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Hynes stützt und stärkt Hischier den Rücken

Der Trainer der New Jersey Devils fördert den Schweizer auf dem Weg hin zu einem Top-Spieler

von Stefan Herget @NHLde / NHL.com/de Chefautor

Mit dem Schweizer Nico Hischier wurde beim NHL Draft 2017 von den New Jersey Devils zum ersten Mal in der Geschichte ein deutschsprachiger Spieler an der Nummer 1 ausgewählt. NHL.com/de wird auch in seiner zweiten NHL-Saison 2018/19 im vierzehntägigen Rhythmus in der Rubrik "Tracking Hischier" verschiedene Bereiche der beginnenden Karriere des jungen Centers besonders unter die Lupe nehmen.

Die New Jersey Devils sind mit einem 6:3-Sieg bei den Pittsburgh Penguins in der PPG Paints Arena aus ihrer von der NHL verordneten Spielpause von acht Tagen rund um das All-Star Game gestartet. Damit konnte das Team aus Newark zum dritten Mal in dieser Saison siegreich gegen die Penguins vom Eis gehen.

Leider sieht ihre Bilanz nur gegen Pittsburgh so gut aus. Wenngleich die Devils ihren Rückstand auf die von den Penguins besetzte zweite Wildcard der Eastern Conference, durch den Sieg auf 13 Punkte verringert werden konnte, ist dieser in den verbleibenden 33 Spielen eine wahrscheinlich zu große Bürde.

New Jersey spielt nach wie vor zu unbeständig, was auch ihre Auftritte vor der Pause wiederum eindrucksvoll belegten: Den zwei Heimsiegen im Prudential Center gegen die Philadelphia Flyers mit 3:2 und dem 8:5 gegen die Chicago Blackhawks, folgte eine Auswärtsniederlage mit 1:4 bei den Columbus Blue Jackets und ein 2:3 zu Hause gegen zuvor angeschlagene Anaheim Ducks.

Video: PHI@NJD: Hischier gegen Hart bei einem Breakaway

Es sieht momentan so aus, als könne zwar Nico Hischier in seiner zweiten Saison seine Marke aus dem Vorjahr (20 Tore, 32 Assists zu 52 Punkten) toppen, nachdem für ihn 32 Scorerpunkte (13 Tore, 19 Assists) aus 45 Spielen zu Buche stehen, doch die Qualifikation für die Stanley Cup Playoffs ist in weite Ferne gerückt.

Einer, dem diese Entwicklung nicht gefallen wird und womöglich sogar um seinen Job bangen muss, ist Trainer John Hynes, denn die Zielvorgabe des Managements war eindeutig die Weiterentwicklung der Mannschaft, die in der Vorsaison wenigstens in die erste Playoff-Runde eingezogen war. Auch Hischier hatte seinen Teil dazu beigetragen.

Doch das, was mit vier Siegen zum Saisonauftakt 2018/19 verheißungsvoll startete, endete schnell in einer schlechten Phase, die mehrere Wochen anhielt.

Gerade für einen jungen Spieler wie Hischier, bei dem die Entwicklung noch stark im Vordergrund steht, sind der Trainer und erfahrenen Mitspieler wichtige Faktoren für den Lernprozess. Hynes hat sich von Beginn an hinter den Nummer-1- Pick vom NHL Draft 2017 gestellt und diesen gefördert sowie auf die fehlende Erfahrung des Rookies Rücksicht genommen.

 

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Als ihn die Aargauer Zeitung vor Saisonbeginn fragte, ob er sich für André Tourigny seinem Junioren-Trainer in Halifax oder für Hynes entscheiden würde, antwortete Hischier: "Gute Frage. Da kann ich mich jetzt wirklich nicht entscheiden. Beide waren und sind für mich extrem wichtig. André Tourigny ist ein sehr guter Trainer, der mir bei der Gewöhnung ans nordamerikanische Eishockey sehr geholfen hat. Auf der anderen Seite ist es alles andere als selbstverständlich, dass mir John Hynes in meinem ersten NHL-Jahr so viel Vertrauen geschenkt hat."

Vertrauen ist genau das richtige Stichwort, denn dieses benötigt ein Neuling in der NHL, um es mit Leistung zurückzuzahlen. Es ist ohnehin schwer, sich mit den Gegebenheiten in der NHL, der langen Saison oder den vielen Reisen und natürlich den wesentlich intensiveren Partien als im Junioren-Eishockey zu arrangieren. Da würde sich die Angst ins Farmteam abgeschoben zu werden, kaum fördernd auswirken.

Auf der anderen Seite, ist es die bescheidene und ruhige Art von Hischier, die die Devils imponiert haben dürfte, auch weil er den Mannschaftserfolg deutlich über seinem Einzelinteresse stellt.

Video: NJD@BOS: Hischier trifft nach einem schönen Move

"Er ist keiner dieser Spieler, die herkommen und denken, nur weil sie an einer gewissen Position gedraftet wurden, oder weil sie einen Status als ganz besondere Spieler haben, müsse mit ihnen auch speziell umgegangen werden", sagte Hynes schon im Vorjahr über seine Nummer 13.

"Das ist der Grund, weshalb er so ein besonderer Kerl für uns ist und wieso wir ihn so gerne in unserer Organisation haben", ergänzte er. "Er ist ein herausragender Spieler und er versteht es in ganz besonderer Art und Weise, was es bedeutet, Teil eines Teams zu sein. Siege und das Team stehen bei ihm weit vor seinem Ego."

 

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Es ist also eine zweiseitige Erfolgsgeschichte, die in dieser Saison voraussichtlich durch kein Happy End gekrönt sein wird. Hischier hat in Hynes einen Förderer und Unterstützer, der ihm auch entsprechend Eiszeit verschafft. Der Schweizer weiß es zu danken und wird darauf hoffen, den Weg mit seinem Trainer noch länger gehen zu dürfen.

Aufgrund der sportlichen Situation bei den Devils könnte auch schnell jemand anderes das Zepter hinter der Bande übernehmen. Ein neuer Trainer könnte durch seine Ideen und einem grundverschiedenem Spielsystem, Auswirkungen auf Hischier persönlich, sein Auftreten auf dem Eis und seine Entwicklung haben.

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