DEUFA

Am Samstag, 1. Juli, beginnt in der NHL die Free Agency und damit die heiße Wechselfrist. Alle vertragslosen Spieler können dann mit neuen Teams verhandeln und Verträge abschließen. NHL.com/de wirft einen Blick auf die Situation der deutschsprachigen Spieler.

Die meisten Akteure aus dem DACH-Raum können dem Beginn der Free Agency völlig entspannt entgegenblicken. Leon Draisaitl, Nico Sturm, Roman Josi, Nico Hischier & Co. stehen bei ihren Teams noch längerfristig unter Vertrag. Timo Meier hat erst in dieser Woche einen neuen Acht-Jahres-Vertrag bei den New Jersey Devils unterzeichnet. Nino Niederreiter von den Winnipeg Jets wird erst im kommenden Jahr zum Unrestricted Free Agent.

Es gibt allerdings zwei NHL-Profis aus dem deutschsprachigen Raum, die bereits jetzt zum UFA werden und somit eine Entscheidung über ihre Zukunft treffen müssen. Gemeint ist der Deutsche Torwart Thomas Greiss und der Schweizer Center Pius Suter.

STL@MIN: Greiss gelingen 35 Saves im Shutout gg. Wild

Thomas Greiss ist "noch nicht fertig"

Bei Thomas Greiss stellt sich zunächst einmal die Frage, ob er seine Laufbahn überhaupt fortsetzt. Mit seinen 37 Jahren befindet sich der Goalie bereits im Spätherbst seiner Karriere. Im März hatte er sich im Gespräch mit NHL.com/de noch alle Optionen offengehalten. "Ich lasse das alles mal auf mich zukommen", erklärte er. "Wegen den Kindern, die in der Schule sind, wird ein Ortswechsel aber immer schwieriger und gewisse Ziele wie Kanada oder Kalifornien schließe ich aus. Von daher bleibt es abzuwarten, ob und welche Angebote überhaupt noch kommen."

Die Vorzeichen deuten nun darauf hin, dass Greiss seine Karriere fortsetzen wird. Sein Agent Ray Petkau bestätigte gegenüber TSN Hockey Insider Pierre LeBrun in "The Athletic", dass Greiss in diesem Sommer nach einem neuen Team suchen würde. Allerdings hätte der deutsche Goalie bei den St. Louis Blues, bei denen er zuletzt unter Vertrag stand, keine Zukunft mehr. Der Grund dafür sei, dass der 22-jährige Joel Hofer in der nächsten Saison eine größere Rolle übernehmen würde.

"Er wird nicht mehr nach St. Louis zurückkehren. Er hat seine Zeit dort aber genossen", sagte Petkau. "Sie haben den jungen Joel Hofer, der bereit ist und in der nächsten Saison auf einem One-Way ist. Thomas wird also nicht mehr in St. Louis spielen. Eigentlich hätte er sich über eine Rückkehr sehr gefreut. Aber so etwas passiert Spielern, die schon länger dabei sind, eben häufiger."

Der Agent ist davon überzeugt, dass Greiss für viele Teams in der NHL eine sinnvolle Verstärkung wäre. "Er ist extrem zuverlässig. Verletzt ist er zudem nur selten", sagte Petkau. "Er würde gerne weitermachen, er ist noch nicht fertig. Wenn wir eine passende Situation für ihn finden, wird er auch nächstes Jahr wieder in der Liga spielen."

Wo auch immer seine Zukunft liegt: Sein zukünftiges NHL-Team bekäme mit Greiss einen sehr routinierten Goalie, der die Erfahrung aus 368 NHL-Spielen mitbringt und eine starke Save-Quote von 91,1 Prozent aufweist. Bei seinen 17 Playoff-Partien konnte er sogar 92,2 Prozent aller Schüsse parieren. Er stand bereits bei sechs unterschiedlichen Teams (San Jose Sharks, Phoenix Coyotes, Pittsburgh Penguins, New York Islanders, Detroit Red Wings, St. Louis Blues) unter Vertrag und hat somit kein Problem, sich schnell bei einer neuen Mannschaft einzuleben.

DET@WSH: Suter trifft doppelt

Pius Suter: Wohin wechselt der vorbildliche Arbeiter?

Der Schweizer Pius Suter befindet sich mit seinen 27 Jahren im besten Eishockey-Alter. Nachdem er in der Saison 2020/21 bei den Chicago Blackhawks debütierte und 55 Partien (14 Tore, 13 Assists) spielte, erfolgte der Wechsel zu den Detroit Red Wings. Dort erwies er sich als konstanter Akteur, der nahezu alle Spiele absolvierte. In der Spielzeit 2021/22 stand er bei den kompletten 82 Spielen auf dem Eis, erwies sich dabei mit 15 Toren und 21 Assists als sehr effektiv. In der zurückliegenden Saison kam Suter auf 79 Spiele, 14 Tore und zehn Assists.

Suter gilt als ein vorbildlicher Arbeiter, der sich voll in den Dienst seiner Mannschaft stellt. Nicht zuletzt sein Unterzahlspiel ist hervorragend. Im Gespräch mit "The Score" verriet er sein Erfolgsrezept: "Du musst versuchen, schon den Zoneneintritt zu verhindern, und den scheibenführenden Spieler immer unter Druck setzen. Wenn die Gegner immer wieder rauf und runter fahren müssen, schnellt ihr Puls in die Höhe und sie machen auch mehr Fehler."

Doch im Dienst welcher Mannschaft wird er diese Qualität zukünftig einbringen? Suters Agent Georges Müller ließ im April gegenüber "TheScore" noch offen, ob der Spielmacher möglicherweise bei den Red Wings bleiben würde: "Es gefällt ihm gut in Detroit, aber wir werden nach der Saison schauen, wie es weitergeht."

Nun ist der Zeitpunkt gekommen, um eine Entscheidung über die Zukunft zu treffen.