sv-wcf

Im Western Conference Finale der Stanley Cup Playoffs 2023 treffen die Vegas Golden Knights auf die Dallas Stars.

Die Golden Knights, die den ersten Platz der Pacific Division belegten, setzten sich in der ersten Runde mit 4:1 gegen die Winnipeg Jets durch und schlugen in der zweiten Runde die Edmonton Oilers mit 4:2.

Die Stars, die die reguläre Saison auf dem zweiten Platz der Central Division beendeten, besiegten in der ersten Runde die Minnesota Wild mit 4:2 und rangen in der zweiten Runde die Seattle Kraken mit 4:3 nieder.

NHL.com/de bietet in der Vorschau auf das Conference Finale einen Überblick über verschiedene Kategorien beider Teams:

Stürmer

Die Golden Knights stellen mit 3,73 Toren pro Spiel die beste Offensive der vier verbliebenen Teams. Jack Eichel führt den Angriff mit 14 Punkten (6 Tore, 8 Assists) an, gefolgt von Mark Stone mit zwölf Punkten (5 Tore, 7 Assists). Chandler Stephenson (6 Tore, 4 Assists) und Jonathan Marchessault (5 Tore, 5 Assists) folgen mit je zehn Zählern. Weitere wichtige Faktoren sind Ivan Barbashev (4 Tore) und William Karlsson (5 Tore).

Die Stars brachten es auf 3,62 Tore pro Spiel. Bei ihnen stechen in der Offensive vor allem Roope Hintz und Joe Pavelski heraus. Hintz liegt in der Scorerliste mit 19 Punkten (9 Tore, 10 Assists) auf dem zweiten Platz, einen Punkt hinter Leon Draisaitl, der mit den Oilers gegen Vegas ausschied. Pavelski verletzte sich im ersten Spiel der ersten Runde, kehrte im ersten Spiel gegen Seattle zurück und erzielte in der Serie zehn Punkte (8 Tore, 2 Assists). Jason Robertson hatte gegen die Kraken Probleme zu treffen, steht aber bei zwei Toren und zehn Assists. Während die Tore der Golden Knights beinahe ausschließlich aus den ersten beiden Reihen fielen, verteilt sich die Ausbeute der Stars mehr über drei Reihen.

SEA@DAL, Sp7: Hintz erobert die Scheibe und trifft

Verteidiger

Vegas' Abwehr setzte sich zuletzt gegen zwei der besten Stürmer der Welt, Draisaitl und Connor McDavid, durch. Die Verteidiger sind groß, schwer und schlicht unangenehme Gegner. Der kleinste Abwehrspieler der Golden Knights ist Alec Martinez mit 1,86 Meter, der leichteste Shea Theodore mit knapp 89 Kilogramm. Diese Defensive kann das Zentrum dicht machen und den Gegner so zu relativ ungefährlichen Schüssen von außen zwingen. Vor dem Tor räumen sie kompromisslos ab und dämmen so die Gefahr durch Rebounds und abgefälschte Schüsse ein. Martinez und Alex Pietrangelo bringen Stanley-Cup-Erfahrung mit. Martinez gewann den Cup zwei Mal mit den Los Angeles Kings, Pietrangelo einmal mit den St. Louis Blues.

Die finnisch dominierte Abwehr der Stars hat körperlich ebenfalls einiges zu bieten, ist aber etwas mehr auf Offensive und Schnelligkeit ausgelegt. Insgesamt bietet sich hier eine gute Mischung. Jani Hakanpaa sorgt als Leuchtturm mit 1,98 Meter für Physis, Ryan Suter, Colin Miller und Esa Lindell bringen viel Erfahrung in die Defensive und Miro Heiskanen ist wohl der talentierteste und schnellste Verteidiger beider Teams.

Torhüter

Mit Logan Thompson und Laurent Brossoit müssen die Golden Knights verletzungsbedingt gleich auf zwei Torhüter verzichten. Thompson spielte zuletzt am 23. März, Brossoit verließ Spiel drei gegen die Oilers vorzeitig. Für den Rest der Serie sprang Adin Hill ein und brachte es mit starken Leistungen auf eine Bilanz von 3-1-0, 2,19 Gegentore pro Spiel und eine Fangquote von 93,4 Prozent. Als Ersatz für ihn steht Routinier Jonathan Quick bereit. Er ist mit 37 Jahren nicht mehr der Jüngste, führte die Los Angeles Kings aber immerhin zu zwei Stanley Cups.

Bei den Stars dreht sich alles um Jake Oettinger. Er begann alle 13 Spiele für Dallas und hat eine Bilanz von 8-5-0 bei 2,75 Gegentoren pro Spiel, 90,3 Prozent Fangquote und einem Shutout. Er glänzte in der ersten Runde gegen die Wild als einer der entscheidenden Faktoren für die vier Siege, strauchelte gegen die Kraken in der zweiten Runde aber mit 87,7 Prozent Fangquote und 3,5 Gegentoren pro Spiel. Er wurde in zwei Spielen für Scott Wedgewood ausgewechselt.

Special Teams

Die Special Teams sprechen klar für die Stars. Sowohl die Powerplayquote von 31,7 Prozent, als auch die Unterzahlquote von 83,3 Prozent sind erstklassige Werte. Die Golden Knights haben hingegen ihre Sorgen, wenn sich die Tür zur Strafbank öffnet. Sie nutzten nur 17,5 Prozent ihrer Powerplays und überstanden lediglich 60 Prozent der Unterzahlsituationen. Strafen sollte Vegas also möglichst vermeiden.

Trainer

Bruce Cassidy stieß erst vor dieser Saison zu den Golden Knights, kann in seiner Karriere aber beeindruckende Statistiken vorweisen. In 591 Spielen kommt er auf eine Bilanz von 343-177-9. In neun Saisons als NHL-Trainer verpasste er nie die Playoffs. Allerdings überstand er nun erst zum zweiten Mal die zweite Runde. 2019 zog er mit den Boston Bruins ins Stanley Cup Finale ein, wo sie gegen die St. Louis Blues unterlagen. In der folgenden Saison wurde er mit dem Jack Adams Award als bester Trainer der NHL ausgezeichnet.

Für den Coach der Stars gibt es ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Peter DeBoer war selbst den vergangenen drei Jahren Trainer bei den Golden Knights. Mit 1.097 Spielen ist er der erfahrenere Trainer und hat eine Ausbeute von 560-400-137. Er stand mit den New Jersey Devils und San Jose Sharks je ein Mal im Stanley Cup Finale und mit den Sharks und Golden Knights drei weitere Male im Conference Finale.

X-Factors

Reilly Smith - In den Playoffs erzielte Smith erst zwei Tore. Er ist aber ein Kandidat, der Vegas im entscheidenden Moment einen Schub geben könnte. In der regulären Saison war er mit 26 Treffern der drittbeste Torjäger des Teams. Außerdem hatte er die zweitmeisten Powerplaytore (6) und die meisten Unterzahltore (4) vorzuweisen. Wenn der Knoten platzt, könnte er also in der Offensive ein gewaltiger Faktor werden und den Special Teams auf die Sprünge helfen.

VGK@EDM, Sp6: Smith trifft nach 24 Sekunden

Miro Heiskanen - Der Spitzenverteidiger der Stars leistete mit neun Assist bereits einen beachtlichen Beitrag, sein Wert geht aber weit darüber hinaus. In der ersten Runde nahm er Minnesotas Superstar Kirill Kaprizov weitestgehend aus dem Spiel. Ein Tor erzielte er in den laufenden Playoffs noch nicht, doch die elf Treffer in der regulären Saison sprechen für sich.