch die ein oder andere gelungene Kombination", stellte Trotz fest.

Vorwürfe wolle und könne er seiner Mannschaft wegen der Niederlage nicht machen. "Wir hatten uns vorgenommen, schnell zu spielen, hart zu verteidigen und die eigene blaue Linie ordentlich zu besetzten. Das ist uns auch 50 Minuten gut gelungen", konstatierte der Trainer.

"Wir müssen uns jetzt auf das nächste Match am Samstag fokussieren und es unter allen Umständen gewinnen", fordert Trotz von seinen Schützlingen. Er glaubt fest daran, dass dies auch gelingt. "Das wird eine ganz andere Partie. Wir werden alles tun, um erfolgreich zu sein. Eine Best-of-Seven-Serie ist ein Wettlauf um vier Siege. Bis dorthin ist es für beide Mannschaften noch ein langer Weg", meinte Trotz. Seiner Einschätzung nach werden Nuancen entscheiden, wer am Ende der Serie jubeln darf. "Wirkliche Geheimnisse gibt es sowieso nicht mehr zwischen uns. Dafür haben wir schon zu oft gegeneinander gespielt und wissen um alle Stärken und Schwächen."

Spiel 2 in der Serie zwischen Washington und Pittsburgh findet am Sonntag um 21 Uhr deutscher Zeit in der Capital One Arena statt (NBC, CBC, TVAS).

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