Mit einem perfekten Heimwochenende haben sich die Ottawa Senators und Tim Stützle in Schlagdistanz zur Zone für die Stanley Cup Playoffs gebracht. Am Sonntag bezwangen sie im Canadian Tire Centre die San Jose Sharks mit 7:4. Tags zuvor hatten sie die Anaheim Ducks an gleicher Stelle mit 2:0 niedergerungen. Mit 77 Punkten (34-23-9) aus 66 Spielen fehlen ihnen drei Punkte auf die Boston Bruins und die Detroit Red Wings, die in der Eastern Conference die beiden Wildcard-Plätze belegen.

Stützle gehörte in den zwei Partien zu den Aktivposten in der Offensive der Senators. Ein Scorerpunkt war ihm jedoch nicht vergönnt. Der Deutsche führt die teaminterne Scorerwertung weiterhin mit 70 Zählern (30 Tore, 40 Assists) an.

Nach dem intensiven Kampfspiel mit nur zwei Toren gegen Anaheim ging es gegen San Jose wesentlich wilder zu. Erst spät im Mitteldrittel erzielten die Senators mit dem Treffer von Tyler Kleven zum 4:3 ihre erste Führung in dieser Partie. Zuvor hatten sie dreimal nach einem Ein-Tore-Rückstand ausgeglichen. Die Entscheidung fiel durch einen starken Schlussspurt der Hausherren in den letzten sechs Minuten.

SJS@OTT: Batherson mit der Führung

Zunächst traf Drake Batherson. Nach einem Schlagschuss von Artem Zub stand er goldrichtig am linken Torpfosten und bugsierte die Scheibe zum 5:4 über die Linie (54.). „Ich habe mich weggedreht, weil ich mein Gesicht schützen wollte. Der Puck kam ziemlich hoch. Er hat mich am Körper getroffen und sprang ins Netz. Bei der Aktion war natürlich ein wenig Glück dabei“, beschrieb Batherson das Zustandekommen des Tores, das sich letztlich als Game-Winner entpuppte. Dylan Cozens mit einem Schuss aus dem Slot (55.) und Brady Tkachuk mit einem Empty-Netter (58.) banden den Sack zu.

Der Abfälscher war Bathersons zweites Erfolgserlebnis in der Begegnung mit den Sharks. Im ersten Drittel hatte er den 1:1-Ausgleich gutgeschrieben bekommen. Durch den Doppelpack hat er in dieser Saison nunmehr sieben Spiele mit mindestens zwei Treffern zu verzeichnen. Er ist damit einer von nur fünf Akteuren der Senators in den vergangenen 15 Jahren mit einer solchen Ausbeute in einer Spielzeit. Tkachuk glänzte 2023/24 sogar mit neun Mehrfachtor-Spielen, während es Tim Stützle (2022/23), Josh Norris (2021/22) und Milan Michalek (2011/12) wie Batherson auf exakt sieben solcher Auftritte innerhalb einer Saison brachten.

„Wir hatten den Sieg verdient, selbst wenn es beileibe nicht unsere beste Leistung war. Die zwei Punkte sind enorm wichtig für uns. Den Sharks gilt mein Respekt. Sie haben ein gutes und spielstarkes Team“, erklärte Batherson nach dem sechsten Erfolg von Ottawa in den zurückliegenden neun Partien.

SJS@OTT: Cozens baut die Führung aus

Neben dem Doppeltorschützen verbuchten bei den Senators mit Warren Foegele und Fabien Zetterlund noch zwei andere Spieler jeweils zwei Scorerpunkte. Sie kamen beide auf ein Tor und einen Assist. „Ich finde, dass wir eine großartige Mannschaftsleistung geboten haben. Die Jungs haben hart gekämpft“, konstatierte Foegele. „Wir haben versucht, aggressiv anzugreifen und direkt zu spielen, um in die gegnerische Zone zu kommen. Das ist uns gut gelungen.“

Zetterlund verwies auf die Resilienz der Senators. Das Team habe sich durch die mehrfachen Rückstände nicht entmutigen lassen. „Wir haben durchgehalten. Es war nicht immer schön anzusehen, aber so ist das mitunter bei Spielen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen. Man muss sich da manchmal durchmogeln. Alles in allem haben wir ein solides Spiel gemacht und wichtige Punkte geholt“, erläuterte Zetterlund.

Ottawas Trainer Travis Green räumte ein, dass gegen die Sharks längst nicht alles nach Plan gelaufen sei. „Mir hat aber imponiert, dass wir trotzdem drangeblieben sind und darauf vertraut haben, dass wir am Ende gewinnen würden“, erläuterte er. Dass seine Mannschaft im Rennen um einen Platz in den Playoffs an Boden gutgemacht hat, freut ihn besonders. „Niemand wünscht es sich mehr als die Jungs in der Kabine. Wir versuchen alles und hoffen, dass wir es schaffen“, sagte der Coach mit Blick auf die angepeilte Teilnahme an der Postseason. Seine Taktik lautet: „Man kann immer nur das nächste Spiel gewinnen. Genau darauf konzentrieren wir uns.“

In dieser Woche sind die Senators dreimal gefordert. Am Mittwoch gastieren sie bei den Washington Capitals. Danach folgen zwei Vorstellungen vor eigenem Publikum, am Donnerstag gegen die New York Islanders und am Samstag gegen die Toronto Maple Leafs.

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