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Spielerwechsel sorgen für spannende Momente

NHL-Pulse: Was sorgt für mehr Aufregung, Free Agency oder die Trade Deadline?

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

In der Rubrik "NHL Pulse" beleuchtet NHL.com/de an jedem Montag aktuelle Themen, Diskussionen und Entwicklungen der Saison 2018/19, die im Hintergrund des Spielgeschehens liegen.

Heute geht es um die Frage, ob die Trade Deadline oder die Free Agency aufregender ist.

Die anstehende NHL Trade Deadline sorgt einmal mehr für viel Aufsehen. Die General Manager aller 31 Teams versuchen durch späte Spielerwechsel, ihren Kadern den letzten Schliff zu verpassen, bevor bis zum Sommer in Sachen Wechsel nur noch wenig geht. 

Die potenziellen Titelanwärter möchten sich durch hochkarätige Ergänzungen entscheidend verstärken. Manager von Mannschaften, die sich höchstwahrscheinlich nicht für die Stanley Cup Playoffs qualifizieren werden, versuchen für manchen ihrer Spieler, den größtmöglichen Gegenwert für eine erfolgreichere Zukunft zu generieren. 

 

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Bei der Free Agency im Sommer, wenn ab dem 1. Juli Spieler verpflichtet werden dürfen, deren Verträge ausgelaufen sind, geht es den Kaderplanern in erster Linie um eine langfristige Ausrichtung ihres Klubs.

In beiden Wechselphasen sind schon aufsehenerregende Transaktionen erfolgt. Welche ist aufregender und spannender? 

Um das beurteilen zu können, gilt es einen Blick, auf die spektakulärsten und folgenreichsten Personalentscheidungen der Ligageschichte zu werfen.

Als bemerkenswerteste Wechsel zur Trade Deadline dürfen ohne Zweifel die folgenden gelten:

Unvergessen bis zum heutigen Tage ist der Wechsel von Ron Francis am 4. März 1991. Die Hartford Whalers (heute Carolina Hurricanes) trennten sich von ihrem bis dahin unumstrittenen Anführer auf dem Eis und schickten ihn zu den Pittsburgh Penguins. 

Neben Francis wechselten Ulf Samuelsson und Grant Jennings nach Pittsburgh. Im Gegenzug erhielten die Whalers John Cullen, Zarley Zalapski und Jeff Parker. Francis gewann mit seinem neuen Team auf Anhieb den Stanley Cup und wiederholte das Kunststück im darauffolgenden Jahr.

Im März 1988 sicherten sich die St. Louis Blues die Dienste von Brett Hull. Sie holten den späteren Superstar zusammen mit Steve Bozek von den Calgary Flames. Diese erhielten als Kompensation Rob Ramage und Rick Wamsley. 

Hull galt zum Zeitpunkt des Deals als Risikoverpflichtung. Der Rookie wurde von Trainer Terry Crisp häufig auf der Bank schmoren gelassen und galt als vergleichsweise schwacher Schlittschuhläufer. Rückblickend eine herbe Fehleinschätzung.  

Zwar gewannen die Flames ohne Hull 1989 den Stanley Cup, doch sie kamen daraufhin 14 Mal in Serie nicht über die erste Playoffrunde hinaus. Hull entwickelte sich prächtig und wurde zu einem der größten Stars der NHL, stemmte im Laufe seiner aktiven Zeit zwei Mal den Stanley Cup und gewann mit Team USA den World Cup of Hockey 1996. 

Im Jahre 2001 ging es für Keith Tkachuk von den Phoenix Coyotes (heute Arizona Coyotes) zu den St. Louis Blues. Das Franchise aus der Wüste verstärkte sich im Gegenzug unter anderem mit Michal Handzus und Ladislav Nagy. Tkachuk brachte Leadership und Physis zu den Blues und sein neues Team bis in das Conference Finale gegen den späteren Titelträger Colorado Avalanche.

 

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Ende des Winters 2002 tauschten die Dallas Stars und die New Jersey Devils wichtige Bestandteile ihrer Kader. Dallas sicherte sich unter anderem die Dienste von Jason Arnott und Randy McKay. Die Devils bekamen Jamie Langenbrunner und Joe Nieuwendyk. 

Das Ganze geschah knapp zwei Jahre nachdem die Mannschaft aus New Jersey den Texanern im Finale 2000 den Stanley Cup vor der Nase weggeschnappt hatte. Einen entscheidenden Anteil am Sieg hatten die beiden Akteure, deren Dienste sich Dallas nun sicherte. Dementsprechend groß war damals die Aufregung um den Deal. 

Nichtsdestotrotz gelang es den neu formierten Devils auch im Jahre 2003 den Titel zu gewinnen, unter Mithilfe von Langenbrunner und Nieuwendyk.

Anfang März 2014 verabschiedeten die Vancouver Canucks ihren Torwart Roberto Luongo nach Florida. Luongo, der zusammen mit Steven Anthony zu den Florida Panthers geschickt wurde, brachte als Gegenleistung Jacob Markstrom und Shawn Matthias für die Westkanadier ein.

Luongo kehrte zu jenem Team zurück, bei dem er seine große Karriere begonnen hatte. Seine Mission, den Stanley Cup zu gewinnen, war in Vancouver unvollendet geblieben, nachdem die Canucks 2011 im Finale gegen die Boston Bruins den Kürzeren gezogen hatten. 

Zur Trade Deadline im Jahre 1980 sicherten sich die New York Islanders Butch Goring von den Los Angeles Kings. Sie komplettierten damit ihr Team, das zwischen 1980 und 1983 viermal den Stanley Cup gewinnen konnte. Goring, der zunächst gar nicht begeistert war, Kalifornien verlassen zu müssen, wurde auf Long Island zu einer Eishockeylegende.

Doch nicht nur zur Trade Deadline kam es zu Spielerwechsel die Eishockeygeschichte geschrieben haben. Die Verpflichtungen während der Free Agency-Phase lesen sich nicht minder spektakulär und aufregend.

In der Off-Season 2006 sicherten sich die Bruins die Dienste von Verteidiger Zdeno Chara, was sich im Nachhinein als Glücksgriff erwies. Bei den Ottawa Senators überzeugte der Defensivspezialist mit 35 Toren und 103 Punkten aus 228 Spielen innerhalb von drei Jahren. Sein neuer Vertrag lief zunächst über fünf Jahre und war mit 37,5 Millionen Dollar dotiert. 

Die Neuverpflichtung entwickelte sich auch in Boston zu einem Anführer des Teams. Er gewann die Norris Trophy im Anschluss der Saison 2008/09 und führte seine Mannschaft zum Stanley-Cup-Titel im Jahre 2011. Das Geld für Chara war also gut angelegt gewesen, wie sich spätestens dann herausstellte.

Eine tolle Entwicklung vollzog auch Stürmer Adam Graves, nachdem ihn die New York Rangers im Sommer 1991 unter Vertrag genommen hatten. Der noch relativ unbekannte Graves wurde am Broadway zu einem der produktivsten Spielers in der langen und ruhmreichen Franchisegeschichte der Rangers. 

Zwar hatte Graves bei den Edmonton Oilers im Jahre 1990 schon einmal den Stanley Cup gewonnen, doch zählte er nicht zu deren großen Namen. Der Durchbruch gelang ihm erst bei den Rangers. 

In seinem ersten Jahr in New York gelangen ihm 26 Tore und 59 Zähler. In 1993/94 waren es dann schon 52 Treffer. Am Ende seiner Zeit bei den Blueshirts konnte Graves 280 Tore vorweisen. Unvergessen ist natürlich sein großer Beitrag zum Titelgewinn 1994.

Im Sommer 1997 gelang den Dallas Stars ein Coup, der sie von einem Liga-Mitläufer zu einem Spitzenteam machen sollte. Die Stars verpflichteten Torhüter Ed Belfour, der acht Jahre lang für die Chicago Blackhawks den Kasten gehütet und zum Abschluss der Saison 1996/97 noch 13 Spiele für die Sharks bestritten hatte, und gewannen mit ihm den Stanley Cup im Jahre 1999. 

Belfour erreichte Superstar-Status in Texas und weit darüber hinaus. Er holte die William Jennings Trophy in 1998/99 und von den 307 Auftritten für Dallas gewannen Belfour 160. 

Ebenfalls einen großen Einfluss auf die weiteren Geschicke der Mannschaft, hatte der Vertragsabschluss der Anaheim Mighty Ducks (heute Anaheim Ducks) mit Scott Niedermayer im Sommer 2005. 

Nachdem Niedermayer den Großteil seiner NHL-Karriere in East Rutherford bei den Devils verbracht hatte, entschied sich der Veteran für einen Vierjahresvertrag in Anaheim. New Jerseys Führungsspieler hatte in 892 NHL-Spielen 476 Punkte gesammelt und war dreifacher Stanley Cup Champion. 

Im Alter von 33 Jahren legte Niedermayer noch einmal einen drauf, schoss 13 Tore und erzielte mit 63 Scorerpunkten eine persönliche Bestmarke. Im Jahr darauf lief es noch besser. Niedermayer kam auf 69 Punkte und führte die Ducks 2007 zum ersten Stanley Cup-Titel ihrer Franchisegeschichte. 

Der Rückblick auf einige Highlights von Free Agency und Trade Deadline zeigt, dass es im Auge des Betrachters liegt, welche der zwei Phasen, er als aufregender empfindet. Letztendlich hängt es auch entscheidend davon ab, welchem Team man die Daumen drückt und wie aktiv sich dieses an Transfers beteiligt. 

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