Bitterer hätte die Overtime für die Boston Bruins kaum enden können. Es liefen die letzten Sekunden der Verlängerung, als die Mannschaft von Marco Sturm den vermeintlich letzten Angriff einleitete. David Pastrnak spielte den Puck auf Charlie McAvoy, der vom Kreis aus abzog. Doch die Scheibe knallte gegen den Pfosten. Noch 15 Sekunden Restspielzeit befanden sich auf der Spieluhr.

Paul Cotter erzielt Siegtreffer für die Devils

Dies war genügend Zeit für die New Jersey Devils, um einen schnellen Konter einzuleiten und das Spiel für sich zu entscheiden. Dougie Hamilton leitete den Breakaway ein. Über Jack Hughes landete der Puck bei Paul Cotter, der sich im Eins-gegen-Eins mit Bruins-Torwart Joonas Korpisalo durchsetzte und das Prudential Center zum Beben brachte. Der Siegtreffer wurde voller Euphorie gefeiert, weil er spektakulär und wichtig zugleich war. Nur noch 6,2 Sekunden wären in der Verlängerung zu spielen gewesen.

BOS@NJD: Cotter verbucht sein erstes Overtime-Siegtor mit schöner Rückhand

„Wir waren ein bisschen im eigenen Drittel eingeschnürt, es war ziemlich chaotisch, und in dem Moment, als der Puck rauskam, habe ich kurz auf die Uhr geschaut und gesehen, dass die Zeit abläuft“, sagte Cotter über die entscheidende Spielszene. „Ich habe zu Dougie (Hamilton) geschaut, und er rief mir zu, ich solle loslaufen. Also habe ich mein Bestes versucht. Ich bin froh, dass der Puck reingegangen ist.“

Bruins verspielen Zwei-Tore-Führung

Überhaupt wurde den Zuschauern ein spektakuläres Duell zweier Teams auf einem Level geboten. Die Bruins gingen im ersten Drittel durch die Treffer von Pastrnak (5.) und Pavel Zacha (15.) in Führung. Die Devils drehten das Spiel durch die Treffer von Connor Brown (21.), Jesper Bratt (29.) und Cotter (43.), ehe Pastrnak (55.) mit dem 3:3 ausglich und das Spiel in die Verlängerung brachte, die so spektakulär enden sollte.

BOS@NJD: Pastrnak trifft erneut mit schöner Rückhand

Hughes gab in diesem Spiel drei Assists und wurde damit der schnellste Spieler in der Geschichte der Devils, der 400 Karrierepunkte erreichte. Hughes hat 402 Punkte (158 Tore, 244 Assists) nach lediglich 414 Spielen auf dem Konto. Zuvor erreichte Kirk Muller die 400-Punkte-Marke (429 Spiele) am schnellsten.

Für die Devils war der zweite Sieg in Serie von großer Bedeutung, um zumindest eine kleine theoretische Playoff-Chance aufrechtzuerhalten. Der Rückstand auf die Bruins, die momentan den zweiten Wild Card Platz im Osten belegen, wurde 15 Spiele vor Saisonende auf elf Zähler reduziert. „Ich finde, es gibt derzeit viele ermutigende Anzeichen in unserer Mannschaft“, sagte Brown. „Die Art und Weise, wie wir spielen, die Torausbeute aus allen Reihen, auch die vierte Reihe trägt ihren Teil bei.“

Marco Sturm ärgert sich über zweites Drittel

So groß die Freude der Devils war, so groß war die Enttäuschung der Bruins. „Das ist frustrierend“, sagte Boston-Trainer Marco Sturm. „Wir haben so ein gutes erstes Drittel gespielt. Aber wie wir dann im zweiten Drittel gespielt haben, das war für mich ein Unterschied wie Tag und Nacht. Und wenn man so spielt, ist das eben das Ergebnis. Plötzlich gerät man in Schwierigkeiten. Am Ende hatten beide Mannschaften ihre Möglichkeiten. Wir hatten die große Chance und trafen den Pfosten. Es hätte in beide Richtungen ausgehen können.“

Der Frust von Sturm richtete sich daher nicht auf das Spielende, sondern eher auf den Spielverlauf. „Das zweite Drittel ist es, was mich wirklich ärgert. Wir wollen eine gute Mannschaft sein, machen viele Tore, dürfen uns dann aber nicht so verhalten. Wir müssen daraus lernen“, sagte Sturm.

Boston wusste um die Konterstärke der Devils

In Bezug auf den entscheidenden Gegentreffer fügte der deutsche Coach hinzu: „So machen das eben die guten Mannschaften, besonders eine Mannschaft wie die Devils. Die suchen nach solchen Gelegenheiten. Darin sind sie wirklich gut. Sobald ein Puck frei ist, sind sie weg. Diese Spielweise könnte sie auch teuer zu stehen kommen. Aber sie gehen dieses Risiko ein. Das war uns vor dem Spiel auch klar. Wir wussten das. Aber wir haben es nicht geschafft, das zu verhindern.“

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