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Am 12. Oktober beginnt die NHL-Saison 2021/22. Wenige Tage vor dem Start hat NHL.com/de den 32 Teams in den vier Divisionen noch einmal auf den Zahn gefühlt.
In dieser Ausgabe: Pacific Division

Anaheim Ducks
Hinter den Ducks liegt eine Saison zum Vergessen: Die Kalifornier waren insgesamt das zweitschlechteste Team der gesamten NHL und mit nur sechs Heimsiegen auch das schwächste Heim-Team (6-18-4). Zudem offenbarten sie große Probleme in der Offensive mit Liga-Negativwerten bei den geschossenen Toren (im Schnitt 2,21 pro Spiel) und im Powerplay (8,9 Prozent Erfolgsquote).
Diese Problemzone scheinen die Ducks nicht mit externen Verstärkungen, sondern mit eigenen Talenten angehen zu wollen. Anaheim setzt auf die Entwicklung von Stürmern wie Maxime Comtois (22), Max Jones (23), Sam Steel (23) oder Troy Terry (23). Frischen Wind könnten auch Jacob Perrault (19), Trevor Zegras (20), Brayden Tracey (20) und Isac Lundestrom (21) bringen. Ferner müssen sich die Routiniers Ryan Getzlaf, Adam Henrique, Richard Rakell und Jakob Silfverberg wieder steigern.
Die Defensive scheint mit Torwart John Gibson, den Verteidigern Hampus Lindholm, Kevin Shattenkirk, Cam Fowler und Josh Manson solide aufgestellt. Hinzu kommt mit Jamie Drysdale (19) ein vielversprechendes Abwehr-Talent.

Rickard Rakells Top-Spielzüge der Saison 2021

Calgary Flames
Die Flames haben die Stanley Cup Playoffs 2021 knapp verpasst und hoffen weiter auf mehr Konstanz beim Endrunden-Einzug (nur achtmal Playoffs in den letzten zwölf Jahren).
Mit Neuzugang Blake Coleman holten die Flames einen Charakterspieler und doppelten Stanley Cup Champion nach Calgary, der die Offensivoptionen erweitert. Diese wird von den Stürmern Sean Monahan, Johnny Gaudreau und Matthew Tkachuk getragen. Die beiden Letzteren gehen übrigens in ihr letztes Vertragsjahr bei den Flames.
Die Defensive verlor mit Mark Giordano den Kapitän und Anker. Übrig geblieben sind viele junge Talente, wie Noah Hanifin (24), Rasmus Andersson (24), Oliver Kylington (24) und Juuso Välimäki (22) sowie Neuzugang Nikita Zadorov. Im Tor erhält der gesetzte Jacob Markstrom neue Konkurrenz durch Dan Vladar.

VAN@CGY: Gaudreau verwertet sehenswerte Passfolge

Edmonton Oilers
Die Oilers verabschiedeten sich 2021 trotz ihrer Superstar-Power bereits in der Stanley Cup First Round und wurden dort sogar von den Winnipeg Jets gesweept (0:4 in der Serie). Im Sommer wurde deshalb gleich an mehreren Stellschrauben gedreht: Mit Zach Hyman kam ein neuer Erstreihen-Stürmer sowie mit Warren Foegele und Derek Ryan auch Angreifer für die Tiefe. Eine Menge Erfahrung holten sich die Oilers mit Verteidiger-Routinier Duncan Keith ins Boot.
Das Prunkstück in Edmonton bleibt die Offensivpower mit Weltklasse-Spielern wie Connor McDavid und Leon Draisaitl. Entscheidend wird in der neuen Saison sein, wie viel Unterstützung das Superstar-Duo durch das Secondary Scoring bekommen wird.
Hinter der Defensive steht dagegen ein Fragezeichen. Die Abwehr ist nach den Abgängen von Adam Larsson, Ethan Bear und Caleb Jones wohl nicht besser geworden. Insbesondere auf der Torhüter-Position haben die Oilers nicht reagiert und gehen erneut mit dem Gespann Mike Smith / Mikko Koskinen in die neue Saison.

VAN@EDM: Draisaitl zieht im Powerplay direkt ab

Los Angeles Kings
Die Kings hoffen auf das Ende ihrer Playoff-Durststrecke: Nur zweimal in den letzten sieben Jahren konnte sich L.A. für die Postseason qualifizieren. In der Offseason setzten die Kings den Hebel bei Neuzugängen und Talenten an.
Viktor Arvidsson und Phillip Danault sollen für die dringend benötigte Geschwindigkeit im Sturm sorgen. In der Verteidigung bringt Alexander Edler viel Erfahrung mit. Zudem sollen auch die Talente Quinton Byfield (19), Alex Turcotte (20) und Tobias Björnfot (20) eine größere Rolle spielen.
Nach schwierigen Jahren sind die Kings auf dem Weg der Besserung. Im Tor könnte Cal Petersen den langjährigen Starter Jonathan Quick verdrängen, was symbolisch für den Generationenwechsel stünde. Trotzdem bleiben Verteidiger Drew Doughty oder Center Anze Kopitar wichtige Führungsspieler.

LAK@ANA: Kaliyev erzielt Hattrick beim Sieg gg. Ducks

Seattle Kraken
Die Kraken starten in ihre erste NHL-Saison überhaupt und wollen mit einer Menge Euphorie gleich für Furore sorgen.
Der im Expansion Draft zusammengestellte Kader ist eher auf defensives Hockey ausgerichtet. Das Rückgrat dürften Torwart Philipp Grubauer, die Verteidiger Mark Giordano, Adam Larsson, Vince Dunn und Jamie Oleksiak sowie die Stürmer Jaden Schwartz und Yanni Gourde bilden.
Ob Seattle mit diesem Kader genauso fulminant starten wird wie Vegas in ihrer Premierensaison 2017/18 bleibt abzuwarten.

VAN@SEA: Sheahan erzielt erstes Tor für Kraken

San Jose Sharks
Zwei Jahre in Folge fehlten die Sharks in den Stanley Cup Playoffs. Ob diese Negativserie in der Saison 2021/22 reißt, wird davon abhängen, ob die klangvollen Führungsspieler ihre Formkrise überwinden und das neue Goalie-Gespann einschlägt.
Mit Adin Hill und James Reimer soll ein komplett neues Torwart-Duo die nötige Sicherheit in der anfälligen Defensive bringen. In dieser stehen mit Brent Burns und Erik Karlsson zwar zwei Norris-Trophy-Gewinner, doch müssen sich diese klar steigern, um wieder an dieses Niveau heranzureichen.
Im Sturm wird der Schweizer Power Forward Timo Meier wieder eine große Rolle spielen. Gleiches gilt für Logan Couture und Tomas Hertl. Mit Angreifer William Eklund könnte einer der wenigen Erstrunden-Picks beim NHL Draft 2021 den direkten Sprung in den Kader schaffen.

SJS@ANA: Labanc haut im Powerplay den Puck oben rein

Vancouver Canucks
Mit der zurückliegenden Saison können und wollen die Canucks nicht zufrieden sein, schließlich schlossen sie als Letzter in der Scotia North Division ab. Wohl auch deshalb trennten sich die Canucks im Sommer von einer Reihe Spieler, wie Torwart Braden Holtby, den Verteidigern Nate Schmidt und Alexander Edler oder den Stürmern Jake Virtanen, Jay Beagle, Loui Eriksson und Antoine Roussel.
Im Gegenzug aber verstärkte sich Vancouver auch hochkarätig. Dieses Attribut gilt vor allem für Elite-Verteidiger Oliver Ekman-Larsson, aber auch den pfeilschnellen Stürmer Conor Garland.
Die Canucks haben einen jungen und hochinteressanten Kern, bestehend aus Elias Pettersson (22), Brock Boeser (24), Bo Horvat (26) und J.T. Miller (28) im Sturm, Quinn Hughes (21) in der Verteidigung sowie Thatcher Demko (25) als Starter im Tor. Bekommt Vancouver demnächst noch Unterstützung aus der Tiefe des Kaders, kann nach einem schweren Jahr die Playoff-Rückkehr kommen.

WPG@VAN: Horvat gelingt der Führungstreffer

Vegas Golden Knights
Die Vegas Golden Knights schafften es in jeder ihrer vier NHL-Saison in die Playoffs und haben den Gewinn des Stanley Cup spätestens seit dem Einzug in die Finalserie 2018 ins Auge gefasst. Doch auch 2021 wurde dieser Traum nach einer Niederlage im Stanley Cup Halbfinale (2:4 gegen die Montreal Canadiens) nicht wahr.
Im Sommer musste Publikumsliebling Marc-Andre Fleury gehen. Zwischen den Pfosten setzen die Golden Knights also künftig voll auf Robin Lehner. Die Abgänge von Cody Glass und Ryan Reaves sollen durch die Akquise von Nolan Patrick und Brett Howden aufgefangen werden. Die beiden Neuen sollen insbesondere die Center-Position stärken.
Vegas kann erneut eine Menge Superstar-Power auffahren: Alex Pietrangelo, Shea Theodore, Alec Martinez und Brayden McNabb bilden einen hochkarätigen Verteidiger-Stamm. Auch die Abteilung Offensive kann sich mit torgefährlichen Spielern wie Mark Stone, Max Pacioretty, William Karlsson, Jonathan Marchessault, Reilly Smith oder Alex Tuch absolut sehen lassen. Die Golden Knights zählen erneut zum absoluten Favoritenkreis.

COL@VGK: Marchessault tippt im PP zur Führung ein