Skip to main content

Die Senators kämpfen mit dem Projekt Neuaufbau

Nach dem Abgang von Matt Duchene bleibt weiter offen, was mit Mark Stone und Ryan Dzingel passiert

von Alexander Gammel @NHLde / NHL.com/de Autor

Für die Ottawa Senators und ihre Fans waren die letzten Jahre eine Berg-und-Tal-Fahrt. Von himmelhoch jauchzend zu ungläubig enttäuscht, dauerte es nicht lange, um genau zu sein nur die Sommerpause 2017. Die Senators kamen aus einer starken Saison, die beinahe zum ultimativem Ziel, dem Gewinn des Stanley Cups geführt hätte. Sie schlossen die reguläre Saison mit 98 Punkten (44-28-10) auf dem zweiten Platz der Atlantic Division ab. In den Playoffs folgten Siege in jeweils sechs Spielen gegen die Boston Bruins und die New York Rangers, somit stand man im Conference Finale. Dort ließen die Pittsburgh Penguins, der spätere Meister, mit einem Sieg in der zweiten Verlängerung von Spiel sieben, die Träume der Senators zerplatzen.

Das Team aus Ontario ging mit großen Hoffnungen in die darauffolgende Saison, die durch die Verpflichtung von Starstürmer Matt Duchene noch anwuchsen. In dieser Spielzeit folgte die Ernüchterung. Mit 67 Punkten (28-43-11) waren sie am Ende der regulären Saison das zweitschlechteste Team der Liga, nur die Buffalo Sabres holten noch fünf Punkte weniger. Es war klar, eine Reaktion musste folgen und es wurde der Neuaufbau ausgerufen. Das erste Opfer war Abwehr-Veteran Erik Karlsson, der an die San Jose Sharks abgegeben wurde.

Video: CBJ@OTT: Duchene nur Stunden nach Trade auf dem Eis

Nach 61 Spielen in der laufenden Saison fällt die Bilanz der Senators nicht besser aus. Mit 49 Zählern (22-34-5) bilden sie das Schlusslicht der Liga. Kurz vor der Trade Deadline am 25. Februar gaben sie Duchene an die Columbus Blue Jackets ab, was als ein klares Zeichen gedeutet werden kann, dass sie die aktuelle Saison aus sportlicher Sicht abgeschrieben haben und es bereits darum geht sich auf die Spielzeit 2019/20 vorzubereiten.

"Wir wollten unsere erfahrenen Kernspieler natürlich behalten", äußerte sich General Manager Pierre Dorion zu dem Transfer vom Freitag. "Wir haben alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Wir sind bis an die Grenzen gegangen, um zu versuchen mit ihnen zu verlängern. Jetzt müssen wir uns auf den Neuaufbau konzentrieren. Matt wollte bei einem Kandidaten auf die Playoffs und um den Stanley Cup spielen und wäre wahrscheinlich zum Free Agent geworden, wenn wir ihn behalten hätten. Wir mussten uns darum bemühen, so viel wie möglich für ihn zu kriegen."

 

[Ähnliches: Duchene von den Senators zu den Blue Jackets]

 

Duchene ging im Austausch für die Nachwuchstalente Vitaly Abramov und Jonathan Davidsson, sowie einen Draft-Pick in der ersten Runde 2019 an die Blue Jackets. Abramov ist ein 20-jähriger Außenstürmer, der in seiner ersten Saison in der American Hockey League bisher auf zwölf Tore und zehn Assists in 52 Spielen für die Cleveland Monsters kommt.

Jonathan Davidsson, ebenfalls ein Außenstürmer, ist 21 Jahre alt und spielt weiterhin im Nachwuchs für Djurgarden in der Schwedischen Liga. In 35 Spielen brachte er es bisher auf zehn Tore und zehn Assists. Talentierte Spieler vielleicht, aber eindeutig eine Investition in die Zukunft, nicht in die Gegenwart. Duchenes Vertrag wäre im Sommer ausgelaufen und die Verhandlungen mit den Senators kamen zu keinem Ergebnis, so musste GM Dorion das bestmögliche aus der Situation machen.

"Das gehört zum Prozess des Neuaufbaus", erklärte Dorion. "Alles worum wir unsere Fans bitten, ist Geduld und wir müssen das Recht der Spieler respektieren, sich für die Free Agency entscheiden zu können. In Matts Fall war das seine Wahl. Wir müssen das tun, was für unsere Organisation das Beste ist. Das ist manchmal schwierig, aber am Ende wissen wir, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben."

Video: OTT@WPG: Dzingel zum Sieg der Senators in Overtime

Mit Duchenes Transfer ist das Kapitel der Deadline aber längst nicht abgeschlossen. Er war mit 27 Toren der zweitbeste Torschütze der Senators. Direkt hinter ihm lag mit 22 Treffern Ryan Dzingel, direkt vor ihm mit 28 Toren Mark Stone. Die Beiden können im Sommer ebenfalls zu Free Agents werden und bisher sieht es schlecht aus mit einer Einigung auf eine Vertragsverlängerung. Dass sie am Freitag gegen die Blue Jackets und einen Tag zuvor gegen die New Jersey Devils nicht im Kader standen, liegt wohl daran, dass man sich darauf vorbereitet, sie abgeben zu müssen und ihren Marktwert nicht durch Verletzungen riskieren möchte.

"Junge Spieler brauchen einen eingespielten Kern von erfahrenen Spielern", erklärte Dorion zum Thema Neuaufbau und Verjüngung. "Davon haben wir wirklich gute, mit Cody Ceci, Zack Smith, Jean-Gabriel Pageau, Mark Borowiecki, Bobby Ryan und Craig Anderson. Wir arbeiten noch daran ein paar andere zum Bleiben zu überzeugen", deutete er das Thema Dzingel und Stone an. "Wir müssen uns aber auf jedes mögliche Szenario vorbereiten."

 

[Die neuesten Nachrichten aus der NHL auf Twitter bekommst Du bei @NHLde]

 

Je näher die Trade Deadline rückt, desto unwahrscheinlicher wird jedoch eine Vertragsverlängerung und umso wahrscheinlicher wird ein Transfer der beiden. Wie groß der Verlust, oder der Gewinn wird, hängt von Dorion und seinem Stab ab. Die bevorzugte Variante wäre es sie zu halten. Sollte es zu einem Transfer kommen, kann das aber ebenfalls seine positiven Seiten haben. Stone und Dzingel haben große Qualität und könnten trotz auslaufenden Verträgen einen guten Preis erzielen, mit dem man das Projekt Neuaufbau, um einige Schritte vorantreiben kann.

Mehr anzeigen

Die NHL verwendet Cookies, Web Beacons und andere ähnliche Technologien. Durch die Nutzung der NHL Websites oder anderer Online-Dienste stimmen Sie den in unseren Datenschutzrichtlinien und Nutzungsbedingungen beschriebenen Praktiken einschließlich unserer Cookie-Richtlinien zu.