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Die reguläre Saison 2020/21 steht kurz vor ihrem Ende, einige Teams haben ihr letztes Spiel schon hinter sich und die Paarungen für die erste Runde der Stanley Cup Playoffs in der Discover Central Division und der MassMutual East Division sind bekannt. Die Teams sollen auch möglichst bald in die Playoffs starten, bisher ist allerdings nur das erste Spiel zwischen den Boston Bruins und den Washington Capitals terminiert. Sie werden am Dienstag zum letzten Mal in der regulären Saison gegeneinander antreten und nach nur drei Tagen Pause am Samstag die Playoffs einläuten.

Das lässt eine immer wiederkehrende Diskussion neu aufflammen, die Frage, ob eine längere Pause oder eine schnellere Fortsetzung der Spiele für die Mannschaften von Vorteil sind. Beide Optionen haben ihre Vor- und Nachteile. Mehr Tage zwischen den Spielen bedeuten mehr Zeit um die Kraftreserven wieder aufzufüllen und die Möglichkeit kleinere Verletzungen auszukurieren. Eine zu lange Unterbrechung kann Mannschaften jedoch aus dem Rhythmus bringen, ihrem System, Zusammenspiel und ihrer Konzentration schaden.
"Ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, was besser ist", gab Stürmer John Tavares von den Toronto Maple Leafs zu. "Am Ende liegt das aber auch nicht in unserer Hand. Man versucht einfach die Vorteile der Situation zu nutzen, mit der man konfrontiert wird. Man passt sich an, versucht die richtige Balance zwischen Training und Ruhe zu finden und Körper und Geist so gut wie möglich vorzubereiten. Die Pause kann länger werden als in der Vergangenheit, ich kann mich ehrlich gesagt nicht erinnern, was normal ist. Letztes Jahr waren es ungefähr viereinhalb Monate, das wird dieses Mal schneller gehen. Es ist wie es ist. Wir werden eine Chance haben uns ein paar Tage auszuruhen und dann mit intensivem Training Details in unserem Spiel anzugehen."

TOR@VAN: Tavares bezwingt Holtby im Powerplay

Welche der beiden Varianten zu bevorzugen ist, hängt sehr von der Mannschaft und ihrer Situation ab. Bei den Capitals häufen sich beispielsweise die Verletzungen von Schlüsselspielern. Kapitän Alex Ovechkin fiel die vergangenen acht Spiele aus, die Starstürmer Nicklas Backstrom und T.J. Oshie, sowie Verteidiger John Carlson sind angeschlagen. Eine längere Pause wäre von Vorteil, um den Spielern mehr Zeit zu geben, wieder auf die Beine zu kommen.
Für ein Team wie die Winnipeg Jets könnte eine längere Unterbrechung aus anderen Gründen gut sein. Sie waren über weite Strecken der Saison den Maple Leafs im Rennen um den ersten Platz in der Scotia North Division eng auf den Fersen, verloren aber neun der vergangenen zehn Spiele. Daher kämpfen sie mit den Montreal Canadiens um den dritten Platz der Division und werden in der ersten Runde entweder auf die Edmonton Oilers, oder auf Toronto treffen. Eine Pause könnte sie auf andere Gedanken bringen und ihnen zu einem mentalen Neustart verhelfen, der die Negativserie reißen lassen könnte.
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"Man muss so oder so bereit sein", sieht Ryan Nugent-Hopkins, der als Stürmer der Oilers auf Winnipeg treffen könnte, die Sache pragmatisch. "Wir haben ein paar Tage zwischen den letzten beiden Spielen der regulären Saison gegen Montreal und Vancouver. Da müssen wir sicher gehen, dass wir uns ein bisschen Ruhe gönnen. Ob es dann am nächsten Tag, oder eine Woche später weiter geht, wir werden bereit sein sofort loszulegen."
Für Edmonton wäre genau der mentale Neustart, der für Winnipeg entscheidend sein könnte, wohl eher ein Nachteil. Sie gewannen fünf der vergangenen sechs Spiele und präsentierten sich in den vergangenen Wochen in hervorragender Form. Vor allem Kapitän Connor McDavid und Leon Draisaitl sind derzeit nicht aufzuhalten. In ihren sechs Spielen im Mai kamen beide in jeder Partie auf mindestens zwei Punkte, McDavid verbuchte 18 Zähler (5 Tore, 13 Assists), Draisaitl 14 (6 Tore, 8 Assists). Eine Mannschaft und Spieler, die so einen Lauf haben, können durch Untätigkeit ihre Form verlieren.

VAN@EDM: Draisaitl erzielt im Powerplay 500. Punkt

"Es gibt die perfekte Länge für eine Pause", ist sich Oilers-Trainer Dave Tippett sicher. "Man will nicht zu lange pausieren, besonders wenn man in die Playoffs geht. Wenn man eine Woche Pause hat und man unbedingt loslegen will, wird das eine lange Woche. Wir spielen am Samstag das letzte Spiel der regulären Saison und wahrscheinlich am Mittwoch oder Donnerstag das erste der Playoffs. Das gibt uns einen Tag Ruhe und ein paar Tage zur Vorbereitung, das ist gut so. Mir gefällt unsere Situation gerade. Das ist nicht zu lange, gibt uns aber genug Zeit uns vorzubereiten."
Ob Tippetts Zuversicht bestätigt wird, bleibt abzuwarten. Trainer und Führungsspieler aller 16 Playoff-Teams werden eine entscheidende Rolle dabei spielen, die Pause optimal zu nutzen, egal wie lange sie ist. Die richtige Balance zwischen Ruhe und Training, Entspannung und Fokus, kann in der ersten Runde darüber entscheiden, ob es schnell in die Sommerpause geht, oder lange Playoffs bevorstehen.