Wie war das damals von der DEG zu den Haien und wieder zurück zur DEG zu gehen?
„Ich kam damals aus dem Nachwuchs in die Herrenmannschaft der DEG und hatte meine erste Saison. Wir waren in dieser Saison nicht sehr erfolgreich gewesen. Damals kam mit Heinz Weisenbach ein neuer und sehr erfahrenen Trainer nach Düsseldorf. Und der meinte, dass wir einen erfahreneren Torhüter benötigen. Er hat mir klar gesagt, dass ich Talent und eine Zukunft hätte, aber nicht bei der DEG. Das habe ich akzeptiert, dass er mir das so klar gesagt hat. Und da musste ich nicht lange überlegen, als ich ein Angebot der Kölner erhielt, die ein Topteam waren. So hat es fünf Jahre in Köln mit vier Meisterschaften sehr gut funktioniert.
Als ich 26 war, musste ich mich nach diesen tollen Jahren entscheiden, ob ich meine ganze Karriere in Köln bleiben will oder mich noch einmal verändere. Und da bin ich wieder nach Düsseldorf zurück. Meine komplette Familie kam schließlich aus dieser Region. Ich muss im Nachhinein sagen, dass der erste Wechsel sehr geräuschlos war, da es weniger interessiert hat, wenn ein junger Torwart wechselt, aber als ich die ersten Meisterschaften mit Köln gewonnen hatte, stand ich mehr im Fokus. Und bei den Spielen mit Köln in Düsseldorf, die immer mit über 10.000 Zuschauern ausverkauft waren, musste ich mir schon anhören, dass da ein Judas und Verräter im Tor steht. Aber solche Dinge haben mich weniger belastet, sondern eher motiviert. Das war immer etwas, was zu meinem Spiel dazu gehörte. Man hat sich gegenseitig gebraucht, es war immer so eine Art Hassliebe. Die Leute haben sich daran erfreut, dass die Kölner in Düsseldorf Alt trinken mussten und die Düsseldorfer in Köln das Kölsch. Meines Wissens wurden auch nie gewisse Grenzen überschritten. Es war immer auf einem angenehmen und unterhaltsamen Niveau.“
Die NHL hat angekündigt, mindestens die nächsten drei Jahre, mit der NHL Global Series nach Deutschland zu kommen. Wie findest du dieses Engagement der NHL in Deutschland?
„Ich habe viele Sachen erlebt, als die NHL da war. Ich war schon in Köln und Berlin. Es war immer ein Hype. Es ist schön anzusehen, wie die Fans aus dem ganzen Land und sogar aus Mitteleuropa daraus ein Fest machen. Man sieht nicht nur deutsche Fans, sondern sie kommen aus der Schweiz, aus Tschechien und von überall her. Selbst aus Ländern wie Niederlanden oder Belgien, wo man jetzt nicht so mit Eishockey oder NHL verbindet. Diese Spiele bringen einfach diese Leute zusammen, was unglaublich toll ist. So sind auch Freundschaften entstanden, die jahrelang anhalten und sich immer bei diesen Spielen treffen. Das ist ein sehr schöner Event, wo man Eishockeyfans aus ganz Europa zusammenbringt.“
Inwiefern könnte es auch ein Boost für die Ausbildung sein?
„Das ist schwierig. Natürlich bringt immer alles, was in der Öffentlichkeit steht, etwas. Je mehr Aufmerksamkeit man hat und in den Medien vertreten ist, desto mehr profitiert die Ausbildung davon. Wenn Kinder das sehen, dann wollen sie diese Sportart verfolgen und teilweise auch selber spielen. Häufig sind es natürlich auch die Eltern, die sich für Eishockey interessieren und ihre Kinder dazu bringen. Aber es ist in Deutschland nicht unbedingt das Thema der Rekrutierung in den letzten Jahren seit dem Gewinn von Silber bei Olympia 2018. Das hat schon einen Schub gebracht. Das Problem sind mehr die Ausbildungsstandard als die Rekrutierung. Man wird vom Verband sehr gut gefördert. Die Zahl der Kinder, die Eishockey spielen steigt. Ein Problem ist, dass es ein sehr teurer Sport ist, aber das größte Problem sind die Ausbildungsstandard für die Ansprüche, die man hat.“
Wirst du im Dezember dabei sein, wenn der NHL-Puck in Düsseldorf fällt?
„Wenn ich das mit meiner Arbeit in der Akademie vereinbaren kann, wovon ich allerdings ausgehe, da der Dezember immer etwas ruhiger ist, dann werde ich die Möglichkeit nutzen, mir die Spiele live vor Ort anzuschauen. Ich freue mich schon sehr darauf.“