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Tage von Vanek in Detroit könnten gezählt sein

Österreichischer Stürmer droht in den kommenden Wochen getradet zu werden

von Stefan Herget / NHL.com/de Chefautor

Zwei Siege konnten die Detroit Red Wings zuletzt einfahren. Eine Wende zum Besseren? Trotzdem befinden sie sich derzeit nur auf dem drittletzten Rang in der Eastern Conference. Das hört sich schlechter an als es ist, denn nur vier Punkte fehlen zu den Playoff Plätzen, wenngleich sie drei Spiele mehr absolviert haben als die Toronto Maple Leafs auf dem rettenden Ufer.

Für die Franchise aus der Autostadt wäre es ein kleiner Gau. Ausgerechnet im letzten Jahr der legendären Joe Louis Arena, mit der neuen schicken Little Caesars Arena im Bau, drohen die Red Wings zum ersten Mal in 26 Jahren in der regulären Saison ihr Ende zu finden.

Insofern sind solche Siege wie zuletzt gegen die Pittsburgh Penguins am Samstag mit 6-3 und die Montreal Canadiens am Montag mit 1-0 wichtig für Detroit. Sie führen dazu, dass die Hoffnung auf eine Zeit mit Eishockey ab Mitte April aufrecht erhalten wird.

"Das sind zwei wichtige Siege", stellte auch Red Wings Stürmer Frans Nielsen fest. "Ich denke wir spielten gut auf unserer Auswärtsreise und jetzt kommen wir heim und knüpfen daran an. Es ist gut zu sehen, dass wir beide Spiele gewinnen konnten, wie das Pittsburgh Spiel und das hier."

Einer der wesentlichen Anteil an den beiden Triumphen hatte, ist Thomas Vanek. Gegen die Penguins steuerte der Österreicher einen Treffer und eine Vorlage hinzu und gegen die Canadiens erzielte er das Tor des Abends. Es war sein fünfter Treffer in den letzten sechs Spielen. An ihm liegt es also nicht, dass Detroit in der Tabelle hinterherhinkt.

Vanek führt die Red Wings mit 12 Toren an und kann 30 Punkte in 33 Spielen vorweisen. Ein stolzer Wert, nachdem er in der abgelaufenen Saison nur auf 41 Punkte in 73 Spielen für die Minnesota Wild kam und am Saisonende aus seinen laufenden Vertrag herausgekauft wurde.

Die Situation bedingt, dass es für den 32-jährigen gebürtigen Wiener in den kommenden Wochen erneut eng werden könnte, in Bezug darauf, dass er eventuell seine Koffer packen muss. Denn nachdem er nur einen Vertrag bis zum Sommer 2017 besitzt, der ihm 2,6 Millionen US-Dollar einbringt, und darüber hinaus erfolgreich spielt, wird er zunehmend zum potenziellen Kandidaten für einen Trade, je näher die Trading Deadline am 1. März rückt.

Video: MTL@DET: Vanek profitiert von DeKeysers Schlagschuss

"Natürlich verstehe ich die wirtschaftliche Seite daran", sagte Vanek darauf angesprochen. Bereits in der Saison 2013-14 erlebte er, was es in der NHL für einen Spieler heißt, Handelsobjekt zu sein. Zuerst gaben ihn die Buffalo Sabres an die New York Islanders ab, ehe er nach weniger als fünf Monaten zur Trading Deadline zu den Canadiens transferiert wurde.  

"Ich hoffe wir können einige Siege verbuchen und ich kann hier bleiben", betonte Vanek. "Aber falls ich gehen muss, käme ich damit auch gut klar." Die Intension ist eindeutig, denn jede verpasste Playoff Teilnahme schmälert die Chancen jemals den Stanley Cup in die Höhe zu stemmen, das ultimative Ziel eines jeden Eishockeyspielers.

"Er passt wirklich gut zu uns", sagte auch Detroit Trainer Jeff Blashill nach der Partie gegen Montreal über seinen Torschützen. "Er hat eine unglaubliche offensive Denkweise." Fähigkeiten, die eine andere Mannschaft ebenfalls schätzen würde, sollte die Reise von Vanek im Februar weitergehen.

"Wir wissen, dass wir in der Lage sind Siege zu sammeln, wenn wir so spielen", sagte Vanek nach der Begegnung gegen Montreal und gibt den Kampf um die Playoffs, sowie seinen damit verbundenen Verbleib noch lange nicht auf. "Wir müssen besser werden, aber wenn wir geduldig bleiben, dann können wir jeden schlagen."

In diesem Fall wäre der Abgesang auf seine gezählten Tage in Detroit verfrüht und Vanek kann womöglich sogar die Eröffnung der neuen Arena in der kommenden Saison hautnah miterleben.

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