MTL@TBL, Sp1: Kucherov aus dem Handgelenk gegen Price

In Spiel 1 des Stanley Cup Finale besiegten die Tampa Bay Lightning die Montreal Canadiens in der Amalie Arena mit 5:1 und untermauerten damit ihren Favoritenstatus als Titelverteidiger. Spieler des Abends war Nikita Kucherov mit zwei Toren und einer Vorlage.

Brayden Point war an drei Treffern der Lightning mit einem Assist beteiligt und wurde zum ersten Spieler in der Lightning-Historie mit drei Vorlagen in einem Stanley Cup Finale.
Den ersten Treffer der Partie erzielte Erik Cernak, der nach 6:19 Minuten auf Zuspiel von Ondrej Palat und Brayden Point traf. Für Cernak war es das erste Tor in den diesjährigen Stanley Cup Playoffs. Bei einem schnellen Gegenzug hielt Cernak seine Kelle in einen scharfen Pass von Point und fälschte die Scheibe so ins Netz der Canadiens ab.
"Das ist schon etwas Besonderes, das erste Tor zu schießen. Das war ein toller Spielzug. 'Kuch' hat auch einen guten Job gemacht, ist direkt zum Netz gegangen, hat mir die Verteidigung abgenommen, und ich habe nur geschaut, wie ich den Puck tippen kann. Ich war froh, dass uns das erste Tor gelungen ist.", freute sich der slowakische Torschütze, dessen Treffer nicht unbedeutend für den weiteren Verlauf der Partie gewesen war.
Auch im Mittelabschnitt hatten die Lightning die besseren Chancen. Steven Stamkos kam in der 24. Spielminute allein zum Abschluss, scheiterte aber an Carey Price, der an diesem Abend 22 von 27 auf ihn abgegebenen Schüsse parieren konnte. Andrei Vasilevskiy musste bei 19 Torschüssen der Canadiens nur einmal hinter sich greifen und blieb 18 Mal schadlos.
"Er ist ein starker Torhüter. Wir wollten eine Menge Verkehr vor ihm erzeugen", verriet Cernak eine Zutat des Erfolgsrezepts, mit dem sie in die Partie gegangen waren.
Besser als Stamkos machte es nur etwas mehr als zwei Minuten später Yanni Gourde. Nach einem Scheibenverlust im Angriffsdrittel kamen die Canadiens nicht schnell genug zurück und mussten den Treffer zum 0:2 hinnehmen (26.).

MTL@TBL, Sp1: Gourde tippt Colemans Schuss rein

Der Anschlusstreffer für Montreal sorgte noch vor der zweiten Unterbrechung für Spannung in der Partie. Nachdem sich die Canadiens etwas im Drittel der Lightning festgesetzt hatten, kam die Scheibe zu Ben Chariot an der blauen Linie. Der Verteidiger zog mit einem Schlagschuss ab, der von zwei Lightning-Spielern abgefälscht wurde und im Tor landete (38.). Es war Chariots erster Treffer in den Playoffs.
"Die Turnovers waren sicherlich ein Faktor. Die Lightning sind ein Team, das genau auf solche Gelegenheiten lauert. Wir dürfen ihnen solche Möglichkeiten einfach nicht gestatten", ärgerte sich der Schütze des Anschlusstores über die Gegentreffer.
In den finalen 20 Minuten der Partie sorgten die Gastgeber schnell für den alten Zwei-Tore-Vorsprung. Nikita Kucherov brachte die Scheibe halbhoch vor das Tor von Price. Chariot wollte mit dem Handschuh klären, machte den Puck dadurch aber besonders heiß. Es schien so, als ob Palat das Spielgerät dann aus der Luft ins Tor beförderte, offiziell blieb das Tor jedoch bei Kucherov (43.).
Kucherov legte noch einen weiteren Treffer nach. Nach einem gewonnenen Offensiv-Anspiel zog er mit wenigen schnellen Schritten von rechts zwischen die Bullypunkte und schloss aus dem Handgelenk präzise ab. Sein zweites Tor des Abends war die Vorentscheidung der Partie und sorgte für das 4:1 (52.).
Den Schlusspunkt setzte Stamkos, der nach einem Pass von Kucherov in Überzahl vom linken Bullypunkt direkt abschloss und Price auf der kurzen Ecke überwinden konnte (59.). Es war Stamkos achter Treffer der laufenden Playoffs und Kucherovs 23. Vorlage.
Für die Canadiens endete durch Stamkos' Überzahltreffer eine beeindruckende Serie von spielübergreifend 32 Unterzahlsituationen, in denen sie kein Gegentor zuließen.

MTL@TBL, Sp1: Kucherovs glücklicher Abfälscher

Mit dem Erfolg gingen die Lightning in der Serie mit 1:0 in Front. Ein gutes Omen, beim Blick auf die Statistik. Seit 1939 gewannen 61 von 81 Mannschaften den Titel, nachdem sie in Spiel 1 erfolgreich waren. In den vergangenen drei Jahren verlor jedoch der spätere Champion immer die erste Partie.
"Wir nehmen es, wir nehmen den Sieg heute Abend mit und wir haben es in der Hand. Ich bin froh, dass wir gewonnen haben und ... wir machen weiter mit dem nächsten Spiel und hoffentlich können wir die gleiche konstante Leistung bringen", sagte Lightning-Trainer Jon Cooper.
Spiel 2 des Finales zwischen den Lightning und den Canadiens findet am Mittwoch erneut in der Amalie Arena von Tampa statt (8 p.m. ET; NBCSN, CBC, SN, TVAS, NHL.TV; Do. 2 Uhr MESZ).
Montreals Trainer Luke Richardson weiß, dass seine Mannschaft im zweiten Aufeinandertreffen mit den Lightning ein anderes Gesicht zeigen muss: "Wir werden einiges umstellen, es gibt jedoch nicht allzuviel zu ändern. Selbstverständlich müssen wir die Anzahl unserer Fehler reduzieren. Dass sie offensivstark sind, war uns schon bewusst und Scheibenverluste sind dann immer tödlich."