DE IIHF Recap  5 21

Am zehnten Spieltag der IIHF Eishockey-Weltmeisterschaft 2023 in Finnland und Lettland am Sonntag erhielt sich Deutschland in der Gruppe A in Tampere die Chance auf die Qualifikation zum Viertelfinale durch einen mühsamen, aber am Ende deutlichen Sieg gegen Ungarn, die nun am Montag im entscheidenden Spiel gegen Österreich um den Klassenerhalt spielen. Am Abend blieb die Schweiz auch gegen Tschechien perfekt und führt die Gruppe B weiter an, ebenso wie die USA nach ihrem sechsten Sieg in der Gruppe A.

Deutschland - Ungarn 7:2 (1:0/3:0/3:2)

Mit einer guten Leistung hat Deutschland in der Nokia Arena Ungarn mit 7:2 besiegt. Es ist der dritte deutsche Vorrundensieg in Folge. Nico Sturm sorgte mit zwei Toren im zweiten Drittel für die Entscheidung, und JJ Peterka steuerte ein Tor und drei Vorlagen bei.
Mit neun Punkten sind die Deutschen in der Gruppe A an Dänemark, das acht Punkte hat, vorbeigezogen und belegen nun den vierten Platz, der zum Einzug in das Viertelfinale qualifiziert. Die Mannschaft von Trainer Harald Kreis ist aber davon abhängig, dass die Dänen in ihren abschließenden beiden Spielen gegen Finnland und Schweden maximal einen Punkt mehr holen als die Deutschen, die am Dienstag gegen Frankreich die Vorrunde beenden.

"Mit dem Ergebnis 7:2 sind wir natürlich zufrieden", betonte Bundestrainer Harold Kreis. "Im zweiten Drittel sind wir durch die Strafzeiten etwas aus dem Spiel gekommen, die Ungarn haben es verstanden uns ein bisschen aus dem Gleichgewicht zu bringen. Das Unterzahlspiel haben wir dann hervorragend gelöst, das hat uns wieder in unseren Fokus zurückgebracht. Anschließend haben wir relativ schnell drei Tore gemacht und somit konnten wir dann beruhigt unser Spiel wieder durchziehen."

Die Deutschen erzielten 33:16 Torschüsse und waren über weite Strecken dominant, auch wenn es im zweiten Drittel beim Stand von nur 1:0 eine kritische Phase gab. Torhüter Mathias Niederberger feierte seinen dritten Sieg in Tampere.

Der deutsche Wojciech Stachowiak eröffnete den Torreigen bei 7:58 Minuten mit seinem zweiten Treffer bei dieser Weltmeisterschaft. Nach einem ungarischen Puckverlust in der neutralen Zone kam Justin Schutz auf dem rechten Flügel frei zum Schuss. Der ungarische Torhüter Maximilian Horvath blockte seinen hohen Schuss ab, doch der Puck flog in den linken Anspielkreis und Stachowiak schoss ihn ins kurze Eck.

Mehr sprang im ersten Drittel nicht heraus. Doch kurz vor der Sechs-Minuten-Marke des zweiten Drittels bot sich Ungarn eine Riesenchance, als Verteidiger Maksymilian Szuber wegen eines missglückten Checks gegen Karol Csanyi mit einer Matchstrafe vom Eis geschickt wurde. Daraus wurde ein zweiminütiges 5-gegen-3, als Moritz Seider, eine kleine Strafe wegen Behinderung erhielt.
Bei 27:42 Minuten dachte Istvan Sofron, er hätte den Ausgleich erzielt, aber stattdessen wurde eine Strafe gegen Istvan Bartalis wegen Haltens vom Stock ausgesprochen. Die restliche Zeit der Überzahl überstand das deutsche Team ohne Gegentreffer.
Seider erhöhte mit dem 2:0-Treffer bei 35:04 Minuten. Er zog nach einem Doppelpass mit Frederik Tiffels nach innen und hatte freie Bahn zum Tor, während Horvath sich vergeblich streckte.

Nur 18 Sekunden später sorgte Sturm für die 3:0-Führung. Der Stürmer der San Jose Sharks stürmte zum Tor und versenkte den Abpraller eines Schusses von Samuel Soramies mit der Rückhand. Sturm schloss dann ein Tic-Tac-Toe-Passspiel auf der Schwelle zum Tor nach 37:55 Minuten im Powerplay zum 4:0 ab.

Im dritten Drittel erhöhte Peterka mit einem Schuss aus spitzem Winkel auf 5:0 (42:39). Die Ungarn spielten danach offensiver, aber zu spät. Istvan Terbocs schob den Puck über die Torlinie und vereitelte damit Niederbergers Shutout-Versuch (46:11), und Nandor Fejes verkürzte zwei Minuten später auf 5:2. Dominik Kahun traf knapp 10 Minuten vor Schluss aus dem Gewühl heraus, und Jonas Muller machte 1:22 Minuten vor Schluss den Sack zu.

"Die Punkte heute waren wichtig, so wie alle Punkte", resümierte Sturm. "Ungarn war ein Gegner der gegen den Abstieg kämpft, da muss man aufpassen, dass man so eine Partie nicht mal schnell verliert. Gerade in der Mitte des Spiels, als wir in doppelter Unterzahl waren, musste man schauen, dass Ungarn nicht zu sehr ins Spiel findet. Wir sind unserem System aber auch heute größtenteils treu geblieben und dafür wurden wir wieder belohnt."

Tschechien - Schweiz 2:4 (1:1/0:2/1:1)

Andres Ambühl erzielte im zweiten Drittel zwei Tore im Abstand von weniger als fünf Minuten zur vorentscheidenden 3:1-Führung und brachte die Schweiz zu einem 4:2-Sieg gegen Tschechien. Durch den Sieg bleiben die Schweizer mit einer perfekten Bilanz an der Spitze der Gruppe B, während Tschechien mit vier Siegen und zwei Punkten Rückstand Zweiter bleibt.

Beide Teams haben am Dienstag noch ein Spiel, um den ersten Platz in der Gruppe zu ermitteln. Zuerst treffen die Tschechen auf Kanada, gefolgt von der Partie Schweiz-Lettland, die auch für die Gastgeber von großer Bedeutung sein wird.

Das Spiel begann etwas verhalten, entwickelte sich aber im Laufe der Zeit zur spannendsten Phase, die Riga in diesem Turnier gesehen hat. Es ging auf und ab, auf beiden Seiten gab es Chancen, Fehlschüsse und Paraden. Die Tschechen eröffneten den Torreigen nach einem haarsträubenden Fehlpass von Dario Simion. Er verlor den Puck vor seinem Tor, und Roman Cervenka war zur Stelle, um ihn einzuschießen, bevor Robert Mayer reagieren konnte.

Das gab Tschechien Auftrieb, und sie dominierten einige Minuten lang, bis Radan Lenc eine Strafe wegen Behinderung kassierte, die den Spielfluss unterband. Die Schweiz schlug zu. Der Weitschuss von Romain Loeffel vom Punkt ging ins Tor und sorgte für den Ausgleich (12:41), der die Schweizer Fans zum Jubeln brachte.

Die Schweizer dominierten das Mitteldrittel von Anfang bis Ende, überwältigten die Tschechen in der Offensive und spielten in der Verteidigung fast fehlerfrei. Den Anfang machte Ambühl, der einen Pass von Enzo Corvi aufnahm und einen Schuss abfeuerte, als eine tschechische Strafe abgelaufen war (23:59).

Bei 28:37 Minuten war er vor dem tschechischen Tor postiert und verwertete einen Pass von Kevin Fiala zum Ausbau der Schweizer Führung. Dann folgte eine Torchance nach der anderen, während die Tschechen nachließen und die Schweizer weiter Druck machten. Es sprang allerdings im Mitteldrittel nichts Zählbares mehr raus.

Im dritten Drittel konnten die Tschechen in Überzahl verkürzen. Roman Cervenka setzte Dominik Kubalik mit einem One-Timer in Szene, der bei 52:14 Minuten sein achtes Turniertor erzielte und den Tschechen neues Leben einhauchte.

Doch die Schweizer spielten weiter, als wäre nichts geschehen, und drei Minuten später holten sie sich den doppelten Vorsprung zurück. J.J. Moser spielte einen sensationellen No-Look-Pass auf Tanner Richard, der völlig freistand und einnetzen konnte. Er besiegelte damit den verdienten Sieg.

Die weiteren Spiele am Sonntag:

Gruppe A (Tampere)

USA - Frankreich 9:0 (3:0/1:0/5:0)

Das Team USA hat den sechsten Sieg in Folge errungen und Frankreich mit 9:0 besiegt. Cutter Gauthier war einmal mehr der Mann des Spiels: Der 19-Jährige erzielte einen Hattrick und gab seinen ersten Assist. Dies war das torreichste Spiel der USA seit dem 9:3-Sieg gegen Korea im Jahr 2018. Mit dem Sieg wurde auch der diesjährige Rekord von sechs Siegen in den ersten sechs Spielen einer Weltmeisterschaft eingestellt. Die Mannschaft von 2018 holte schließlich Bronze in Kopenhagen.

Gruppe B (Riga)

Slowenien - Slowakei 0:1 (0:0/0:1/0:0)

Richard Panik war 15 Sekunden zu Beginn des zweiten Drittels der entscheidende Torschütze gegen Slowenien und hält damit für die Slowakei die Tür offen, am letzten Spieltag mit einem weiteren Sieg in regulärer Spielzeit gegen Norwegen am Montag und einer Niederlage nach regulärer Spielzeit von Lettland gegen die Schweiz am Dienstag, doch noch den lettischen Gastgebern den Einzug in das Viertelfinale streitig zu machen. Slowenien steht durch die Niederlage vorzeitig als erster Absteiger fest.