Die Highlights und spielentscheidenden Szenen aus dem Spiel zwischen den Anaheim Ducks und den Vegas Golden Knights

Am Donnerstag entschied sich, wer der Gegner der Colorado Avalanche im Western Conference Finale der Stanley Cup Playoffs 2026 sein würde. Die Vegas Golden Knights gewannen Spiel 6 ihrer Serie der zweiten Runde gegen die Anaheim Ducks in deren Honda Center mit 5:1. Dadurch lautet der Endstand der Serie 4:2 und die Golden Knights stehen im Conference Finale. Einen entscheidenden Beitrag leistete einmal mehr Mitch Marner.

Eiskalter Marner

Marner, der erst vergangenen Sommer von den Toronto Maple Leafs kam, war bereits in der ersten Runde ein entscheidender Faktor. Gegen die Utah Mammoth hatte er in den ersten fünf Spielen vier Assists. Als Vegas mit einer 3:2-Führung in Spiel 6 ging, wuchs der Stürmer über sich hinaus und warf die Mammoth in einem 5:1-Sieg mit zwei Toren und einem Assist aus den Playoffs.

Gegen die Ducks hatte er in den ersten fünf Spielen bereits neun Punkte erzielt, darunter sein erster Playoff-Hattrick. Mit dem Conference Finale im Visier fackelte Marner am Donnerstag nicht lange. Nach nur 72 Sekunden gelang ihm ein spektakuläres Tor zum 1:0. William Karlsson spielte einen schönen Steilpass und Marner hatte freie Bahn zum gegnerischen Tor. Vor Torwart Lukas Dostal bremste er ab und schoss den Puck zwischen den eigenen Beinen durch ins Tor.

VGK@ANA, Sp6: Marner trifft zwischen den eigenen Beinen durch zum 1:0

„Er ist ein prägender Spieler“, schwärmte Center Jack Eichel. „Das hat man in dieser Serie gesehen. Er war der beste Spieler. Er startet hier mit zwei unglaublichen Aktionen ins erste Drittel und schon spielen wir mit der Führung. Das hilft. Mitch war vom ersten Tag im Training Camp an super. Seine Persönlichkeit passt gut ins Team und seine Spielweise ist natürlich überragend. Er hat gerade einen besonderen Lauf. Es macht Spaß, ihm dabei zuzuschauen.“

Später sollte Marner noch den Assist zum 2:0 liefern (9.). Damit schraubte er sein Punktekonto in den Playoffs auf 18 Zähler (sieben Tore, elf Assists). Er ist der alleinige Topscorer und überbietet seine bisherige persönliche Bestmarke in einem Playoff-Jahr bereits um vier Punkte.

„Eishockey ist wahrscheinlich der Sport, in dem das Team am wichtigsten ist“, betonte Marner. „In diesem Sport kann man nichts alleine machen. Unsere Reihe hat in dieser Serie super Arbeit geleistet, Chancen kreiert, die Räume genutzt und in der Abwehr sehr zuverlässig gespielt. Es fühlt sich gut an, mit diesem Team in die nächste Runde zu gehen. Jetzt wird es nicht leichter. Darauf freuen wir uns aber schon.“

VGK@ANA, Sp6: Marner bedient Howden in Unterzahl

Dorofeyev und Howden bleiben überragend

Die Golden Knights können sich aber auch auf andere Punktelieferanten verlassen. Besonders Pavel Dorofeyev und Brett Howden übertreffen die Erwartungen. Howden erzielte auf Vorlage von Marner das 2:0 (9.) in Unterzahl. Es war bereits sein achtes Tor der Playoffs. Drei davon gelangen ihm in Unterzahl, womit er den NHL-Rekord einstellte.

„Das war mir gar nicht bewusst“, zeigte Howden sich überrascht. „Ich habe gerade Mitch erzählt, dass ich nicht weiß, ob ich vorher jemals in Unterzahl getroffen habe. Er bedient mich aber mit unfassbaren Aktionen. Ich habe das Gefühl, dass Mitch und ich gerade eine gute Chemie entwickeln.“

Howden war lange nicht als Torjäger bekannt. In seinen ersten sechs NHL-Saisons erzielte er nie mehr als neun Treffer. Erst in der Spielzeit 2024/25 gelang ihm mit 23 Toren der Durchbruch. Darauf ließ er diese Saison zwölf Tore in 58 Spielen folgen.

Nach dem 3:0 im Powerplay durch Shea Theodore (18.) und dem zwischenzeitlichen 3:1 von Mikael Granlund (33.; PP), kam Dorofeyevs Auftritt. In der 43. Minute erhöhte er auf 4:1, in der 54. Minute sorgte er für den Endstand. Der 25-jährige Außenstürmer ist jetzt mit neun Toren der beste Torjäger der Playoffs.

VGK@ANA, Sp6: Dorofeyev baut die Führung aus

Hart behält starke Form

Über schwache Leistungen im Tor können sich die Golden Knights ebenfalls nicht beklagen. Carter Hart hielt am Donnerstag 31 von 32 Schüssen (96,9 Prozent Fangquote). Das war nicht unbedingt zu erwarten, doch Hart steigerte sich in den Playoffs genau wie der Rest der Mannschaft.

In der regulären Saison hatte Vegas keine sonderlich starke Torwartleistung. Der Schweizer Akira Schmid war mit 89,3 Prozent Fangquote ihr bester Torhüter, Hart folgte mit 89,1 Prozent. In der ersten Runde leistete sich Hart noch mehrere Spiele mit teilweise deutlich unter 90 Prozent Fangquote. Gegen Anaheim hatte er nur eine Partie mit einer Quote von 82,6 Prozent. Ansonsten hielt er immer mindestens 92,6 Prozent der Schüsse.

Spitzenduell gegen Avalanche

Jetzt stehen die Golden Knights vor ihrer bisher größten Prüfung. Im Conference Finale warten die Colorado Avalanche. Colorado gewann als punktbestes Team der Liga in der regulären Saison die Presidents' Trophy. In der ersten Runde warfen sie die Los Angeles Kings mit einem Sweep in vier Spielen aus dem Rennen. In der zweiten Runde steckten sie gegen die Minnesota Wild ihre einzige Niederlage der Playoffs ein, gewannen die Serie aber mit 4:1.

„Sie waren die ganze Saison über das beste Team der Liga“, zollte Eichel dem Gegner Respekt. „Wir wissen, dass das unsere größte Herausforderung wird. Da müssen wir von der ersten Sekunde an bereit sein und dann sehen wir weiter. Je weiter man kommt, desto besser werden die Gegner. Kein anderes Team ist besser als Colorado. Das wird echt hart und wir werden uns darauf vorbereiten und unser Bestes tun.“

Spiel 1 der Serie findet am kommenden Mittwoch in Denver statt (8 p.m. ET; Do. 2 Uhr MESZ).

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