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Feierlichkeiten bei den Toronto Maple Leafs

Nachdem sie sich jahrelang dagegen sperrte, 'retired' die Franchise nun gleich die Nummern von 17 Spielern gleichzeitig

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Abseits des aktuellen Tagesgeschäfts in der NHL, ist es doch auch immer wieder sehr schön, wenn man etwas von der großen und überaus reichhaltigen Historie der Liga miterleben darf und so auch erst richtig begreifen kann.

Eine tolle Gelegenheit sich der gigantischen Traditionen wieder einmal ganz bewusst zu werden lieferten am Wochenende die Toronto Maple Leafs, die vor ihrer Heimpremiere der neuen Spielzeit im Air Canada Centre direkt eine große Zeremonie abhielten, in deren Verlauf gleich 17 Leafs-Legenden besonders geehrt wurden, indem man ihre Trikotnummern zukünftig nicht mehr vergeben will, ihre Jerseys symbolisch unter das Hallendach zog. Ein nur sehr selten mitzuerlebendes Schauspiel, schon gar nicht in diesem extremen Ausmaß.

Vor dem Duell mit den Boston Bruins wurden dabei nicht nur die Nummern der 17 Spieler frisch unter das Hallendach gezogen, sondern auch die beiden einzigen Spieler der Ahornblätter, denen diese Ehre zuvor bereits zu Teil geworden war, Bill Barilko und Ace Bailey, mit 'frischen' Bannern entsprechend in die Feierlichkeiten mit einbezogen.

Bisher galten die Leafs als Franchise, welche sich gegen diese Tradition etwas sperrte. Nur in besonderen Ausnahmefällen wurde die Nummer eines Spielers nicht mehr vergeben. Im Falle von Barilko war es ein tragischer Flugzeugabsturz der ihn das Leben kostete, Bailey verletzte sich so schwer auf dem Eis, dass er seine Laufbahn deshalb beenden musste. Ansonsten 'ehrte' man Clublegenden zwar mit Bannern, vergab ihre Trikotnummern aber auch danach weiter.

Unter der Verwaltung von Präsident Brendan Shanahan ändert sich nun allerdings diese Handhabung der Franchise schlagmals recht dramatisch. Nach Veränderungen im Logo, hin zu einer Variante aus den großen Jahren des Teams in den 1940er und 1960er-Jahre, nun also auch die endgültige Kehrtwende in Sachen der 'Retired Numbers'.
Jahrelang hatte es wegen dieser ungewöhnlichen Strategie der Kanadier auch Diskussionen in der Organisation, ja regelrechten Streit mit ehemaligen Aktiven gegeben, darunter auch Dave Keon, den die Fans nun auch zum Nr. 1-Spieler der langen Franchisegeschichte wählten.

Im Gespräch mit TSN gab sich Keon dann auch entsprechend erfreut über das Umdenken in Toronto: 'Das hat mich sehr gefreut. Ich halte diese Entscheidung für richtig. All die großen Franchises haben Nummern 'retired', ihre großen Spieler so besonders geehrt. Und im Grunde sind die Leafs da ja auch nicht anders. Warum also das nicht auch so handhaben?"

Das dies insgesamt eine tolle Sache ist, das konnte man den leuchtenden Augen bei Fans und Spielern am Wochenende in Toronto dann auch deutlich ansehen, als sich die älteren Herren auf der Eisfläche versammelten, bei vielen einige Tränen der Rührung zu sehen waren.

Sie alle waren erst kurz vor dem Spiel darüber informiert worden, dass dies an diesem Abend so passieren würde. Die Folgen waren entsprechend emotional.
Neue Banner zelebrierten am Wochenende, in einer insgesamt rund 30 minütigen Feier, nun auch noch einmal die dreizehn Titelgewinne der Traditionsfranchise.
Aufgrund der großen Anzahl an zukünftig bei den Leafs nicht mehr zu vergebenen Nummern, waren einige Nummern nun leider doppelt vertreten.

Nach der Nummer 5 für Barilko und der Nummer 6 von Bailey wird in Toronto zukünftig nun auch kein Spieler mehr mit den Nummern 1 (Johnny Bower, Turk Broda), der Nummer 4 (Hap Day, Red Kelly), der Nummer 7 (King Klancy, Tim Horton), Nummer 9 (Ted Kennedy, Charlie Conacher), der Nummer 10 (Syl Apps, George Armstrong), sowie die Nummer 27 (Frank Mahovlich, Darryl Sittler) in einem Leafs-Jersey auflaufen.
Hinzu kommen auch die Jerseys von Mats Sundin (13), Keon (14), Wendel Clark (17), Borje Salming (21) und auch von Doug Gilmours Nr. 93.

Neben der feierlichen 'Retirement'-Zeremonie für die Trikotnummern, enthüllte man bei den Leafs in den letzten Tagen zudem zusätzlich auch Denkmäler zu Ehren der ehemaligen Stars Keon, Broda und Horton.
Das Ganze natürlich alles passend zum großen Ligajubiläum in dieser Saison.

Als kurzfristige Konsequenz des Ganzen musste nun übrigens auch der aktuelle Aktive des Clubs, James van Riemsdyk, seine angestammte Nummer 21, welche zukünftig eben 'gesperrt' ist, in eine Rückennummer '25' abwandeln.

 

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