COL Kadri 2022

Eine der ruhigeren Trade Deadlines in der NHL bot am Freitag nach ihrem Ende doch noch einen gewaltigen Paukenschlag. Spät am Abend sah es bereits so aus, als würde einer der größten Kandidaten für einen Transfer doch bei seinem Team bleiben.

Center Nazem Kadri schien wenigstens bis zum Saisonende bei den Calgary Flames zu bleiben, dem vorletzten Team in der Tabelle der gesamten NHL. Doch nach dem offiziellen Transferschluss wurde bekannt, dass General Manager Craig Conroy sich doch auf einen Tausch einigen konnte. Für Kadri geht es nun zu den Colorado Avalanche, für die er bereits von 2019 bis 2022 spielte. Damit wechselt er von einem der schlechtesten Teams der Liga zum Spitzenreiter.

„Es ist natürlich wunderbar, zurück zu sein“, freute sich Kadri. „Das war eine Achterbahnfahrt in den letzten Tagen. Es gab Gespräche und Diskussionen, aber als Spieler weiß man nie, was am Ende dabei herauskommt, bis man ein Angebot auf dem Tisch hat. Ich dachte nicht, dass etwas passiert, obwohl es Interesse gab und einige Teams im Rennen waren. Ich habe dann erst nach der Deadline einen Anruf bekommen. Ich dachte, dass ich wahrscheinlich in Calgary bleibe. Dann kam die Nachricht, dass es nach Denver geht. Ich glaube, ich bin fast mit dem Kopf gegen die Decke gesprungen, so sehr habe ich mich gefreut.“

Der Deal

Conroy und Colorados GM Chris MacFarland fanden eine für beide Seiten zufriedenstellende Lösung. MacFarland erhielt Kadri und einen Pick der vierten Runde im NHL Draft 2027. Dafür schickte er Stürmer Victor Olofsson, die Rechte an Prospect Max Curran, einen bedingten Pick der ersten Runde im Draft 2028 und einen bedingten Pick der zweiten Runde im Draft 2027 nach Calgary.

„Nazem ist einer der Menschen, die man einfach mag“, erklärte Conroy. „Er war die ganze Zeit über super. Er ist ehrgeizig. Er will gewinnen. Er will eine weitere Chance. Für ihn ist es wahrscheinlich ein Traum, wieder nach Colorado zu gehen. Wir wussten, wo die Reise für uns hingeht und mit seinem Alter mussten wir das einfach tun.“

Kadri ist bereits 35 Jahre alt. Für die Avalanche ist er trotzdem nicht nur eine Verstärkung, um ihre Chancen in den anstehenden Stanley Cup Playoffs zu steigern. Er steht noch bis zum Ende der Saison 2028/29 unter Vertrag. Die Flames übernehmen bis dahin 20 Prozent seines Gehalts, wodurch er den Salary Cap der Avalanche nur mit 5,4 Millionen US-Dollar belastet.

Kadri ist ein fähiger Offensivspieler, der eine gesunde Härte und Torgefahr mitbringt. Er führte die Flames diese Saison mit 41 Punkten (zwölf Tore, 29 Assists) an. In seiner Karriere kommt er auf 751 Punkte (319 Tore, 432 Assists) in 1046 Spielen.

CGY@SJS: Kadri baut die Führung aus

„Ich kann es noch nicht fassen“, gestand Kadri. „Das ist eine aufregende Situation. Ich muss den Calgary Flames danken, wie sie damit umgegangen sind und wie sie mit mir als Veteran umgegangen sind und einen Weg für mich gefunden haben. Ohne sie wäre das nicht möglich gewesen. Ich bin mir sicher, dass in ein paar Jahren viele Spieler in Calgary spielen wollen. Jetzt kann ich es aber nicht erwarten, wieder mit meinen Freunden von damals zu spielen.“

Gute Erinnerungen

Die Freude stand Kadri nach dem Transfer deutlich ins Gesicht geschrieben. Er spielte nicht nur drei Saisons lang für die Avalanche, sondern gewann mit ihnen 2022 auch den Stanley Cup.

„Es ist unglaublich“, schwärmte der Rückkehrer. „Ich habe eine besondere Verbindung zu diesem Team. Ich habe im Auge behalten, wie sich meine Kumpels schlagen. Was für ein Team. Ich freue mich so, dass ich sie unterstützen kann.“

Einige der wichtigsten Mitspieler von damals sind immer noch in der Mannschaft. Kapitän Gabriel Landeskog, Starstürmer Nathan MacKinnon und Abwehrchef Cale Makar waren alle beim Triumph im Stanley Cup 2022 dabei.

„Oh ja, ich habe schon einige Zeit mit Nate geredet“, ließ Kadri wissen. „Gabe, Cale, die ganzen Jungs, zu denen ich eine Verbindung habe. Ich kann es gar nicht erwarten, anzukommen und sie wiederzusehen.“

Gemeinsam mit den alten Freunden will Kadri nun den Erfolg aus seinem letzten Engagement bei den Avalanche wiederholen. Die Chancen stehen nicht schlecht, immerhin ist Colorado das punktbeste Team der Liga. Mit der Verstärkung durch Kadri und Center Nicolas Roy, der zur Deadline von den Toronto Maple Leafs kam, sind sie hervorragend für die Playoffs gerüstet.

„Nic Roy ist ein großer Rechtsschütze im Zentrum, der auch auf dem Flügel spielen kann“, analysierte MacFarland. „Unser Trainer Jared Bednar kann ihn in unterschiedlichen Rollen nutzen. Er gibt dem Trainerstab mehr Optionen, ob mit Kadri in der Mitte oder außen sowie Nic außen oder in der Mitte. Mit den beiden haben wir viel Qualität im Zentrum und sie können Druck machen. Sie machen uns zu einem unangenehmeren Gegner.“

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