062823 DE atlantic split

Am Samstag, 1. Juli, beginnt in der NHL die Free Agency. NHL.com/de hat analysiert, in welchen Bereichen die Teams der vier Divisionen noch Verstärkungen oder Ergänzungen mit frei auf dem Markt verfügbaren Spielern benötigen.

In dieser Ausgabe: Atlantic Division

Boston Bruins

Den Bruins steht im Moment nicht viel finanzieller Spielraum mit Blick auf den Salary Cap zur Verfügung. Spektakuläre und vor allem teure Verpflichtungen sind daher nicht zu erwarten. Zumal Boston an anderer Stelle der Schuh drückt. Die komplette vierte Reihe aus der vergangenen Saison droht sich aufzulösen. Nick Foligno ist bereits weg und Garnet Hathaway und Tomas Nosek stehen noch ohne Anschlussvertrag da. Sollten auch sie gehen, wären die Bruins gezwungen, sich auf dem Markt gleich nach mehreren günstigen Bottom-Six-Spielern umzusehen, um die Lücken zu schließen. Unklar ist ferner der Verbleib von Kapitän Patrice Bergeron und David Krejci. Für diese beiden einen adäquaten Nachfolger zu finden, wäre aufgrund der Finanzlage eine besondere Herausforderung.

Buffalo Sabres

Die Sabres müssen zusehen, wie sie ihre Löcher in der Defensive gestopft bekommen. In der abgelaufenen Spielzeit kassierten sie 300 Gegentore. Das war letztlich eine zu schwere Hypothek, um die Stanley Cup Playoffs zu erreichen. Um das zu ändern, braucht es Masse statt Klasse in der Defensive. Eine der besten Blueliner, der auf den Markt kommt, ist John Klingberg. Er würde bei Buffalo gut zu seinem schwedischen Landsmann Rasmus Dahlin passen. Nach vielen Jahren bei den Anaheim Ducks lief er zuletzt für die Minnesota Wild auf. Klingberg weiß auf beiden Seiten des Eises zu überzeugen und hat sechs Saison mit mindestens 40 Punkten vorzuweisen.

Detroit Red Wings

Den Red Wings fehlt ein rechtsschießender Verteidiger im Kader mit Erfahrung. Seit dem Trade von Filip Hronek zu den Vancouver Canucks, klafft in den Top 4 der Defensive eine Lücke. Zu den Akteuren, die aufgrund der beiden wichtigsten Auswahlkriterien in Frage kommen, zählen Klingberg, Mathew Dumba und Radko Gudas. Darüber hinaus gilt es als unwahrscheinlich, dass die beiden Angreifer Pius Suter und Alex Chiasson zurückkehren. Von daher dürften sich die Red Wings auch nach Akteuren für die hinteren Angriffsformationen umsehen.

Florida Panthers

Die Panthers gehören ebenso zu den Teams, die auf der Jagd nach einem Verteidiger der Güteklasse A sind. Marc Staal hat sich noch nicht entschieden, ob er bleibt und wird vermutlich erst einmal den Markt testen. Erschwerend hinzu kommt, dass sich mit Brandon Montour und Aaron Ekblad zwei Top-Verteidiger von ihren Schulteroperationen erholen müssen. Ein Defensivmann, der hervorragend ins Mannschaftsgefüge passen würde, wäre Shayne Gostisbehere.

Montreal Canadiens

Die wichtigste Frage, die es für die Canadiens in der Free Agency zu klären gilt, ist die Zukunft von Jonathan Drouin. Sein Vertrag endet zum 30. Juni. Sollte sich das langjährige Aushängeschild für einen neuen Arbeitgeber entscheiden, müssen die Klubverantwortlichen aktiv werden und passenden Ersatz suchen. Außerdem würde der Mannschaft ein talentierter Torhüter wie Laurent Brossoit gut zu Gesicht stehen. Da sich die Canadiens im Neuaufbau befinden, ist es nicht zu erwarten, dass sie in der Offseason in großem Stil in ältere Spieler investieren werden.

Ottawa Senators

Um sich zu einem ernsthaften Playoff-Kandidaten zu mausern, benötigen die Senators in allen Bereichen sinnvolle Ergänzungen. Ganz oben auf der Liste steht ein Torhüter mit unumstrittenem Starterpotenzial. Was dies betrifft, tummeln sich mit Semyon Varlamov, Tristan Jarry, Joonas Korpisalo und Adin Hill einige interessante Leute auf dem Markt. Zudem benötigt Ottawa weiteres Personal für die rechte Seite in der Defensive und generell für die hinteren Sturmreihen.

Tampa Bay Lightning

Angreifer Alex Killorn und Verteidiger Ian Cole sind die beiden namhaftesten Unrestricted Free Agents der Lightning. Von deren Verbleib oder Abgang werden die Aktivitäten des Managements in der Free Agency wesentlich abhängen. Ein interessanter Ersatzmann für Cole wäre ohne Zweifel Oliver Ekman-Larsson, von dem sich die Vancouver Canucks vor Kurzem durch einen Buyout getrennt haben. Er ist ebenfalls Linksschütze und wäre ein guter Quarterback fürs Powerplay. Einen Unsicherheitsfaktor gibt es allerdings: Ekman-Larsson hatte in jüngster Vergangenheit immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen.

Toronto Maple Leafs

Bei den Maple Leafs bahnen sich einige Veränderungen an. Mit Ryan O'Reilly, Wayne Simmonds, Noel Acciari, David Kampf und Alex Kerfoot werden gleich fünf nominelle Bottom-Six-Stürmer zu Unrestricted Free Agents. Die Neigung, das Gros von ihnen mit neuen Verträgen auszustatten, ist dem Vernehmen nach bei General Manager Brad Treliving nicht besonders ausgeprägt. Neben Akteuren aus dem eigenen Talentschuppen könnten routinierte Spieler, wie Tyler Bertuzzi, Corey Perry und Max Pacioretty die freiwerdenden Stellen besetzen.