Vor dem Duell gegen die Calgary Flames lief noch nicht viel im März bei den Detroit Red Wings. Die Mannschaft mit dem deutschen Verteidiger Moritz Seider und dem Österreicher Marco Kasper hatte bis vor diesem Spiel am Montagabend in der heimischen Little Caesars Arena lediglich zwei Siege in diesem Monat auf dem Konto (2-3-2). Speziell nach drei Auswärtspleiten in Serie tat der 5:2-Heimerfolg gegen Calgary mit Blick auf die Playoffs gut. Dabei fand auch Seider den Weg auf die Anzeigetafel.

Die reguläre Saison in der NHL biegt langsam, aber sicher auf die Zielgerade ein. Für Teams wie die Detroit Red Wings zählt jeder Punkt. Die Mannschaft von Trainer Todd McLellan will unbedingt in die Playoffs und dort um den Stanley Cup mitmischen. Die Qualifikation für die Endrunde ist das Nahziel. Doch das wird in der extrem engen Eastern Conference kein Selbstläufer. „In dieser Phase der Saison ist jedes Spiel wichtig. Wir haben enorm wichtige Heimspiele vor uns“, meinte Detroits Torwart John Gibson (25 Saves) nach der Partie.

Wichtige Heimspiele gegen direkte Konkurrenten vor der Brust

Das Spiel gegen Calgary war der Aufgalopp zu einer Serie von vier Heimspielen für die Red Wings. Die weiteren Teams, die in der Little Caesars Arena noch ihre Visitenkarte abgeben, sind die Montreal Canadiens, Boston Bruins und Ottawa Senators. Auch wenn sich die Aussage von Gibson lapidar anhört, so bekommt sie bei einem Blick auf die Tabelle sehr viel Gewicht: Detroit steht nach dem Sieg gegen Calgary auf dem ersten Wild Card Platz im Osten. Mit 82 Zählern hat man einen Punkt Vorsprung auf Boston. Die Bruins haben allerdings ein Spiel weniger ausgetragen. Mit Montreal ist man derzeit punktgleich, jedoch haben die Canadiens sogar noch zwei Spiele in der Hinterhand. Das trifft ebenso auf Ottawa zu. Die Senators sind mit 77 Punkten außerhalb der Playoffplätze.

Da tut es den Red Wings gut, dass sie mit einem positiven Impuls in die Woche gestartet sind. Zumal sie in den jüngsten Partien etwas geschwächelt haben. „Wir haben nicht gerade den besten Road Trip hingelegt. Aber der Punkt in Dallas zum Schluss gab uns das wichtige Momentum“, befand Red Wings-Stürmer Patrick Kane.

Kane sorgt für die Wende

In der ersten Drittelpause mussten Kane und Co. allerdings erstmal mit einem Rückstand klarkommen. Morgan Frost hatte die Gäste aus der kanadischen Provinz Alberta in der 18. Minute in Führung gebracht. Weshalb der Coach in der Kabine zwischen dem ersten und zweiten Drittel Frust und auch Besorgnis bei seinen Spielern wahrgenommen habe, wie er berichtete. „Aber wir sind gut damit umgegangen und haben uns enorm gesteigert.“

CGY@DET: Kane bricht alleine durch und trifft

Es blieb dem Routinier Kane vorbehalten, sein Team zurück in die Partie zu bringen. Bereits in der 22. Minute sorgte er für den Ausgleich. Und bis zur 27. Minute hatten Emmitt Finnie und erneut Kane die Gastgeber endgültig auf die Siegerstraße gebracht. „Das erste war nicht gerade unser bestes Drittel. Wir hatten dann aber ein sehr gutes zweites Drittel und haben diese Leistung im Schlussabschnitt bestätigt“, sagte Gibson.

Routinier klettert in Statistik

Kane war mit seinen beiden Treffern der Mann des Abends. Für ihn waren es die Tore 503 und 504 in seiner Karriere, womit er in der ewigen Statistik der Spieler, die in den USA geboren wurden, an Joe Mullen (502) vorbeizog und jetzt alleine auf Platz vier steht. Lediglich Mike Modano (561), Keith Tkachuk (538) und Jeremy Roenick (513) stehen noch vor ihm.

Kanes Tor zum zwischenzeitlichen 3:1 war am Ende auch das siegbringende Tor, das 84. in seiner NHL-Karriere, womit er Zach Parise von Platz drei in der Liste der US-Amerikaner mit den meisten solcher Treffer verdrängt hat. Modano und Roenick haben jeweils 92. Modano ist – wenig überraschend – auch noch in einer weiteren Statistik vor Kane bei den amerikanischen Spielern: in der mit den meisten Dritteln, in denen ihnen mindestens zwei Scorerpunkte gelangen. 177 hat Modano auf dem Konto, fünf mehr als Kane, der sich ob dieser neuerlichen Meilensteine sehr bescheiden und demütig zeigte.

In die Scorerliste trug sich bei Detroit auch Seider ein. Der ehemalige Verteidiger der Adler Mannheim in der DEL sorgte in Überzahl mit einem platzierten Schuss in den Winkel für das 4:2 (32.). Für den Zeller war es der neunte Saisontreffer, womit er seine persönliche Bestleistung in einer Spielzeit eingestellt hat. Es wird für ihn eine zusätzliche Genugtuung gewesen sein, da er wenige Minuten vorher die Scheibe mit dem Schlittschuh beim Anschlusstreffer der Gäste durch Matt Coronato unhaltbar für Gibson abfälschte.

CGY@DET: Seider schießt scharf in Überzahl

Detroit-Coach findet trotz Sieg Kritikpunkte

Ungewöhnlich war bei Seider, dass er die Red Wings nicht anführte, was die Eiszeit anbelangt. 20:35 Minuten stand er auf dem Eis. J.T. Compher (21:15) und Justin Faulk (22:04) hatten da mehr. Seider wird es angesichts des Sieges, den Dominik Shine mit einem Schuss ins leere Tor besiegelte (59.), egal sein. Es war das erste Mal seit dem 24. Januar, dass den Red Wings fünf Tore in einem Spiel gelangen. Damals war es ein 5:1-Sieg bei den Winnipeg Jets.

Für Detroit kommt es jetzt darauf an, diese Leistung in den kommenden Partien zu bestätigen. McLellan fand trotz des Sieges auch Kritikpunkte. „Es waren viele Sachen dabei, die gut waren. Aber an ein paar Dingen müssen wir noch arbeiten“, betonte der Coach und meinte damit vor allem die Turnover, die sich sein Team früh im Spiel leistetet. „Der Fokus liegt darauf, den eigenen Job zu erledigen. Wir haben unser Schicksal selbst in der Hand. Aber es wird bis zum Schluss eng bleiben“, sagte Kane.

Doch mit der richtigen Einstellung könne man den Job erledigen.

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